Russische Regierungsmaschine am Flughafen Köln/Bonn gelandet | Video
Bildquelle: ANC NewsWDR. 23 Sek.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Trotz EU-Landeverbot : Russisches Regierungsflugzeug in Köln/Bonn gelandet
Stand:
Auf dem Flughafen Köln/Bonn ist am Mittwochvormittag ein Flugzeug der russischen Regierung gelandet. Laut dem Auswärtigen Amt hat sie eine Genehmigung erhalten, um Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats in Bonn auszufliegen.
Die Maschine mit der Kennung RA-96018 war nach Informationen der Flug-Tracking-Website Flightradar24.com um 4 Uhr Ortszeit in Moskau gestartet und um 9:36 Uhr deutscher Zeit auf dem Flughafen in Köln/Bonn angekommen. Auf ihrer Route war die Ilyushin nördlich an Estland vorbeigeflogen und hatte Deutschland dann über die Ostsee angesteuert.
Sowohl der Flug als auch die Landung sind ungewöhnlich, da die Europäische Union ihren Luftraum bereits seit 2022 für Flugzeuge in russischem Besitz geschlossen hat - wegen Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine. Um ihn dennoch zu durchqueren oder gar in einem EU-Staat zu landen, ist eine Sondergenehmigung nötig.
Auswärtiges Amt äußert sich zu russischem Flieger in Köln/Bonn
Die Pressestelle des Airports Köln/Bonn wollte sich nicht zur Landung der Maschine äußern, "da es sich um einen militärischen Flug handelt", so eine Pressesprecherin auf WDR-Anfrage. Auch die Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn wollte die Landung "weder bestätigen noch dementieren".
In der Bundespressekonferenz schließlich bestätigte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Kathrin Deschauer, dass das Flugzeug Personal des Konsulates ausgeflogen hat und es für die Landung eine Genehmigung gab. Laut Flightradar24.com ist die Maschine bereits um 12:39 Uhr wieder gestartet und auf dem Rückflug nach Moskau.
Russisches Generalkonsulat in Bonn schließt am Freitag
Das russische Generalkonsulat in Bonn-Bad Godesberg wird am Freitag endgültig geschlossen. Die Schließung ist eine der Reaktionen der Bundesregierung auf den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen. Dort war Anfang August eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne in unmittelbarer Nähe von vier ukrainischen Transportflugzeugen gesichtet worden. Laut der Bundesregierung soll es sich dabei um einen hybriden Angriff durch Russland gehandelt haben.
Auf dem Gelände des Generalkonsulats waren am Mittwoch bereits Vorbereitungen für die Schließung sichtbar, berichtet ein WDR-Reporter: Mehrere Fahrzeuge mit Konsulatskennzeichen fuhren auf das Gelände, zudem standen dort Container. Über dem Areal kreiste zeitweise ein Hubschrauber der Bundespolizei. Das Gelände selbst ist weiterhin abgesichert, unter anderem durch Zäune und Stacheldraht.
Unsere Quellen:
- Pressestelle des Flughafens Köln/Bonn
- Pressestelle der Bundespolizei
- ANC-News
- Flightradar 24
- Sprecherin des Auswärtigen Amtes
- WDR-Reporter vor Ort am Generalkonsulat
Sendung: WDR.de, Russische Regierungsmaschine am Flughafen Köln/Bonn gelandet, 16.09.2026, 12:20 Uhr