Viel Aufwand für denkmalgerechte Sanierung
Bildquelle: WDR / Jens GleisbergWDR. 3 Min. 16 Sek.. Verfügbar bis 16.09.2028.
Die älteren Besucher werden überrascht sein: So haben sie den Eingangsbereich der Oper wohl noch nie gesehen. Mit grünen, roten und blauen Wänden. Denn Jahrzehnte lang waren die Wände weiß gestrichen. Anders als es sich der Architekt Wilhelm Riphahn beim Bau der Oper gedacht hatte. Der Steinboden war zu Beginn der Sanierung im Jahr 2012 noch schwarz-glänzend. Eine Schicht aus Bohnerwachs lag auf dem originalen Boden aus dem Jahr 1957.
Die Leichtigkeit der 50er Jahre
Viel Aufwand haben die Architekten und die Restauratoren betrieben, damit sie dem Gebäude den Charme der Bauzeit zurückgeben können. Abgestimmt mit dem Denkmalschutz.
Kölns oberster Denkmalschützer Thomas Werner
Bildquelle: WDR/ Jens Geisberg"Es ist eine Nachkriegsperle", sagt Thomas Werner. Er ist Kölns oberster Denkmalschützer und steht im oberen Foyer. "Hier spürt man die Leichtigkeit der 50er Jahre. Es ist eine tolle Raumschöpfung", sagt er.
Vom Foyer führen Holztüren mit einem edel wirkenden Furnier in den Zuschauerraum. Die Türen sind ein gutes Beispiel für die denkmalgerechte Sanierung. Ein Restaurator hat sie aufgeschnitten und mit einer Lärmdämmung ausgestattet. Denn früher war im Zuschauerraum das Gläserklirren aus dem Foyer zu hören. Ebenfalls wurde in die sechzig Jahre alten Türen eine Technik eingebaut, damit sie im Brandfall automatisch schließen.
So sehen Oper und Schauspielhaus nach der Sanierung aus
Die Kölner Oper und das Schauspielhaus haben viele sanierte Details. Abgestimmt mit dem Denkmalschutz wurden die originale Farbgebung aus dem Jahr 1957 wiederhergestellt.
Gelungene Sanierung aus Sicht des Denkmalschutzes
Eine gelungene Sanierung aus Sicht des Denkmalschützers. Der hofft, dass die Nachrichten über das Gebäudeensemble irgendwann nicht mehr von horrenden Kosten und langer Bauzeit bestimmt werden, sondern von dem architektonischen Wert, sagt Thomas Werner: "Durchkomponiert, gestalterisch erste Qualität, das wird man irgendwann sehr zu schätzen wissen."
2012 wurde mit der Sanierung begonnen. Drei Jahre später sollte die Premiere stattfinden. Kurz zuvor wurde die abgesagt, weil es katastrophale Fehler bei der Planung der Haustechnik gab. Jahrelang tat sich fast nichts auf der Baustelle, die Technik musste neu geplant werden und neu installiert. Die Kosten stiegen auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro, wenn man Baukosten, die Kosten für die Ausweichspielstätten und die Finanzierung addiert.
Eine visuelle Reise in 14 Jahre Bauzeit
Die Baugrube zwischen Schauspielhaus und Studiobühne. Im Untergeschoss wurde die Kinderoper gebaut und die zentrale Anlieferung für die vier Bühnen.
Baugrube (2012) und Platz (2026) zwischen Schauspielhaus und Studiobühne
Bildquelle: WDRWDR. 10 Sek.. Verfügbar bis 14.09.2028.
An der Rückseite der Oper wurde die Wand geöffnet. Auf dem früheren Betriebshof entstand ein Neubau für Probenräume und die Anlieferung.
Rückseite des Kölner Opernhauses 2012 und 2026
Bildquelle: WDRWDR. 10 Sek.. Verfügbar bis 13.09.2028.
Die Seitenbühnen und die Hinterbühne wurden bis auf den Beton entkernt und mit neuer Technik ausgestattet. Im Hintergrund, ist der Zuschauerraum der Oper zu sehen.
Seitenbühne der Kölner Oper mit Blick auf den Zuschauerraum 2013 und 2026
Bildquelle: WDRWDR. 10 Sek.. Verfügbar bis 13.09.2028.
Der Zuschauerraum der Oper wurde komplett entkernt. Die Bestuhlung wurde neu aufgepolstert nach der historischen Vorlage, der Bodenbelag erneuert und alle Holzfurniere überarbeitet.
Zuschauerraum der Oper 2013 und 2026
Bildquelle: WDRWDR. 9 Sek.. Verfügbar bis 13.09.2028.
Das Bühnenensemble in der Innenstadt hat sich sehr verändert. Der jahrzehntelang weiß gestrichene Bühnenturm der Oper hat wieder sein originales Aussehen: Sichtbeton mit roten Geländern an den Balkonen.
Das Bühnenensemble in der Innenstadt 2010 und 2026
Bildquelle: WDRWDR. 10 Sek.. Verfügbar bis 13.09.2028.
Das obere Foyer der Kölner Oper wurde komplett entkernt. Alle Wandbeläge, Fußböden und die blaue Decke haben wieder ihre originalen Farben aus der Entstehungszeit der Oper bekommen.
Oberes Foyer der Kölner Oper im Jahre 2013 und 2026
Bildquelle: WDRWDR. 9 Sek.. Verfügbar bis 13.09.2028.
Unsere Quellen:
- Stadtkonservator
- Architekt
- Restaurator
Sendung: WDR.de, Viel Aufwand für denkmalgerechte Sanierung, 16.09.2026, 5:16 Uhr
