In dieser Lagerhalle in Hürth soll es zu den Taten gekommen sein.

Köln: Mitglieder der "Kalker Drogenbande" müssen lange in Haft

Stand:

Drei Mitglieder der "Kalker Drogenbande" sind am Montag zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Von Markus Schmitz

Die Männer müssen zwischen sechs Jahre und sieben Jahre und sechs Monate in Haft. Laut Gericht hatten die 22- bis 25-Jährigen einen Kölner Drogenboss bei seinen bundesweiten Drogengeschäften unterstützt. Dazu gehörte auch, eine Lieferung von 700 Kilogramm Marihuana in einer Lagerhalle in Hürth anzunehmen.

Später wurde die Hälfte dieses Stoffs geraubt, was eine beispiellose Welle der Gewalt in Köln auslöste - unter anderem in Form von Geiselnahmen und Folter. In dem Komplex haben bereits sechs Prozesse begonnen, weitere werden folgen. Heute fiel das insgesamt dritte Urteil im Komplex.

Urteil wegen Räumung des Landgerichts verschoben

Im Vorfeld des Urteils hatten Teile des Kölner Landgerichts wegen eines herrenlosen Koffers geräumt werden müssen.

Das Foyer des Gebäudes war abgesperrt und der Sitzungsbetrieb nach Aussage eines Sprechers des Landgerichts unterbrochen worden. Spezialisten hatten den Koffer untersucht.

Landgericht Köln vor Drogenkrieg-Urteil wegen Koffer geräumt

WDR Studios NRW 22.09.2025 00:23 Min. Verfügbar bis 22.09.2027 WDR Online

Haftstrafen für junge Männer gefordert

Pikante Anekdote des Prozesses: Einer der Angeklagten hatte laut Gericht das Drogenversteck verraten und war dabei gewesen, als die Hälfte des Stoffs geraubt wurde. Sein Handy wurde laut Vorwurf in der Tatzeit in der entsprechenden Funkzelle geortet. 

Vater und Sohn in Untersuchungshaft

Mittlerweile hat die Polizei auch den Vater des mutmaßlichen Bandenchefs festgenommen. Der Restaurantbesitzer aus Köln-Kalk soll sich der Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogengeschäften schuldig gemacht haben. Sein Sohn hatte laut Zeugen in einigen Kölner Bereichen mit Gehilfen Drogen verkauft. So viel, dass er das Bargeld in Schuhkartons in einer Wohnung lagerte, wie ein Zeuge vor Gericht sagte.

In Köln ist die Zahl der Drogenabhängigen sehr hoch, es gibt an vielen Stellen Verwahrlosung und Verelendung. Auch die sogenannte "Kalker Bande" hatte verschiedene Drogen zum Beispiel am Kölner Neumarkt verkauft. Gerade dort versuchen Stadt und Polizei das "Drogenproblem" in den Griff zu bekommen.

Die Angeklagten, die sich vor dem Landgericht verantworten mussten, haben laut Anklage zumindest in der Vergangenheit einen Bezug zur angespannten Kölner Drogenszene. Laut Polizei ist es aber so, dass wenn eine Drogenquelle aufgedeckt wurde, sich relativ schnell einen neue Quelle auftut, die Großstädte wie Köln weiterhin mit Drogen "versorgt".

Erster Prozess im Kölner Drogenmilieu endet

WDR Studios NRW 22.09.2025 00:49 Min. Verfügbar bis 22.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Landgericht Köln
  • Polizei Köln
  • Staatsanwaltschaft Köln

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