Wasser aus dem Garten

Belasten private Brunnen das Grundwasser in NRW?

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Eine neue Hitzewelle schlägt ein, und Kleingärtner bangen: Kommt wieder ein Bewässerungsverbot? Es könnte eine Lösung geben.

In vielen Kommunen darf man seit Ende Juli wieder Rasen sprengen, aber die Lage ist weiterhin angespannt. Es gibt aber einen Weg, den eigenen Garten auch in starken Trockenperioden zu wässern: einen privaten Grundwasserbrunnen.

Was sind Grundwasserbrunnen?

Ein Bohrloch, ein Filterrohr, eine Pumpe. Für 3.000 bis 6.000 Euro kann so ein eigener Zugang zum Grundwasser angelegt werden. Die Unabhängigkeit vom Wassernetz ist sehr beliebt. Schätzungsweise gibt es in Deutschland etwa 700.000 private Brunnen. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Was spricht dafür?

Grundwasser in Deutschland hat in der Regel eine sehr gute Qualität. Es sollte zwar nicht getrunken werden, aber fürs Gießen und sogar für den Pool reicht die Qualität meistens aus. Außerdem kostet das Wasser aus dem Boden nichts oder nur sehr wenig. Je nach Verbrauch rentiert sich die Anschaffung also nach ein paar Jahren. Und durch die Unabhängigkeit vom Wassernetz ist man auch von Wassersparmaßnahmen nicht betroffen: Man kann also trotz Bewässerungsverbot weiter seinen Rasen sprengen, so viel man will.

"Ein dauerhaft sinkender Grundwasserspiegel kann zu Problemen bei der Trink- und Brauchwasserförderung führen. Das kann zum Beispiel Auswirkungen auf die Qualität des Grundwassers haben. Stark schwankende Grundwasserspiegel können zudem auch zu Schäden an Bauwerken führen." Untere Wasserbehörde Kreis Lippe

Was spricht dagegen?

Aber genau diese unkontrollierte Entnahme wird kritisiert, denn tatsächlich sinkt in Deutschland der Grundwasserspiegel. Eine Folge der Klimakrise. Durch die enorme Trockenheit wird das Grundwasser außerdem übernutzt. Das bedeutet: Es wird mehr Grundwasser entnommen, als neu gebildet wird. In NRW ist das besonders im Braunkohlerevier Rhein-Ruhr und in Ostwestfalen-Lippe der Fall. Der BUND fordert deshalb bessere Kontrolle über die Grundwasserentnahme. Zurzeit wird kaum überprüft, an welchen Stellen wie viel Wasser aus dem Boden gepumpt wird. Es gibt in NRW auch keine gesetzlich festgelegte Menge.

Grundwasserstress in Deutschland

Jeder zweite Landkreis in Deutschland ist von Grundwasserstress betroffen, hier wird also 20 Prozent mehr Wasser entnommen, als über Regen zum Beispiel neu gewonnen wird. Gleichzeitig wird noch sehr luxuriös mit dem verfügbaren Wasser umgegangen, beispielsweise wenn Toiletten mit Trinkwasser gespült werden. Diesen Luxus könne sich Deutschland nicht mehr lange leisten, warnen Naturschützer.

Trockenperioden führen zu weniger Neubildung im Grundwasser. | Bildquelle: imago images/Han Huebner / Fotograf: Jan Huebner/Vogler via www.imago-images.de

Mehr als zwei Drittel des Trinkwassers werden aus Grundwasser gewonnen. Private Brunnen fördern aber meistens nur aus dem oberen Grundwasserstockwerk in 12 bis 14 Metern Tiefe. Dort sammelt sich versickertes Regenwasser. Die tatsächliche Trinkwasserförderung findet in der Regel deutlich tiefer statt: etwa 120 Meter unter der Oberfläche. So ist sie kaum von Gartenbrunnen betroffen.

Industrieller Wasserverbrauch deutlich höher

Das meiste Wasser im nicht-öffentlichen Bereich, also abgesehen von der Trinkwasserförderung, wird im Bergbau entnommen. Das liegt daran, dass der Grundwasserspiegel für den Rohstoffabbau oft aktiv gesenkt wird, um die Schächte trocken zu halten. Ein weiterer Großverbraucher ist die Industrie: Chemiekonzerne, Metall- und Papierhersteller. Erst an dritter Stelle kommt die Landwirtschaft. Private Brunnen machen nur einen sehr kleinen Teil der Entnahmen aus und belasten den Grundwasserspiegel kaum.

"Meiner Ansicht nach sind die Entnahmemengen für den häuslichen Gebrauch derzeit gering, sodass von dieser Nutzungsart keine große Wirkung auf den Grundwasserstand zu erwarten ist." Dr. Robert Lütkemeier, Institut für sozial-ökologische Forschung

Wie könnte man das Problem anpacken?

Erst wenn man 3000 Kubikmeter Wasser dem Grundwasser entzieht, muss man dafür zahlen. Fünf Cent pro 1000 Liter - die gleiche Menge Trinkwasser kostet über 2,00 Euro. Der BUND will die Entnahme von Grundwasser über den Preis regulieren. Mit den Einnahmen könnten Schutzmaßnahmen für das Grundwasser finanziert werden. Außerdem würde ein erhöhter Preis auch einen Anreiz schaffen, Grundwasser effizienter zu nutzen.

 

Belasten private Brunnen das Grundwasser in NRW?

Bildquelle: schulzie/Shotshop/picture alliance

WDR 05.08.2026 00:41 Min. Verfügbar bis 05.08.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Untere Wasserbehörde Keis Lippe
  • Landesamt für Natur, Umwelt und Klima
  • BUND
  • Institut für sozial-ökologische Forschung

Sendung: WDR.de, Belasten private Gartenbrunnen das Grundwasser?, 05.08.2026, 15:00 Uhr