In dem Prozess in Bonn werden insgesamt 22 Fälle verhandelt.
Bildquelle: dpa/ picture alliance/ Magdalena RodziewiczVier mutmaßliche Schleuser stehen ab heute vor dem Landgericht Bonn. Sie sind wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, an den Einnahmen von Massagessalons verdient zu haben, in denen chinesische Frauen als Sexarbeiterinnen gearbeitet haben sollen. Bei den Angeklagten handelt es sich um einen Mann und drei Frauen zwischen 33 und 63 Jahren.
Zwei der Angeklagten sollen spätestens seit Juni 2024 Massagesalons betrieben haben, in denen chinesische Frauen der Sexarbeit nachgingen. Die Frauen sollen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt worden sein und ohne Aufenthaltsgenehmigung hier gearbeitet haben. Der angeklagte Mann soll das Geschäft geleitet haben und eine Mitangeklagte ihn als "rechte Hand" unterstützt haben.
Massagesalons auch in Bonn und Sankt Augustin
Die beiden weiteren Angeklagten sollen einzelne Salons vor Ort geleitet haben. Die Gruppe soll Räume in Bonn, Sankt Augustin, Köln und im Ruhrgebiet angemietet und für ihre Geschäfte genutzt haben.
Die Prostituierten hätten die Hälfte ihrer Einnahmen behalten und die andere Hälfte an die Angeklagten abgeben müssen. Die Angeklagten sollen vom unerlaubten Aufenthalt der Frauen gewusst und sich so eine dauerhafte Einnahmequelle verschafft haben.
Der Prozess startet am Freitag am Bonner Landgericht
Bildquelle: WDRLandgericht Bonn verhandelt 22 Fälle
Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst 27 Fälle angeklagt. In fünf Fällen eröffnete das Landgericht das Hauptverfahren jedoch nicht. Einige Frauen hatten laut Gericht eine Aufenthaltsgestattung. Verhandelt werden damit 22 Fälle.
Der Prozess startet heute um 9:30 Uhr.
Unsere Quelle:
- Landgericht Bonn
Sendung: WDR.de, Massagesalons für Prostitution genutzt, 18.09.2026, 5:00 Uhr