Rauch verdunkelt den Himmel wegen des Waldbrands im Hürtgenwald

NRW hat Rauch in der Nase Was für ein Waldbrandtag!

Stand:

Hunderte Einsatzkräfte bekämpfen aktuell Brände in NRW. Selbst dort, wo es nicht brannte, roch es am Freitag nach Rauch.

Von Christoph Wegener

Abwarten und hoffen. Mehr konnten Manuela Maus-Mutscher und die anderen Bewohner von Hürtgenwald-Gey am Freitagabend nicht tun. Flammen fressen sich durch den Wald, kommen ihrem Heimatort immer näher.

Gey wurde evakuiert, die Feuerwehr versucht das Feuer von den Häusern fernzuhalten. Manuela Maus-Mutscher ist mit ihrer Familie in einem Hotel untergekommen. Aus der Ferne sehen sie den Rauch aufsteigen.

Luftbildaufnahme des Kreis Düren

Der Brand im Hürtgenwald aus der Luft

Bildquelle: Kreis Düren
Manuela Maus-Mutscher muss wegen des Brandes im Hürtgenwald ins Hotel
Wir haben Angst und wissen nicht, wie es weitergeht. Ich stelle mir immer wieder die Frage: Habe ich in ein paar Tagen noch mein Haus? Manuela Maus-Mutscher, Einwohnerin von Hürtgenwald-Gey

Waldbrände halten NRW in Atem

Die Menschen, die in Hürtgenwald-Gey leben, sind voller Sorge. Die Unsicherheit ist für sie kaum auszuhalten. Wie verheerend Waldbrände aktuell in NRW wüten, wird aber selbst den Menschen klar, die gar nicht direkt betroffen sind.

Sogar in Bonn kann man sehen, wie Flammen 63 Kilometer entfernt in Hürtgenwald lodern. Vielerorts liegt Brandgeruch in der Luft und Rauchschwaden bedecken den Himmel. Unter anderem in Bochum meldete die Warn-App NINA „Geruchsbelästigung im Stadtgebiet“ - obwohl es in der Nähe gar nicht brennt.

Der Brand im Hürtgenwald/Kreis Düren ist 63 Kilometer weiter vom Petersberg bei Köngiswinter zu sehen

Der Brand im Hürtgenwald ist 63 Kilometer weiter vom Petersberg bei Köngiswinter zu sehen.

Bildquelle: IMAGO/Marc John

Die Warnung wurde inzwischen wieder aufgehoben. Doch die Brände sind für viele Menschen allgegenwärtig. Und das Risiko, dass neue Feuer ausbrechen, bleibt wegen der Trockenheit und Hitze hoch.

"Wichtig ist, dass die Menschen bitte aus den Wäldern rausbleiben, egal, ob es schon brennt oder nicht", appellierte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen im WDR-Interview.

Riesiger Waldbrand in der Eifel

Am stärksten betroffen ist aktuell Hürtgenwald, die Heimat von Manuela Maus-Mutscher und rund 2000 anderen Menschen. Dort wütet im Moment der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.

Eindrücke und Bilder von vor Ort

Die wichtigsten Bilder zum Waldbrand in Hürtgenwald im Kreis Düren.

Dichter Rauch eines Waldbrands im Hürtgenwald zieht über den Ortsteil Gey

Dichter Rauch eines Waldbrands im Hürtgenwald zieht über den Ortsteil Gey (Aufnahme mit Drohne). Am frühen Morgen hat die Evakuierung des Ortsteils begonnen, rund 2.000 Menschen sind betroffen.

Der Brand im Hürtgenwald breitet sich hinter der Ortschaft Birgel aus

Hier breitet sich der Brand im Hürtgenwald im Kreis Düren hinter der Ortschaft Birgel mit der Pfarrkirche Sankt Martinus aus. Viele Städte und Kreise warnen die Bürger vor Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag.

Helikopter fliegen an, um Wasser in Löschwasser-Außenlastbehältern zum Einsatz beim Waldbrand im Hürtgenwald aufzunehmen

Zahlreiche Helikopter fliegen an, um Wasser in Löschwasser-Außenlastbehältern zum Einsatz beim Waldbrand aufzunehmen.

Polizisten sind im Einsatz beim Waldbrand im Hürtgenwald

Auch am Boden sind Polizisten im Einsatz, um die Abläufe reibungslos sicherzustellen. Ähnlich wie Gaffer bei Verkehrsunfällen, fahren Menschen in die Brandregion, um Brände und Löscheinsätze zu sehen und zu filmen.

