Gewässer wegen Hitze im Stress - So warm sind Flüsse und Seen
Bildquelle: WDR/IMAGOWDR. 02:28 Min.. Verfügbar bis 16.07.2028.
Wegen Überhitzung : Großes Fischsterben im Münsterland erwartet
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Wenn die Temperaturen hoch bleiben und es weiterhin nicht regnet, könnten etliche Fische wegen Überhitzung verenden. Besonders betroffen sind flache Stillgewässer und aufgestaute Flüsse im Münsterland, vor allem die Stever und die Werse.
Ab 29 Grad ist für viele heimische Fische Schluss. Sie sterben trotz guter Sauerstoffversorgung - und zwar durch Überhitzung.
Im Fischereiverband NRW machen sich die Experten Sorgen um die heimischen Fischbestände. "Besonders betroffen sind große Hechte und Bachforellen", sagt Fischwirtschaftsmeister Till Seume vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe.
Problemfall Stever
Unterwegs an der Stever bei Lüdinghausen wird deutlich, was das Problem verschlimmert: Wehre. Dort, wo das Fließgewässer aufgestaut wird, erhitzt es sich noch schneller. Weil wegen der trockenen Witterung zudem Niedrigwasser herrscht, wird aus der Stever zwischen den Wehren ein stehender, flacher Tümpel.
Denn das wenige Wasser schafft es nicht über das Wehr. Dahinter: knapp 30 Zentimeter Wasserstand - und viele Fische, die dort gefangen sind.
Auf sie wartet der Tod
Wenn es nicht in den nächsten Tagen regnet oder abkühlt, sondern wieder so heiß wird wie zuletzt, dann wartet auf die Fische hier der Tod. "Die Sauerstoffsättigung ist gut," sagt Olaf Niepagenkemper, Biologe beim Fischereiverband NRW. "Die Wassertemperatur hat knapp 26 Grad. Das ist noch in Ordnung. Aber die Wetteraussichten verheißen nichts Gutes."
Nachts zu warm
Dass sich in diesem Sommer die Gewässer so extrem aufheizen, ist ein neues Phänomen. Warm war es in früheren Sommern auch schon. Jetzt aber waren auch die Nächte noch heiß.
Wenn sich dann auch noch die Algen vermehren und nachts Sauerstoff verbrauchen, wird die Situation für die Fische noch kritischer. Im Bonner Rheinauensee waren Anfang Juli Hechte wegen der Hitze verendet, auch in einem Altarm des Dortmund-Ems-Kanals bei Olfen starben etliche Hechte.
Eingewanderte Arten vertragen Hitze besser
Welse haben mit der Erwärmung weniger Probleme. Auch die Schwarzmeer-Grundel, die sich hier ausbreitet, kommt mit hohen Temperaturen besser zurecht.
"Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich mit dem Klimawandel der Fischbestand in unseren Gewässern grundlegend ändert." Olaf Niepagenkemper, Fischereiverband NRW
Derzeit bedienen sich noch Reiher und Störche an dem gedeckten Tisch an der gestauten Stever. Aber wenn die dort festsitzenden Fische weg sind und irgendwann auch kleinere Wasserorganismen an Überhitzung sterben, haben Wasservögel wie der Eisvogel ein Riesenproblem.
Unsere Quellen:
- Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK)
- Olaf Niepagenkemper, Fischereiverband NRW
- Till Seume, Landesfischereiverband Westfalen und Lippe
Sendung: WDR.de, Wegen Überhitzung: Großes Fischsterben im Münsterland erwartet, 16.07.2026, 12:36 Uhr
