Eine kleine Wolke aus vielen bunten Ballons zieht an den Häusern am Habsburgerring in der Kölner Innenstadt vorbei. Anne* arbeitet in einem Geschäft in der Nähe und hat für die Deko Regenbogen-Ballons besorgt. Sie hat nicht viel Zeit, im Gehen erzählt sie aber, dass sie beim Thema Sicherheit ganz entspannt ist:
Anne* fühlt sich zwischen den Menschen, die beim CSD in Köln sind, richtig wohl.
Bildquelle: WDR / Andreas Palik"Ich fühle mich sicher, besonders in dem Umfeld was Sonntag erwartet wird. Ich würde sagen das Setting gibt mir ein gutes Gefühl. Es werden Sonntag so viele Leute erwartet - ich freue mich einfach drauf!"
"Da fühle ich mich nicht wohl!"
Sie läuft über die Ampel, vorbei an einer kleineren Straße: Regenbogen-Girlanden hängen von den Häusern runter. Einige sind auch über den Köpfen der Leute von der einen zur anderen Straßenseite gespannt.
Es ist ein kleiner Spaziergang durch Kölns wohl queerstes Viertel an diesem Wochenende - das Straßenfest des Christopher Street Days (kurz: CSD) in der Schaafenstraße und rund um den Rudolfplatz.
Am Rudolfplatz biegt Anne ab und sie ist nicht mehr zu sehen. Hier werden am Wochenende tausende Menschen mit der Bahn beim Straßenfest ankommen.
Für das Straßenfest werden auch diese Sicherheitssperren aufgestellt.
Bildquelle: WDR / Andreas PalikJenny aus Köln schreckt das aber ab. Auch wenn sie es total wichtig findet - zum CSD geht sie dieses Wochenende nicht. "Es liegt daran, dass es zu voll ist. Ich bin kein Fan von tausenden Menschen und den Massen. Da fühle ich mich nicht wohl."
"Ich bin ein ziemlicher Hau-Drauf-Mensch!"
Ihre Freundin Jacky wird aber das ganze Wochenende in der Stadt unterwegs sein. Den Hass gegen queere Menschen bekommt sie auch mit. Es macht ihr aber keine Angst, in der Stadt unterwegs zu sein:
Jacky (l.) und Jenny (r.) finden den CSD in Köln wichtig. Zusammen werden sie aber nicht unterwegs sein.
Bildquelle: WDR / Andreas Palik"Ich fühle mich sehr sicher, aber weil ich auch ein ziemlicher 'Hau-Drauf-Mensch' bin. Mir ist das meistens egal. Ich habe auch viel Kraft in den Beinen und im Zweifelsfall gibt es einen Tritt", sagt sie und fängt an zu lachen.
Beim Kölner CSD wird international gefeiert
Vom Bahnsteig der Straßenbahn kommt gerade Kevin. Er ist aus den Niederlanden extra für den CSD hergekommen: "Köln ist für mich immer ein sicherer Ort - nicht nur beim CSD. Deshalb kommen auch die Niederländer gerne hier hin."
Ein Stückchen weiter Richtung Ehrenstraße steht Olaf mit einem Freund vor einer Bäckerei und isst ein Stück Käsekuchen. Das "Mmmh lecker" ist schon ein paar Meter entfernt zu hören. Die Vorfreude auf den CSD bei Olaf ist groß, auch er ist extra aus Mainz angereist.
Olaf holt sich noch einen kleinen Snack, bevor es später auf das Straßenfest geht.
Bildquelle: WDR / Andreas PalikDoofe Sprüche über die queere Community kennt auch er - die gehen aber an ihm vorbei: "Ich mache mein Ding und fertig - ich habe meine eigene Meinung! Ich freue mich einfach auf die Parade, auf die Partys, einfach Spaß haben bei dem Wetter."
Mehr Vorfreude als Angst
In den Straßen stehen überall bereits Absperrgitter bereit, mit denen Polizei und Ordnungsamt die Straßen für die Feiernden sperren. Auch am Rudolfplatz. Hier geht gerade Malte mit zwei Rollen Geschenkpapier zurück zu seinem Fahrrad. Er will auch das Wochenende in der Innenstadt unterwegs sein.
"Ich fühle mich sicher, ich habe keine angst vor Anschlägen. Ich bin auch mal als Wagenengel mitgelaufen und ich weiß, dass das Konzept funktioniert und die Leute safe sind." Malte aus Köln
Es ist nur ein kleiner Eindruck am Freitagnachmittag. Der zeigt aber: In Köln steht für viele nicht die Angst, sondern die Vorfreude im Mittelpunkt. Die Stimmung ist gut.
Malte macht sich um seine Sicherheit beim CSD keine Sorgen.
Bildquelle: WDR / Andreas PalikMalte sagt dazu: "Die Leute sollten sich keine Gedanken um die Sicherheit machen. Ich finde es schön, wenn alle zusammen kommen. Köln steht für Vielfalt und ich mag das, wenn alle happy sind und sich strahlend in den Armen liegen."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Interviews mit Besucherinnen und Besuchern in der Kölner Innenstadt
*Name auf Wunsch der Protagonistin von der Redaktion geändert.

3 Kommentare
Kommentar 3: Lili schreibt am 06.07.2025, 11:48 Uhr :
Ach so, Sie möchten das Demonstrationsrecht abschaffen?
Antwort von Fantomas , geschrieben am 06.07.2025, 12:08 Uhr :
Wenn es nach mir ginge, JA! Es wird definitiv überstrapaziert (warum z.B. demonstrieren Ausländer hier für/gegen Dinge hier bei uns die ihr Land betreffen. Sollen in das Land gehen dass es betrifft, hier interessiert es keinen und bewirkt auch nichts). und überbewertet. Zudem kostet es Unmengen an Ressourcen (Polizeischutz etc.) und stört das öffentliche Leben. Nochmal, JA, gehört abgeschafft. In anderen Ländern würden die Feiglinge sich das nicht wagen.
Kommentar 2: Fantomas schreibt am 06.07.2025, 10:45 Uhr :
Die sollen in ihren Kellern feiern, aber nicht die Öffentlichkeit behelligen und unnötig Polizeikräfte in Anspruch nehmen, die woanders dringender gebraucht werden. Furchtbar, dieses aggressive Zurschaustellen persönlicher Neigungen. Lasst mich bloß damit in Ruhe. Gehört verboten.
Kommentar 1: Ludger schreibt am 05.07.2025, 17:10 Uhr :
Genau das wollen die Hetzer und Hater - das Menschen weg bleiben. Nur warum sollten wir uns verstecken? Weil rechtsextreme Terror verbreiten? Damit die Gewinnen? Nein, eben deswegen müssen wir sichtbar sein und bleiben. Des weiteren bin ich der Ansicht das Politische Parteien, die in letzter zeit durch mehr Queerfeindlichkeit aufgefallen sind, nix auf dem CSD zu suchen haben! Damit ist nicht nur die AfD gemeint (die will da eh keiner sehen). Ganz wichtig für Besucher: Reist in Gruppen an - nicht alleine!