Fahndungsbild Daniel V.
Bildquelle: Polizei Brandenburg / dpaFestnahme von Daniel V. : Bodycam zeigt Zugriff bei Weisweiler
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Europaweit wurde nach nach Daniel V. gefahndet. Gefunden wurde er jedoch von zwei Polizisten, die gar nicht an der Suche beteiligt waren. Wegen plattgetrampeltem Gras auf einem Feldweg waren die beiden auf den 48-Jährigen aufmerksam geworden. So lief die Festnahme.
Sie schafften, was 1.700 Einsatzkräfte tagelang nicht geschafft haben - und per Bodycam wurde alles festgehalten. Zwei 24 Jahre alte Beamte der Kölner Autobahnpolizei folgen einer Spur im Gras und stoßen rund 200 Meter neben dem Weg auf einen Mann, der gerade aus seinem Zelt kommt. Einer der Polizisten schaltet seine Bodycam ein, der andere zieht seine Pistole und fordert den Mann auf, sich auf den Boden zu legen. Der leistet keinen Widerstand. Kurz darauf klicken die Handschellen.
Die dpa hat das Video bereits gesehen, die Polizei hat es aber noch nicht veröffentlicht.
Es ist das Ende einer Fahndung nach tagelangen Angriffen auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. "Die beiden jungen Kollegen haben das kriminalistisch richtig gut gemacht", lobt Einsatzleiter Frank Wißmann. Er hatte den Großeinsatz aus dem Kölner Polizeipräsidium gesteuert.
Gute Tarnung im Gebüsch
Das Zelt des mutmaßlichen Strom-Saboteurs stand gut getarnt in einem Gebüsch - etwa 800 Meter neben dem Kraftwerk Weisweiler bei Aachen. Die Polizei hatte das Gelände mit Hubschraubern und Drohnen abgeflogen, doch das Zelt war zu gut getarnt. Aus der Luft habe man es nicht sehen können, so Wißmann.
Daniel V. hatte sein Aussehen stark verändert, als er von den beiden Polizisten entdeckt worden war. Deswegen haben die Polizisten ein Handy Foto von ihm aufgenommen und dies ins Kölner Präsidium geschickt. Dort haben so genannte Super Recognizer, also Polizisten mit der besonderen Gabe Gesichter zu erkennen, Daniel sofort identifiziert.
Und der wollte - trotz seiner Bemühungen - offenbar gefunden werden, sagt Wißmann. Darauf würden die Bekennerschreiben hinweisen, die Daniel V. mit Klarnamen unterschrieben und an verschiedene Medien geschickt hatte. Und auch sein Auto habe er nicht versteckt.
Spürsinn von zwei Polizisten führte zur Festnahme
Man habe Täterprofile entwickelt und verschiedene Hypothesen aufgestellt, was der 48-Jährige als Nächstes vorhaben könnte. Weil die Polizei nach dem Fund des auffälligen Camping-Lastwagens davon ausging, dass er nicht mehr motorisiert unterwegs sein dürfte, habe man schließlich die Suche rund um das Kraftwerk Weisweiler konzentriert.
Doch die entscheidende Beobachtung machten schließlich die beiden Autobahnpolizisten, die eigentlich gar nicht für die Fahndung nach dem 48-Jährigen eingesetzt waren. Neben der A4 entdeckten sie das niedergetretene Gras, das sie zu dem Verdächtigen führte. Am Ende sei aus Sicht der Polizei alles sehr gut abgelaufen, resümiert Einsatzleiter Wißbaum. "Mein Auftrag war: Fang den Täter. Das ist uns in einer hervorragenden Gemeinschaftsleistung gelungen."
Unsere Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur
- Gespräch mit der Polizei Köln
Sendung: WDR.de, Plattgetretenes Gras führt zu mutmaßlichem Stromnetz-Saboteur, 10.09.2026, 8:33 Uhr