Im Zug zwischen Hamm und Bielefeld telefonierte am Dienstagabend ein 54-jähriger Bielefelder nach Ansicht eines anderen Reisenden zu laut. Die beiden stritten sich deswegen, und der Bielefelder beleidigte den 26 Jahre alten Mann aus Halle/ Westfalen und drohte ihm Schläge an.
Bundespolizist wird attackiert
Zufällig saß ein Bundespolizist in diesem Zug. Er hatte eigentlich schon Feierabend, war auf dem Weg nach Hause, trug aber noch seine Uniform und seine Dienstwaffe. Der Polizist versuchte, den Streit zwischen den beiden Reisenden zu schlichten. Die Folge: der alkoholisierte Angreifer schlug ihm mehrmals auf die Hände. Es kam zu einem Gerangel. Der Polizist wollte den Randalierer zu Boden bringen.
Angreifer schnappt nach Waffe
Jetzt eskalierte die Situation fast. Der Bielefelder versuchte, die Waffe des Bundespolizisten aus dem Holster zu reißen. Das misslang, er scheiterte an den Sicherheitsmechanismen.
Mit Hilfe eines anderen Reisenden gelang es dem Bundespolizisten, den 54-jährigen zu fesseln. Am Bahnhof Gütersloh holten ihn weitere Polizisten aus dem Zug. Der türkische Staatsangehörige aus Bielefeld bedrohte sie. Verletzt wurde niemand.
Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß, teilte heute ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin mit.
Jeden Tag Angriffe auf Bahnbeschäftigte und Bundespolizisten in Deutschland
Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Bahnbeschäftigte und Bundespolizisten. Erst Anfang Juli hatte das Bundesinnenministerium nach einer Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch Zahlen genannt: 1.630 Beschäftigte der Bahn und 4.672 Beamte der Bundespolizei sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Opfer von Angriffen geworden. Das sind durchschnittlich 5,5 Attacken pro Tag.
Unsere Quellen:
- Pressestelle Bundespolizeidirektion Sankt Augustin
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 23.09.2026, 15:30 Uhr