Eine Regenbogenflagge die im Wind weht.

Mit Rikschas für Vielfalt Neukirchen-Vluyn feiert Christopher Street Day

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Inklusive Rikschas bereichern den 5. CSD in Neukirchen-Vluyn. Überschattet wird die Feier jedoch von massiver Hetze im Netz.

Mitradeln statt nur zuschauen: Wenn sich heute (29.08.) der Demonstrationszug des 5. Christopher Street Days in Neukirchen-Vluyn in Bewegung setzt, sind auch fünf besondere Gefährte dabei. Das Projekt "Radeln ohne Alter", das kürzlich für den NRW-Engagementpreis nominiert wurde, stellt inklusive Rikschas zur Verfügung.

Ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten steuern die Fahrräder und bieten so auf zehn Plätzen Seniorinnen, Senioren und Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, die Möglichkeit, barrierefrei an der Festparade teilzunehmen. Für das Organisationsteam um die Grünen-Politiker Karin Fetzer und Christian Pelikan sowie Rüdiger Eichholtz vom Verein "Kulturprojekte Niederrhein e.V. sind die Rikschas ein zentrales Symbol der Veranstaltung: "Sie machen es möglich, dass Menschen Teil der Gemeinschaft werden, die sonst vielleicht nicht hätten kommen können".

Erstmals mit Festwagen durch "Neuqueerchen-Vluyn"

Der CSD, der in der Stadt inzwischen liebevoll "Neuqueerchen-Vluyn" genannt wird, wächst kontinuierlich. Nach über 500 Teilnehmenden im Vorjahr startet die Demo dieses Mal um 14 Uhr an der Bergmann-Skulptur im Wohngebiet Niederberg. Eine Neuerung zum kleinen Jubiläum: Ein von einem Traktor gezogener und bunt geschmückter Festwagen der Karnevalsgesellschaft Blau-Weisse Funken führt den Zug an, der sich in langsamem Tempo über die Niederrheinallee bewegt.

Ab 15 Uhr findet auf dem Vluyner Platz die Abschlusskundgebung statt. Drag-Queen Fiona Fabolous moderiert eine Podiumsdiskussion, die Weseler Band "Coloursounds" sorgt für Live-Musik. Begleitet wird das Programm von über zehn Infoständen lokaler Akteure, Parteien und Netzwerke. Als Gast wird zudem Patrick Müller-Kampa vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg in seiner Heimatstadt erwartet. Schirmherren der Veranstaltung sind Bürgermeister Dirk Schauenberg und NRW-Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur.

Hasskommentare nach Flaggenhissung am Rathaus

Trotz des breiten Rückhalts aus der Stadtgesellschaft und von zahlreichen Sponsoren ist die Stimmung im Vorfeld getrübt. Zu Beginn der Woche hatten Bürgermeister Schauenberg und das CSD-Team die Regenbogenflagge vor dem Rathaus gehisst - als sichtbares Zeichen für Freiheit und gegen Ausgrenzung.

Auf der Facebook-Seite der Stadt löste die Aktion eine Flut von über 320 Kommentaren aus. Laut Verwaltung entsprach die Mehrheit nicht den eigenen demokratischen Werten. Die Stadt reagierte umgehend, zeigte sich "schockiert" und schaltete die Kommentarfunktion auf Facebook und Instagram ab. Mehrere Beiträge wurden gelöscht und gemeldet. Im kommenden Jahr will die Verwaltung Kommentarspalten zum CSD gar nicht erst öffnen.

Auch Mitorganisator Christian Pelikan war angesichts der Hetze entsetzt. Besonders nach dem jüngsten Anschlag auf queeres Leben beim Berliner CSD habe er auf mehr Sensibilität gehofft. Um die Sicherheit aller Teilnehmenden zu gewährleisten, wird die Polizei die Demonstration in Neukirchen-Vluyn absichern.

Neukirchen-Vluyn feiert 5. Christopher Street Day

WDR 28.08.2026 35 Sek. Verfügbar bis 27.08.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Radeln ohne Alter (RoA) in Neukirchen-Vluyn
  • Stadt Neukirchen-Vluyn
  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Neukirchen-Vluyn
  • Kulturprojekte Niederrhein e.V

Sendung: WDR.de, Neukirchen-Vluyn feiert 5. Christopher Street Day, 29.08.2026, 6:02 Uhr

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