Flammen lodern bei einem Waldbrand im Hürtgenwald

Die Flammen griffen mittlerweile auf mindestens 200 Hektar Wald über - hier unweit des Ortsteils Gey. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes NRW.

Helikopter der Polizei mit Wasser in einem Löschwasser-Außenlastbehälter beim Waldbrand im Hürtgenwald

Die Helikopter der Polizei transportieren Wasser in speziellen Löschwasser-Außenlastbehälter direkt zum Einsatzort und lassen es im Flug über dem Brand ab.

Ein Traktor zieht auf einem Feld mit einem Pflug eine Schneise gegen das Feuer, beim Kampf gegen den Waldbrand im Hürtgenwald

Ein Landwirt zieht mit seinem Traktor und dem Pflug auf einem Feld eine Schneise, sodass das Feuer nicht weiter übergreifen kann. Eine Praxis, die sich bei vergangenen Bränden bewährt hat.

Ein Helikopter der Bundespolizei nimmt Wasser neben Feuerwehrfahrzeugen auf beim Brand im Hürtgenwald

Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr sind für die Löscharbeiten im Einsatz.

Räumpanzer der Bundeswehr stehen zum Einsatz beim Brand im Hürtgenwald

Räumpanzer der Bundeswehr stehen zum Einsatz beim Waldbrand bereit, um die Polizei und Feuerwehr zu unterstützen. Alte Weltkriegsmunition im Wald bereiten den Einsatzkräften Sorge.

Helikopter mit Löschwasser-Außenlastbehälter beim Waldbrand im Hürtgenwald vor einem Turm

Der Fernmeldeturm Großhau bei Hürtgenwald verschwindet hinter den Rauchwolken des Brandes.

Dichter Rauch eines Waldbrands im Hürtgenwald zieht über den Ortsteil Gey (Aufnahme mit Drohne). Am frühen Morgen hat die Evakuierung des Ortsteils begonnen, rund 2.000 Menschen sind betroffen.

Hier breitet sich der Brand im Hürtgenwald im Kreis Düren hinter der Ortschaft Birgel mit der Pfarrkirche Sankt Martinus aus. Viele Städte und Kreise warnen die Bürger vor Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag.

Zahlreiche Helikopter fliegen an, um Wasser in Löschwasser-Außenlastbehältern zum Einsatz beim Waldbrand aufzunehmen.

Auch am Boden sind Polizisten im Einsatz, um die Abläufe reibungslos sicherzustellen. Ähnlich wie Gaffer bei Verkehrsunfällen, fahren Menschen in die Brandregion, um Brände und Löscheinsätze zu sehen und zu filmen.

Die Flammen griffen mittlerweile auf mindestens 200 Hektar Wald über - hier unweit des Ortsteils Gey. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes NRW.

Die Helikopter der Polizei transportieren Wasser in speziellen Löschwasser-Außenlastbehälter direkt zum Einsatzort und lassen es im Flug über dem Brand ab.

Ein Landwirt zieht mit seinem Traktor und dem Pflug auf einem Feld eine Schneise, sodass das Feuer nicht weiter übergreifen kann. Eine Praxis, die sich bei vergangenen Bränden bewährt hat.

Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr sind für die Löscharbeiten im Einsatz.

Räumpanzer der Bundeswehr stehen zum Einsatz beim Waldbrand bereit, um die Polizei und Feuerwehr zu unterstützen. Alte Weltkriegsmunition im Wald bereiten den Einsatzkräften Sorge.

Der Fernmeldeturm Großhau bei Hürtgenwald verschwindet hinter den Rauchwolken des Brandes.

An einigen Stellen konnte der Brand inzwischen zwar eingedämmt werden, dennoch sei die Lage „dynamisch und die Löscharbeiten halten an“, teilt der Kreis Düren auf Facebook mit. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Bewohner des Ortes Gey auch in der Nacht nicht zurück in ihre Wohnungen und Häuser.

Was für ein Waldbrandtag!

