Bei einer Führung erklären Fachleute, was hinter den Kulissen für die Sicherheit getan wird.
Bildquelle: WDR / DavidAngstraum Kölner Hauptbahnhof : Fahrgast-Führung für mehr Sicherheit?
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Viele Menschen fühlen sich an großen Bahnhöfen nicht immer sicher. Bei einer kostenlosen Sicherheitsführung am Kölner Hauptbahnhof zeigen Fachleute von Bahn, Bundespolizei, KVB, go.Rheinland und Bahnhofsmission, was hinter den Kulissen für die Sicherheit getan wird.
Der Kölner Hauptbahnhof – ein Ort, an dem sich jeden Tag Hunderttausende Menschen begegnen. Für die meisten ist er vor allem eine Durchgangsstation. Für manche aber auch ein Ort, an dem sie sich nicht immer wohlfühlen.
Marcus Schenker ist Bahn-Vielfahrer und hat ein Deutschlandticket
Bildquelle: WDR / DavidSo geht es zum Beispiel Marcus Schenker. Er hat ein Deutschlandticket und ist eigentlich regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs. Am Kölner Hauptbahnhof gibt es aber Situationen, in denen er sich nicht wohlfühlt.
"Gerade abends herrscht bei mir ein ungutes Gefühl, wenn Menschen anfangen zu betteln oder anfangen rumzuschreien. Da weiß man nicht, was möglicherweise als nächstes kommt." Marcus Schenker, Bahn-Vielfahrer
Was genau macht sie unsicher? Sind es bestimmte Bereiche im Bahnhof, Menschen, die sich auffällig verhalten, die Dunkelheit oder die Frage, was im Notfall zu tun ist? Um solche Fragen geht es bei einer kostenlosen Sicherheitsführung durch den Kölner Hauptbahnhof.
Wer ist eigentlich für meine Sicherheit zuständig?
Bei der Führung bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst einen Überblick: Vertreter der Deutschen Bahn, der Kölner Verkehrs-Betriebe, von go.Rheinland, der Bundespolizei und der Bahnhofsmission erklären ihre Aufgaben.
Die Bundespolizei ist unter anderem für die Gefahrenabwehr und die Strafverfolgung im Bahnbereich zuständig. Die DB Sicherheit kümmert sich im Auftrag der Deutschen Bahn um Sicherheit und Ordnung im Bahnhof. Die Bahnhofsmission wiederum ist eine Anlaufstelle für Menschen, die Unterstützung brauchen.
"Wir sagen oft, man soll auf sein Bauchgefühl hören. Bei einem unguten Gefühl sprechen Sie das Personal der Bahn oder die Bundespolizei an. Damit machen sie nie etwas falsch." Dilara Ceviz, DB Sicherheit
Seit Mai 2026 gehen DB Sicherheit und Bundespolizei am Kölner Hauptbahnhof zudem gemeinsam auf Streife. Vierer-Teams sollen sichtbarer Präsenz zeigen und schneller handeln können.
Ein Blick hinter die Kulissen
Dann wird es praktisch: Die Gruppe geht durch den Bahnhof. Wo kann ich im Notfall Hilfe holen? Wie funktioniert ein Notruf? Was sehen Sicherheitskräfte auf ihren Kameras? Und was passiert eigentlich, wenn ein Fahrgast eine bedrohliche Situation meldet?
Die Sicherheitsführung soll nicht nur zeigen, welche Technik und welches Personal im Bahnhof eingesetzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen auch lernen, wie sie selbst in Stress- und Gefahrensituationen reagieren können. Das Konzept wurde unter Federführung des Kompetenzcenters Sicherheit NRW entwickelt.
Alexander Maul von der Bundespolizei Köln gibt konkrete Tipps für die Bahngäste: "Achten Sie bei ihrer Sitzplatzwahl im Zug darauf, möglichst am Gang zu sitzen. So können vor allem Frauen bei möglichen Belästigungen besser den Bereich verlassen, als wenn sie am Fenster sitzen."
Warum sich manche Fahrgäste unsicher fühlen
Das subjektive Sicherheitsgefühl und die tatsächliche Kriminalitätslage sind dabei nicht dasselbe. Am Kölner Hauptbahnhof wurden 2025 laut Bundespolizei 648 Gewaltdelikte registriert. Im Jahr davor waren es 703. Ein Rückgang zwar, aber gleichzeitig gehört der Kölner Hauptbahnhof damit aber weiterhin zu den Bahnhöfen mit vergleichsweise vielen Gewaltdelikten.
Polizeikräfte auf Streife im Kölner Hbf
Bildquelle: WDR / Lara BurghardtTrotzdem hoffen die Veranstalter, dass genau dieses Wissen Hemmschwellen abbaut. Die kostenlosen Führungen sollen Fahrgästen zeigen, welche Sicherheitsmaßnahmen es gibt, wer im Bahnhof ansprechbar ist und wie sie sich in einer kritischen Situation verhalten können.
Hat die Führung etwas verändert?
Nach rund zwei Stunden ist die Führung vorbei. Zeit für die entscheidende Frage an Marcus Schenker: Fühlt er sich jetzt tatsächlich sicherer als vorher? "Man bekommt auf jeden Fall Informationen, die man vorher noch nicht hatte. Nun weiß ich, an wen ich mich im Zweifel wenden kann", lautet sein Urteil.
Unsere Quellen:
- go.Rheinland
- Deutsche Bahn
- Alexander Maul, Bundespolizei Köln
- Bahn-Kunde Marcus Schenker
- Dilara Ceviz, DB Sicherheit
- WDR-Reporter im Gespräch mit Fahrgästen
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit,28.08.2026, 14:31 Uhr
