Oberst Tobias Aust und NRW-Finanziminsiter Optendrenk im Gespräch vor dem Wohncontainer
Bildquelle: WDR / Julia ThiesStrom und Matratzen fehlen noch in den neugebauten Wohncontainern auf dem Gelände der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf. Ansonsten sind die kleinen Zimmer bezugsfertig. Schon im Oktober sollen hier 300 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten einziehen.
Auf wenigen Quadratmetern stehen ein Stockbett für zwei Personen, zwei Schränke und ein Tisch mit Stühlen. Pro Gebäude sollen 100 Soldatinnen und Soldaten unterkommen. Gemeinschaftsbadezimmer bieten Waschbecken und Duschen.
Die Zimmer für zwei Soldaten in den Wohncontainern
Bildquelle: WDR / Julia ThiesViele Soldaten kommen für die Basisausbildung nach Augustdorf
Der Grund für die neuen Unterkünfte: Die Bundeswehr stockt ihr Personal auf. In Augustdorf werden künftig deutlich mehr Soldaten ausgebildet. Schon im Oktober sollen 300 zusätzliche junge Menschen für die sechsmonatige Basisausbildung nach Augustdorf kommen. Und damit die auf dem Gelände der Kaserne wohnen können, entstehen gerade fünf dieser Wohncontainer.
In den Wohncontainern können 100 Soldaten unterkommen.
Bildquelle: WDR / Julia Thies"Wir setzen hier vor allem auf Funktionalität. Wir müssen innerhalb kurzer Zeit Platz für viele Soldatinnen und Soldaten schaffen", sagt Oberst Tobias Aust. Er führt die Panzerbrigade 21 in Augustdorf seit einem halben Jahr.
"Aber wenn der Wille da ist, dann sind wir in der Lage diese Plätze schnell zu schaffen." Oberst Tobias Aust
Danach kommen alle sechs Monate 300 neue Soldaten für die Basisausbildung nach Augustdorf. Viele gehen nach den sechs Monaten wieder, manche bleiben. Die Wohncontainer seien eine Übergangslösung, bis die dauerhaften Unterkünfte gebaut sind. Das soll Ende nächsten Jahres soweit sein.
Da setzt das Land NRW, das für die Umsetzung der Baumaßnahmen zuständig ist, auf die Modulbauweise. Dabei werden die einzelnen Gebäudeteile weitgehend vorgefertigt und anschließend auf dem Kasernengelände zusammengesetzt. Das soll die Bauzeit deutlich verkürzen.
Auch die Küche muss wachsen
Mit den zusätzlichen Soldaten wachsen auch die Anforderungen an die vorhandene Infrastruktur auf dem Kasernengelände. Zum Beispiel die Schießanlagen oder die Ausbildungswiesen - für so viele Soldaten gleichzeitig sind sie gar nicht ausgelegt.
Auch die Küche ist momentan noch zu klein für die Versorgung so vieler Menschen. Über zusätzliche Küchen und gestaffelte Essenszeiten wird nachgedacht. Aber auch Sportangebote und die medizinische Versorgung müssen angepasst werden.
Neue Halle für Panzer und Fahrzeuge
In einer neuen Instandsetzungshalle sollen die Soldaten in Zukunft Panzer und andere Fahrzeuge reparieren. Viele alte Hallen seien mittlerweile zu klein für die Panzer, Reparaturen mussten da teilweise schon draußen erledigt werden. In Augustdorf gibt es zum Beispiel den Schützenpanzer Puma. In der neuen Halle ist jetzt genug Platz für diesen Panzer. "Die Soldaten können hier jetzt mit dem 25-Tonnen-Kran einfach das Triebwerk entfernen und in unmittelbarer Nähe ablegen und reparieren", erklärt Oberst Rouven Habel.
In der neuen Instandsetzungshalle wird bald an Panzern geschraubt.
Bildquelle: WDR / Julia ThiesAugustdorf soll ein wichtiger Standort für gepanzerte Fahrzeuge bleiben. Hier sind unter anderem das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 212 stationiert.
Spezialeinheit beschleunigt Aufrüstung
All diese Bauprojekte in Augustdorf sind Teil des massiven Ausbaus der Bundeswehr, der überall in Deutschland stattfindet und nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs angekündigt wurde. Und damit das schnell geht, hat das Land NRW eine Spezialeinheit für die Modernisierung der Verteidigungsinfrastruktur eingerichtet. Diese Spezialeinheit plant und setzt die Bauvorhaben des Bundes in ganz Deutschland um.
Für diese neu gegründete Einheit ist das Ministerium der Finanzen zuständig. Allein in den Standort im lippischen Augustdorf fließen insgesamt rund 32 Millionen Euro.
Unsere Quellen:
- Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen
- Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
- Gespräch mit Oberst Tobias Aust
- Gespräch mit Oberst Rouven Habel
- Recherchen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 27.08.2026, 06:30 Uhr
