Zoll sucht Schwarzarbeiter in Barbershops | Aktuelle Stunde
Bildquelle: WDR / Oliver KöhlerWDR. 1 Min. 28 Sek.. Verfügbar bis 26.09.2028.
Bundesweite Kontrollen : Zoll deckt Schwarzarbeit im Rheinland auf
Stand:
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat am Samstag bundesweit Beschäftigte in Kosmetikstudios, Friseursalons und Barbershops überprüft. Bei Kontrollen hat der Zoll nach eigenen Angaben immer wieder Hinweise auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in solchen Betrieben aufgedeckt.
Schon in dem ersten überprüften Barbershop haben die Zollbeamten festgestellt, dass der Betreiber gegen die Pflicht verstößt, die Arbeitsstunden seiner Beschäftigten zu dokumentieren. Dazu ist er aber nach Angaben des Zoll gesetzlich verpflichtet. Der Zoll wird deshalb nun ein Verfahren gegen den Betreiber des Barbershops einleiten.
Barbershops besonders im Fokus des Zolls
In Köln konzentriert sich der Zoll bei seinen Kontrollen an diesem Vormittag auf Barbershops. "Wir beobachten, dass es in solchen Betrieben eine starke Häufung von Verstößen gibt", berichtet Zollsprecher Jens Ahland dem WDR.
Heute sind bundesweit etwa 2.200 Beamte im Einsatz
Bildquelle: WDR / Oliver KöhlerBundesweit waren nach Angaben des Zolls am Samstag etwa 2200 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit bei der Aktion im Einsatz.
Angestellte gibt sich als Tochter aus
Besonderen Eindruck hat die Kontrolle eines Nagelstudios in Troisdorf hinterlassen. Als die Ermittler das Ladenlokal betraten, rief der Inhaber einer Mitarbeiterin zu, sie solle sich als seine Tochter ausgeben. Die junge Frau hatte keine gültige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.
Auch in einem Siegburger Nagelstudio wurde eine 19-Jährge ohne Pass und Aufenthaltstitel angetroffen. Solche Fälle werden vom Zoll an die zuständige Ausländerbehörde übergeben.
Viele Verstöße kommen ans Licht
Insgesamt sind 66 Beschäftigte in 35 Firmen in Köln, Bergisch Gladbach, dem Oberbergischen Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis kontrolliert worden. Dabei sind einige Verdachtsfälle aufgedeckt worden.
In Friseursalons und Kosmetikstudios trifft der Zoll regelmäßig Männer und Frauen an, die offiziell arbeitslos gemeldet sind. In den Betrieben lassen sie sich demnach bar bezahlen, während sie gleichzeitig Arbeitslosengeld oder andere Sozialleistungen beziehen. 11 solcher Verdachtsfälle sind bei der Kontrolle am Samstag aufgenommen worden.
Andere sind nicht wie vorgeschrieben bei der Sozialversicherung angemeldet. Bei 15 Beschäftigten liegen solche konkreten Anhaltspunkte auf Schwarzarbeit vor.
In Kölner Betrieben sind Mitarbeiter angetroffen worden, denen mögicherweise nicht der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird. Außerdem konnten einige kontrollierte Personen keinen Ausweis vorzeigen, in manchen Betrieben wurden Arbeitstunden nicht aufgezeichnet.
Die Überprüfung der Beschäftigten ist für den Zoll meist erst der Anfang für umfangreiche Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter und deren Arbeitgeber.
Unsere Quellen:
- Hauptzollamt Köln
- Beobachtungen des WDR Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Zoll sucht Schwarzarbeiter in Barbershops, 26.09.2026, 13:00 Uhr