Archivbild: Jens Spahn bei Caren Miosga im April
Bildquelle: IMAGO/HMB-Media/Uwe Koch"Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen", schreibt Spahn in einem am Donnerstag versandten Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Ich wollte eine schwierige Debatte vermeiden, auch zum Schutz meiner werdenden Familie - und habe damit am Ende eine sehr viel schwierigere Debatte ausgelöst."
Das sei falsch gewesen und er bedaure dies zutiefst, schreibt der CDU-Politiker, der jetzt für die Unionsfraktion im Haushaltsausschuss des Bundestages sitzt. "Die Konsequenzen habe ich gezogen und meine politischen Ämter in Fraktion und Partei zur Verfügung gestellt", heißt es in dem Brief an die rund 2.500 CDU-Mitglieder seines Wahlkreises in Steinfurt/Borken mit Blick auf seinen Rücktritt als CDU/CSU-Fraktionschef.
Spahn hatte Debatte um Leihmutterschaft ausgelöst
Zusammen mit seinem Mann hatte Spahn in den USA eine Leihmutterschaft genutzt, um Eltern zu werden. Ihm wurde auch innerhalb der CDU vorgeworfen, dass er selbst zu diesem Thema früher eine andere Meinung vertreten und das in Deutschland geltende Verbot der Leihmutterschaft umgangen habe, für das sich auch die CDU einsetzt. Das hatte eine kontroverse Debatte in Deutschland ausgelöst.
Spahn schreibt an die Parteimitglieder:
"Vor allem aber habe ich durch den Widerspruch zwischen meiner früher öffentlich vertretenen Haltung und meiner persönlichen Entscheidung Vertrauen enttäuscht. Dafür möchte ich Sie um Entschuldigung bitten." Jens Spahn
Unsere Quelle:
- Nachrichtenagentur Reuters
Sendung: WDR.de, Spahns Entschuldigung an Parteimitglieder, 10.09.2026, 10:35 Uhr.