"Coesfelder Liste": Stadt Köln räumt Fehler ein

Bildquelle: WDR/Metzmacher

WDR 04:30 Min. Verfügbar bis 19.08.2028

"Coesfelder Liste" Stadt Köln räumt Fehler bei Kommunikation ein

Stand:

In Köln lösten kürzlich Berichte über eine brisante Liste Aufregung aus. Die Stadt hat sich jetzt zur "Coesfelder Liste" erklärt.

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Jochen Hilgers
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Markus Schmitz

Die zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld hatte den Kollegen in Köln im November 2024 eine Liste von 471 angeblich ausreisepflichtigen Personen zugeschickt. Hintergrund: Es waren mehrere Abschiebeflüge geplant - in den Flugzeugen gab es noch freie Plätze. Doch in Köln geschah in diesem Zusammenhang so gut wie nichts.

Kölns Stadtdirektorin Dörte Diemert hat als Rechtsdezernentin die Ermittlungen im eigenen Haus übernommen.

Jetzt gibt es eine Zwischenbilanz. Es sei "denkbar unglücklich" gelaufen, sagt sie. Ignoranz lag von Seiten der Behörde aus ihrer Sicht nicht vor, wohl aber schlechte Kommunikation, sie war "missverständlich und unglücklich."

Es fanden Abschiebungen statt - aber unabhängig von der Coesfelder Liste

Die Stadt spricht davon, dass in den zurückliegenden Jahren jeweils mehr als 200 Menschen, darunter auch Straftäter, abgeschoben wurden. Die Liste aus Coesfeld, die als Unterstützung gemeint war, rutschte aber offenbar durch. 

"Die Akten zeigen, dass die Behörde davon unabhängig in den konkreten Fällen tätig war, Personen aus dem Bleiberechtsprogramm genommen hat und auch Abschiebungen vollzogen hat." Prof. Dr. Dörte Diemert, Stadtdirektorin

Nur eine Abteilung antwortete

Nach dem Anschlag von Solingen in aufgeheizter Stimmung entstand die Coesfelder Liste, die an alle Kommunen in NRW ging. Die Kommunen wurden aufgefordert, ihre Fälle zu überprüfen.

Die Liste erreichte mehrere verantwortliche Abteilungen in der Kölner Ausländerbehörde. Eine einzige davon antwortete überhaupt, und die war gar nicht mit Abschiebungen beschäftigt, weil sie Bleiberechtsfälle für Menschen mit Perspektiven in Deutschland bearbeitet. Die Abteilung für das Rückführungsmanagement aber zeigte zum Beispiel gar keine Reaktion.

Coesfelder Liste erreichte die Behörde quer

In der Kölner Ausländerbehörde herrschte offenbar Unmut darüber, wie die Liste verschickt wurde. Nämlich direkt an die Behörde ohne den normalen Weg über Ministerium oder Bezirksregierung. "Sie kam quer rein“, hieß es. Ein Grund, sie weitgehend zu ignorieren?

Die "Coesfelder Liste"

So sieht sie aus: Die "Coesfelder Liste".

Bildquelle: WDR

Die Kölner Ausländerbehörde fragte bei der Bezirksregierung an, was zu tun sei. Die Bezirksregierung wollte daraufhin das Ministerium ansprechen. Was dann geschah, lässt sich derzeit nicht rekonstruieren. Ämterwahnsinn im Dschungel der Ausländerpolitik, könnten es Beobachter nennen.

Coesfelder Liste mit Straftätern

Mindestens sechs Personen der Liste sind einschlägig vorbestrafte Personen. Wer zu mehr als sechs Monaten Haft verurteilt wird, muss in der Regel abgeschoben werden. Es sei denn, in der Heimat droht zum Beispiel Folter. Bei den sechs Personen war dies wohl nicht der Fall, weil sie vom Westbalkan stammen. So wie Huso B.. Der Vater von acht  Kindern wurde mehrmals wegen verschiedenster Straftaten verurteilt. Prominent steht er auf der Coesfelder Liste.

Andere Straftäter nicht auf der Liste

So richtig vollständig ist die Liste allerdings nicht. Anfang August kam es in Köln-Mülheim zu einer Schießerei zwischen zwei Großfamilien. Familienoberhaupt Alman B. erlitt dabei eine Schussverletzung. Er wurde 2011 zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt und 2017 sogar zu zwei Jahren und sieben Monaten. Dennoch wurde er nicht abgeschoben.

"Coesfelder Liste": Stadt Köln räumt Versäumnisse ein

WDR 19.08.2026 00:53 Min. Verfügbar bis 18.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Stadt Köln

Sendung: WDR.de, "Coesfelder Liste": Stadt Köln räumt Fehler ein, 19.08.2026, 16:10 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 19.08.2026, 19:30 Uhr

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