Erkrankter Lehrer auf zwei Schulleitungsposten am Niederrhein

Lokalzeit aus Duisburg 16.09.2025 29:19 Min. Verfügbar bis 16.09.2027 WDR Von Christian Zens

Erkrankter Lehrer auf zwei Schulleitungsposten in Wesel und Emmerich

Stand:

Der Schulleiter des Willibrord-Gymnasiums in Emmerich ist seit fünf Jahren krankgeschrieben. Vor eineinhalb Jahren wurde er zudem Schulleiter des Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasiums - war aber noch nie dort.

Wenn Lehrkräfte krank sind, müssen sie ab dem vierten Krankheitstag ein Attest vorlegen. "Nach längeren Krankheitszeiten folgen Präventionsgespräche und bei anhaltender Dienstunfähigkeit wird der Amtsarzt eingeschaltet", erklärt Vanessa Nolte von der Bezirksregierung Düsseldorf.

Neue Schulleiterstelle zur Wiedereingliederung

Der Emmericher Schulleiter, der mittlerweile schon über 60 Jahre alt ist, sei laut Bezirksregierung mehrfach amtsärztlich untersucht worden. Dass er als Schulleiter an das Gymnasium in Wesel abgeordnet wurde, sei mit dem Ziel passiert, "die Genesung des Schulleiters zu unterstützen und durch einen wohnortnäheren Einsatz eine Wiedereingliederung zu ermöglichen."

Von Beginn an sei klar gewesen, dass es sich um eine Übergangslösung handeln sollte. Andreas Bartsch, Präsident des Lehrerverbands, erklärt: "Das ist eine gute Gelegenheit, jemanden wieder in den Job zurückzuholen." Zum Antritt der neuen Position sei es aber nicht gekommen.

Kommissarische Leitungen an beiden Schulen

Um das Fehlen des Schulleiters aufzufangen, seien an beiden Schulen in Emmerich und Wesel kommissarische Leitungen eingesetzt worden. "Eltern und Schüler müssen sich keine Sorgen machen: Die Schulen haben Schulleiter", so Andreas Bartsch. Er vermutet, dass diese beiden Lehrkräfte die Schulleitungsstellen dann auch bei einer Stellenausschreibung besetzen würden. Über den Sachverhalt hatte die "Rheinische Post" zuerst berichtet.

Ähnlicher Fall einer krankgeschriebenen Lehrkraft aus Wesel

Dies ist bereits der zweite Fall einer länger krankgeschriebenen Lehrkraft in Wesel. Vor wenigen Wochen wurde der Fall einer Lehrerin des Berufkollegs Wesel bekannt, die 16 Jahre lang krankgeschrieben war.

Laut der Düsseldorfer Bezirksregierung seien die beiden Fälle aber nicht vergleichbar. "Die Bezirksregierung hat den Fall von Beginn an aktiv bearbeitet. Es wurden mehrfach amtsärztliche Untersuchungen veranlasst, die Ergebnisse sind jeweils in die weiteren Entscheidungen eingeflossen. Das zeigt den wesentlichen Unterschied", heißt es auf WDR-Anfrage.

Lange Krankschreibungen sind kein Einzelfall

Laut der Bezirksregierung haben in NRW im vergangenen Jahr rund 9800 Lehrkräfte 31 Tage oder mehr krankheitsbedingt gefehlt. Das entspreche etwa fünf Prozent der Beamtinnen und Beamten und rund drei Prozent der Tarifbeschäftigten im Schuldienst.

Unsere Quellen:

  • Bezirksregierung Düsseldorf
  • Interview mit Andreas Bartsch, Präsident des Lehrerverbands

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