Für die einen sind es einfach nur zwei Buchstaben auf dem Nummernschild. Für einige Menschen im Altkreis Lübbecke steckt aber deutlich mehr dahinter. Auf einem Parkplatz in der Lübbecker Innenstadt wollen wir mit Passanten ins Gespräch kommen.
Auf die Frage, warum ihnen das Kennzeichen wichtig sei, sagt der Lübbecker Horst Baumann: "weil ich nunmal hier wohne." Er habe es sich direkt nach der Wiedereinführung geholt.
Fast 10.000 Fahrzeuge haben LK-Kennzeichen
Gut ein Jahr nach der Wiedereinführung des historischen LK-Kennzeichens zeigt sich: Die Rückkehr kommt an. 9.622 Fahrzeuge im Kreis Minden-Lübbecke tragen inzwischen wieder das Kürzel „LK“. Das sind rund 3,2 Prozent aller 302.866 zugelassenen Fahrzeuge im Kreis.
Ilse von Reth kommt selbst aus Lübbecke, ist gerade im Einkaufszentrum "Westertor": "Mir wäre es egal. Ich habe 'MI IM' und das gefällt mir ganz gut", sagt sie im Gespräch mit dem WDR.
Die Entwicklung zeigt deutlich nach oben:
- Juni 2025: 1.923 Fahrzeuge
- September 2025: 3.991 Fahrzeuge
- Dezember 2025: 5.667 Fahrzeuge
- März 2026: 7.074 Fahrzeuge
- Juni 2026: 8.964 Fahrzeuge
Kennzeichen als Identitätsstifter
Vor allem im Altkreis Lübbecke werde das Kennzeichen nach Angaben des Straßenverkehrsamtes sehr gut angenommen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Viele verbinden das Kürzel mit ihrer Heimat und ihrer Stadt. So auch Rolf Bökenkröger: "Ja, ich finde das gut, weil es dem Bürger möglich macht, Identität zu zeigen. Es war damals ein Fehler, es wegzunehmen und so lange nicht wieder einzuführen."
Andere erinnern sich an ihr erstes Auto, das schon ein LK-Kennzeichen hatte. "Ich hab das früher auch gehabt, war ein sauberes Kennzeichen", so Lutz Bredemeier aus Hille. Da er aber ja nun ein MI-Kennzeichen hat, würde er es jetzt nicht direkt umtauschen wollen. Und manche entscheiden sich schlicht deshalb dafür, weil das gewünschte Kennzeichen mit „MI“ längst vergeben ist - mit „LK“ aber noch frei.
Warum gibt es LK überhaupt wieder?
Wer genau hinsieht, findet im Altkreis Lübbecke schnell Fahrzeuge mit LK-Kennzeichen.
Dass Autofahrer heute wieder zwischen MI und LK wählen können, geht auf eine bundesweite Regeländerung zurück. Durch die sogenannte Kennzeichenliberalisierung dürfen seit 2012 frühere Kfz-Kennzeichen wieder eingeführt werden, die nach Kreisreformen verschwunden waren.
Allein in Nordrhein-Westfalen betrifft das rund 40 ehemalige Kennzeichen. Seitdem haben zahlreiche Regionen ihre alten Kürzel zurückgeholt. Auch in anderen Städten und Kreisen wurden frühere Kennzeichen wieder eingeführt - etwa das Kürzel „WAT“ für Wattenscheid in Bochum.
LK-Kennzeichen verschwand aufgrund der Kreisreform
Im Kreis Minden-Lübbecke war der Wunsch nach dem alten Kennzeichen über Jahre immer wieder geäußert worden. Hintergrund ist die Kreisreform von 1973: Damals wurden die Kreise Minden und Lübbecke zusammengelegt. Seitdem gab es für Neuzulassungen nur noch das Kennzeichen MI. Erst der Kreistag machte am 10. Mai 2025 den Weg für die Rückkehr von LK frei. Zusätzliche Kosten entstehen nach eigenen Angaben nicht.
Übrigens: Vor der Wiedereinführung waren es gerade einmal 550 - überwiegend ältere land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen und Anhänger - die das LK-Kennzeichen über Jahrzehnte behalten hatten.
Unsere Quellen:
- Anfrage an Pressestelle Kreis Minden-Lübbecke
- Kreistagsbeschluss vom 25. März 2025
- WDR-Reporter im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern
Sendung: WDR.de, Wie das LK-Kennzeichen in Minden-Lübbecke ankommt, 15.07.2026, 8:20 Uhr