WDR 15.08.2026 01:13 Min. Verfügbar bis 14.08.2028 WDR Online

Download

Der Brand ist nur noch 100 Meter von Gey entfernt, berichtet ein WDR-Reporter vor Ort am Freitagabend. Die Einsatzkräfte bringt das Feuer an ihre körperlichen Grenzen. Sie wechseln sich im Zwölf-Stunden-Rhythmus ab, um die Flammen zurückzudrängen. Während die einen mit Atemmasken und Schläuchen gegen den Brand kämpfen, versuchen die anderen etwas Kraft zu tanken.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr machen kurz Pause beim Waldbrand im Hürtgenwald

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr machen kurz Pause beim Waldbrand im Hürtgenwald.

Bildquelle: dpa/Harald Tittel

Kraft werden die Feuerwehrkräfte auch brauchen, denn ein Ende ihres Einsatzes ist noch längst nicht absehbar. Nach aktueller Einschätzung werden die Löscharbeiten in Hürtgenwald mindestens bis Montag dauern.

Feuer in Sonsbeck breitet sich aus

Auch nahe der Ortschaft Sonsbeck-Labbeck hält ein Feuer die Einsatzkräfte in Atem. Gegen 21 Uhr teilte die Feuerwehr dem WDR mit, dass sich der Brand massiv ausgebreitet hat und inzwischen gut 45.000 Quadratmeter Wald betroffen sind.

Ein leerstehendes Gebäude musste aufgegeben werden. Das Feuer bedroht weiterhin ein Gehöft. Pferde und Bewohner seien bereits in Sicherheit gebracht worden. 150 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Wesel sind vor Ort.

Wegen der starken Rauchentwicklung ist die Bevölkerung aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen abzustellen, meldet die Warn-App NINA.

Feuerwehr muss weitere Brände löschen

Am Freitag flammten auch anderorts in NRW immer wieder Brände auf. Ein Feuer in Engelskirchen-Ründeroth konnte inzwischen gelöscht werden, teilt die Feuerwehr dem WDR mit. Hier waren rund 200 Quadratmeter Waldfläche betroffen, 80 Feuerwehrkräfte waren zwischenzeitlich im Einsatz.

In Marsberg brannte ein Waldfläche von 100 Hektar nieder. Die Feuer am Möhnesee und bei Sundern-Stemel sind zwar laut Feuerwehr unter Kontrolle, aber noch nicht komplett gelöscht. Die Nachlöscharbeiten werden wohl noch Tage dauern.

Hinzu kommen zahlreiche kleinere Brände. So hatte zum Beispiel am Freitagmittag ein Stoppelfeld in Essen-Leithe Feuer gefangen. Es konnte allerdings schnell gelöscht werden. Gleiches galt für einen Brand in Sprockhövel, wo sich Flammen auf einer Wiese ausbreiteten.

Auch in Belgien brennt es

Rund 45 Kilometer vom Großbrand in Hürtgenwald entfernt, steigen ebenfalls dichte Rauchwolken in den Himmel. Im Hohen Venn in Belgien breitet sich ein Brand rasend schnell aus, wie belgische Medien am Freitagabend berichten. Die Rede ist von gut 100 Hektar Wald, die in Flammen stehen.

 Blick auf die Rauchentwicklung hinter Windrädern durch den Waldbrand im Hohen Venn

Der Brand im Hohen Venn ist weit sichtbar

Bildquelle: Thomas Banneyer/dpa

Die riesigen Rauchwolken, die dort aufsteigen, sind kilometerweit bis nach Monschau und Simmerath zu sehen. Auch wenn keine Gefahr für die Menschen besteht, wird ihnen erschreckend deutlich vor Augen geführt, wie kritisch die Lage aktuell ist.

Waldbrandgefahr am Wochenende

Entspannung ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes besteht in vielen Regionen in NRW am Samstag und Sonntag mittlere Gefahr und stellenweise sogar hohe Waldbrandgefahr.

Überall bittet die Feuerwehr dringend darum, kein offenes Feuer in Wald- und Grünflächen zu entzünden, keine glimmenden Zigaretten in die Natur werfen und Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abzustellen. Es gibt schließlich schon genug Feuer, die aktuell in NRW wüten.

Unsere Quellen:

  • Kreis Düren
  • Feuerwehren vor Ort beim Hürtgenwald
  • Beobachtungen der WDR-Reporter vor Ort
  • Feuerwehr Oberbergischer Kreis
  • Feuerwehr Essen
  • Feuerwehr Sprockhövel
  • Deutscher Wetterdienst
  • Warn-App NINA

Sendung: wdr.de, Was für ein Waldbrandtag!, 14.08.2026, 23:18 Uhr

Weitere Beiträge aus NRW

1 / 2