Starke Zunahme bei Kabelklau an Ladesäulen in Köln

Abgeschnittene Kabel an einer Ladesäule

Bildquelle: Oliver Köhler

Kabelklau in Köln Metalldiebe legen E-Ladesäulen lahm

Stand:

Der Diebstahl von Kabeln an E-Ladesäulen ist in Köln drastisch angestiegen. Bis Ende August hat die Polizei in Köln und Leverkusen mehr als 60 Fälle registriert. Das sind bereits genauso viele Fälle wie im gesamten vergangenen Jahr.

Betroffen sind vor allem die Schnellladesäulen mit ihren dicken Stromkabeln. Tatverdächtig sind Metalldiebe. Sie schneiden die Kabel ab, um das Kupfer in den Kabeln zu verkaufen.

In den Kabeln der Schnellladesäulen stecken bis zu 10 Kilogramm des begehrten Metalls. Altmetallhändler zahlen für Kupfer pro Kilogramm etwa fünf Euro. Für ein Kabel bekommen Diebe also rund 50 Euro.

Große Schäden an den Ladesäulen

Der Schaden an den Ladesäulen beträgt nach Angaben der Stromanbieter aber zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Fahrer von E-Autos ärgert es, dass an vielen Stellen im Stadtgebiet die Ladesäulen nicht mehr nutzbar sind, weil die Kabel abgeschnitten wurden.

"Das greift wirklich um sich", berichtet ein Autofahrer dem WDR. "Vor allem auf den Parkplätzen von Supermärkten sind die Säulen betroffen", sagt ein anderer. "Da sind die Ladesäulen oft schon seit Wochen außer Betrieb".

Diebe konzentrieren sich auf Gewerbegebiete

Tatsächlich sind Discounter aber auch der Parkplatz eines großen Möbelhändlers im Kölner Norden betroffen. Offenbar konzentrieren sich die Diebe auf Ladesäulen in Gewerbegebieten, wo sie ungestört sind.

Der Verkehrsclub ACV sieht den zunehmenden Kabelklau nach eigenen Worten mit Sorge. "Wer mit niedrigem Akkustand eine Ladesäule anfährt, muss sich darauf verlassen können, dort auch laden zu können", sagt Philipp Mathey, Sprecher des ACV.

Kabelklau schadet Elektro-Mobilität

Starke Zunahme bei Kabelklau an Ladesäulen in Köln

Diebe nutzen offenbar Profi-Werkzeug

Bildquelle: Oliver Köhler

Eine verlässliche Infrastruktur ist entscheidend dafür, dass Elektromobilität im Alltag funktioniert. Deshalb fordert der Verband eine bessere Sicherung der Ladesäulen. In Köln hat das Unternehmen TankE begonnen, die Schnellladesäulen mit besonders gesicherten Kabeln auszurüsten.

Anbieter setzen auf neue Sicherheitskabel

Auch der besonders stark vom Diebstahl betroffene Discounter Aldi-Süd ersetzt die abgeschnittenen Kabel jetzt durch diebstahlsichere Stromleitungen. Inzwischen sind Ladekabel mit teilweise gleich mehreren Sicherheitseinrichtungen auf dem Markt.

Die Kabel lassen sich in der Regel kaum noch durchtrennen. Zusätzlich sind einige noch mit Alarmdrähten versehen. Werden diese durchschnitten, geht an den Ladesäulen eine Sirene los, grelles Licht wird eingeschaltet und ein Sicherheitsdienst alarmiert.

Drastischer Anstieg von Kabelklau

WDR 15.09.2026 36 Sek. Verfügbar bis 14.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:


  • Polizei Köln
  • Verkehrsclub ACV
  • TankE
  • Aldi Süd

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 15.09.2026, 9:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Köln

1 / 2