Maik Meuser wird Moderator der "Aktuellen Stunde" im WDR Fernsehen.
Bildquelle: WDR/Moritz JansenVon RTL zum WDR : Was Moderator Maik Meuser zur "Aktuellen Stunde" zieht
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Neuer Sender: Zum neuen Jahr wechselt Maik Meuser zum WDR, nachdem er seit bald zwölf Jahren Nachrichtensendungen bei RTL moderiert hat. Im WDR Fernsehen wird er Moderator der "Aktuellen Stunde" und außerdem als Reporter unterwegs sein. Im Interview erzählt Meuser, was ihm bei seiner Arbeit wichtig ist.
"Mein Heimatherz ist groß", sagt Journalist Maik Meuser im WDR-Interview. Auch Köln gehöre da rein. Dort arbeitet er bislang bei RTL im Moderationsteam des "Nachtjournals" und der Hauptnachrichten "RTL aktuell". Ab 2027 gehört er zum Moderationsteam der "Aktuellen Stunde" im WDR Fernsehen.
Der 50-Jährige ist in Köln geboren und im hessischen Idstein aufgewachsen. Der Politologe und Germanist machte während seines Studiums in Mainz und Straßburg Station beim ZDF, SWR und beim HR. Er arbeitete für die Nachrichten bei Arte und machte seine Redakteursausbildung bei der Deutschen Welle in Bonn, Brüssel und Berlin. Heute lebt Meuser mit seiner Familie in Dormagen im Rhein-Kreis Neuss.
Was war der entscheidende Moment, in dem Du gesagt hast: Jetzt wechsle ich zum WDR?
Maik Meuser: Der entscheidende Moment war, als ich das Gefühl hatte: Das Angebot ist so gut, dass ich bereit bin, die fast schon familiäre Situation bei RTL nach zwölf Jahren zu verlassen, weil das, was ab Januar beim WDR kommt, noch besser werden wird.
Was reizt Dich an Deinem neuen Job beim WDR?
Meuser: Ich finde die "Aktuelle Stunde" absolut spannend. Weil sie mich an französische Nachrichtensendungen erinnert - von TF1 und France 2. Sie sind ein bisschen länger und gehen mehr in die Tiefe. Auch bei den Interviews ist viel Platz, um wirklich was rauszukitzeln.
Maik Meuser beim RTL-Spendenmarathon 2024
Bildquelle: picture alliance / Sven Simon / Malte OssowskiAußerdem gibt es beim WDR tolle Reportagen, tolle Reporterinnen und Reporter. Ich werde ja über die "Aktuelle Stunde" hinaus auch ab und zu "WDR aktuell" moderieren und darf für den WDR eigene Dokumentationen realisieren.
Du warst trotz Deiner Tätigkeit als Moderator immer auch als Reporter unterwegs. Wie wichtig ist Dir das?
Meuser: Ich liebe die Arbeit im Studio: das Wichtige des Tages herauszufiltern, herunterzubrechen und so aufzubereiten, dass es möglichst jeder versteht. Aber ich mag es auch sehr, länger an Themen dran zu sein. Ich habe bereits Bücher geschrieben und größere Reportagen gemacht. Ich brauche diese Mischung.
Meistens arbeite ich an konstruktiven Geschichten. "Geschichten des Gelingens" nenne ich das. Da kommt man viel mit Menschen vor Ort in Kontakt. Das ist mir wichtig.
"Ich glaube, dass der konstruktive Journalismus ein großer Hebel ist, um die Menschen wieder zurück zu den Nachrichten zu bringen." Journalist Maik Meuser
Warum braucht es Deiner Ansicht nach auch konstruktiven Journalismus?
Meuser: Weil wir sehr viel über Krisen berichten und die Menschen ein bisschen krisenmüde sind. Dadurch werden sie auch nachrichtenmüde. Ich glaube, dass der konstruktive Journalismus ein großer Hebel ist, um die Menschen wieder zurück zu den Nachrichten zu bringen. Man zeigt ihnen: Hey, es ist nicht nur alles schlimm! Man kann sich engagieren, was besser machen. Das ist auch ein bisschen die Belohnung dafür, dass sich die Zuschauerinnen und Zuschauer all die schlimmen Sachen angucken, die man ja auch verstehen muss.
Wie siehst Du Deine Aufgabe als Nachrichtenmoderator in Zeiten großer Spannungen in der Gesellschaft?
Meuser: Wir müssen die Vielfalt der Perspektiven im Blick behalten. Jeder sollte sich mit den Argumenten und Meinungen der anderen auseinandersetzen. Das versuche ich auch durch Interviews zu ermöglichen.
Als Journalistinnen und Journalisten haben wir aber auch die Verpflichtung zu überprüfen, ob Argumente faktenbasiert sind. Wenn jemand sagt, es gibt keinen menschengemachten Klimawandel, dann ist das faktisch falsch. Und wir sollten zwar keine Meinung, aber klare Haltung zeigen. Ich sehe uns zum Beispiel als Verfechterinnen und Verfechter der Demokratie.
Du bist in Köln geboren, in Hessen aufgewachsen, hast schon an vielen Orten im In- und Ausland gewohnt und lebst nun seit elf Jahren in Dormagen. Was ist für Dich Heimat?
Meuser: Heimat ist da, wo die Menschen sind, die ich liebe und brauche, und wo ich mich verstanden fühle. Mein Heimatherz ist groß. Da passen viele Orte rein. In Dormagen lebe ich mit meiner Frau und unseren drei Kindern. Ich mag die Menschen um mich herum. Ich mag es, mit meinem Hund am Rhein spazieren zu gehen.
Auch Köln ist wirklich Heimat. Hier arbeite ich schon seit Langem. Außerdem empfinde ich den Taunus bei meinen Eltern und Freunden als Heimat. Und auch wenn ich Freunde in Straßburg besuche, wo ich früher studiert und dann bei Arte gearbeitet habe, habe ich ein Gefühl von Heimat.
Vor allem bin ich ein überzeugter Europäer. Das liegt einfach daran, dass ich sehr frankophil bin. Früher hat sich Europa bis aufs Blut bekämpft. Heute ist es ein einzigartiges Friedensprojekt. Dabei spielt Nordrhein-Westfalen übrigens eine große Rolle.
Wenn Du künftig noch mehr als bislang in NRW unterwegs sein wirst - worauf freust Du Dich da am meisten?
Meuser: NRW hat im Laufe der Jahrzehnte tiefgreifende gesellschaftliche und strukturelle Wandlungen hinter sich. Ich stand zum Beispiel mal auf der Zeche Zollverein in Essen und fand diese Entwicklung von einem Bergwerk zu einer Kulturstätte total spannend.
Die Zeche Zollverein in Essen steht exemplarisch für den Strukturwandel in NRW.
Bildquelle: WDR / picture alliance / Rupert OberhäuserWir leben in einer Zeit der krassen Umbrüche, das macht sich natürlich auch in NRW bemerkbar. Im Wandel stecken aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen! Darauf freue ich mich tatsächlich sehr: diese Chancen in den Blick zu nehmen und darüber zu berichten.
Das Interview wurde geführt von WDR-Reporter Jörn Seidel.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Maik Meuser
- WDR-Pressemitteilung zu Maik Meuser und Martin von Mauschwitz
- Informationen von maikmeuser.de
Sendung: WDR.de, Maik Meuser wird Moderator beim WDR, 26.09.2026, 5:38 Uhr
