Wasser zu warm: Fischsterben in Bonner Rheinauensee

WDR 00:29 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

Zu wenig Sauerstoff im Bonner Rheinauensee Hechte sterben den Hitzetod

Stand:

In der Bonner Rheinaue haben Spaziergänger in den vergangenen Tagen mehrere verendete Hechte entdeckt. Der Grund für das Fischsterben: Die andauernde Hitzeperiode.

Von Christoph Hensgen

Durch die Rekordtemperaturen der letzten Tage hat sich das Wasser im Rheinauensee aufgeheizt; gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt.

Warmes Wasser, niedriger Sauerstoffgehalt

Besonders größere Raubfische wie Hechte, deren Stoffwechsel unter diesen Umständen zunimmt, geraten dadurch unter erheblichen Stress. Das führt zu einer erhöhten Sterblichkeit.

Ein verendeter Hecht treibt im Wasser des Bonner Rheinauensees.

Warmes Wasser, niedriger Sauerstoffgehalt: Das führt besonders bei Hechten zu einer erhöhten Sterblichkeit.

"Der See hat trotz der großen Wasserfläche von 12,5 Hektar nur eine maximale Tiefe von dreieinhalb Metern", erklärt Andrea Schulte vom Presseamt der Stadt Bonn. "Somit gibt es kein kühles Tiefenwasser."

Algen wachsen unter diesen Bedingungen schnell

Warmes Wasser könne Sauerstoff nicht so gut halten wie kühles. Zudem würden unter diesen Bedingungen einzellige Algen sehr schnell wachsen. "Die verbrauchen vor allem nachts viel Sauerstoff", so Schulte.

Die daraus resultierende besonders geringe Sauerstoffsättigung im Wasser des Rheinauen-Sees ist für Fische, besonders für die Hechte, eine enorme Belastung.

Umwälzpumpen reichern Wasser mit Sauerstoff an

Die Stadt hat bereits in der vergangenen Woche Umwälzpumpen in Betrieb genommen, die das Wasser tagsüber mit Sauerstoff anreichern. "Nachts wird außerdem der Kühlwasserrücklauf aus dem Posttower in den See gepumpt. Das unterstützt die Abkühlung und füllt den See, der durch die Hitze große Mengen Wasser verdunstet, wieder auf", erklärt Andrea Schulte.

Die Stadt werde die Situation am Rheinauensee weiterhin genau beobachten. Die aktuelle Lage sei jedoch nicht mit dem Fischsterben vor der Seesanierung im Jahr 2022 zu vergleichen. Damals wurde der See vollständig abgelassen, um Sand und Schlamm zu entfernen.

Fütterungsverbot beachten

In diesem Zusammenhang macht die Stadt noch einmal auf das Fütterungsverbot aufmerksam. Der Kot von Wasservögeln sowie Essensreste, die auf den Seegrund sinken, sind die Hauptursache für Algenwuchs.

Unsere Quellen:

  • Stadt Bonn
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Die Hitzeperiode trifft auch die Fische in der Bonner Rheinaue, 01.07.26, xx:xx Uhr

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