Die Gewerkschaftler fordern bessere Bedingungen für die deutschen Zulieferer
Bildquelle: WDR/Marco ZarembaChinesische Konkurrenz : Wie können Autozulieferer in NRW mithalten?
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Die deutsche Autoindustrie steckt im Umbruch. Das bekommen auch Zulieferer in OWL wie der Fahrzeugteilehersteller Benteler zu spüren. Beim bundesweiten Automobilaktionstag der IG Metall haben Gewerkschaft und Betriebsräte am Montag auch in Warburg mehr Investitionen und bessere Bedingungen für die Branche gefordert.
Benteler sei momentan vergleichsweise gut aufgestellt, sagt Gesamtbetriebsratsvorsitzender Torsten Schachten. Das Unternehmen habe Aufträge für Verbrenner, Hybrid- und Elektroautos und arbeite für verschiedene Hersteller. Trotzdem seien Zulieferer stark davon abhängig, wie sich die großen deutschen Autobauer entwickeln.
"Wenn VW, BMW, Audi oder wie sie auch immer heißen, sich nichts einfallen lassen, dann hängen wir mit am Haken." Torsten Schachten, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Benteler
In Warburg arbeiten nach Angaben des Betriebsrats derzeit rund 550 Menschen. 2016/17 waren es noch mehr als 700. Einen großen Teil des Stellenabbaus habe Benteler bereits hinter sich, sagt Schachten. Jetzt gehe es darum, die verbliebenen Arbeitsplätze zu sichern.
Benteler Werk in Warburg
Bildquelle: WDR/Marco ZarembaIG Metall nimmt Politik und Autohersteller in die Pflicht
Die Forderungen des Aktionstages richten sich laut Benteler-Betriebsrat und Gewerkschaft weniger gegen den eigenen Arbeitgeber, als an die großen Autohersteller und die Politik.
Die Gewerkschaft warnt davor, dass immer mehr Zulieferer in Schwierigkeiten geraten könnten, sagt Felix Wagner, Geschäftsführer der IG Metall Paderborn: "Wenn Produktion aus Deutschland verschwindet, geht auf Dauer auch technisches Wissen und Qualität verloren." Von den Autoherstellern seien deshalb mehr Investitionen in Werke, Zulieferer und neue Technologien gefordert.
Von der Politik verlangt die IG Metall unter anderem niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und Unterstützung für Zulieferer beim Umbau. Außerdem fordert sie stärkere europäische Regeln für Hersteller aus dem Ausland.
Benteler fertigt am Standort in Warburg Autoteile
Bildquelle: WDR/Marco ZarembaKonkurrenz aus China beschäftigt Betriebsrat
Vor allem der Wettbewerb mit chinesischen Herstellern beschäftigt den Betriebsrat. Schachten sieht deutsche Unternehmen dabei im Nachteil, unter anderem weil chinesische Hersteller staatlich unterstützt würden.
"Wir rennen gegen China im 100-Meter-Lauf, aber die fangen schon bei 70 Meter an und wir müssen erst noch vorne anfangen zu rennen." Torsten Schachten, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Benteler
Die IG Metall fordert deshalb stärkere europäische Regeln. Wer Autos in Europa verkaufe, solle nach Vorstellung der Gewerkschaft auch einen größeren Teil davon hier produzieren beziehungsweise produzieren lassen. Bei Stahl gebe es auf EU-Ebene bereits Schutzmaßnahmen. Davon solle es mehr geben.
Aktionen an vielen Autostandorten
Mit dem Aktionstag will die IG Metall bundesweit auf die Lage der Autoindustrie und ihrer Zulieferer aufmerksam machen. An mehr als 200 Standorten in Deutschland waren Aktionen angekündigt, darunter auch mehrere in Nordrhein-Westfalen. Je nach Betrieb gab es unter anderem Kundgebungen, Betriebsversammlungen und Arbeitsniederlegungen.
Die Botschaft der Gewerkschaft: Der Umbau der Autoindustrie müsse weitergehen - aber so, dass Produktion und technisches Wissen möglichst in Deutschland und Europa bleiben.
Unsere Quellen:
- Recherchen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 21.09.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 21.09.2026, 16:31 Uhr