Vor allem für den Transport von Kies und Sand und für besondere Schwerlasttransporte sei die Wasserstraße zentral, sagt Uwe Beckmeyer, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Weser, auf der Mitgliederversammlung seines Verbandes am Mittwoch.
Über die Weser werden jedes Jahr mehr als 800.000 Tonnen Güter transportiert - mehr als 60.000 Lkw-Ladungen. Um diese Funktion der Weser weiter gewährleisten zu können, dürfe an der Unterhaltung der Infrastruktur, etwa beim Schleusenpersonal, nicht gespart werden, so Beckmeyer. Er kritisiert, dass Wasserstraßen weniger Beachtung finden als Schienen oder Straße.
"Das halten wir für grundsätzlich falsch. Öl, Flugbenzin, Getreide, Futtermittel: All diese Dinge können auch auf der Wasserstraße transportiert werden. Deshalb hat sie eine hohe strategische Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland." Uwe Beckmeyer, Vorstandsvorsitzender Wirtschaftsverband Weser
Konflikte um das Wasser in der Weser
Damit die Binnenschifffahrt auch in trockenen Jahren möglichst lange möglich bleibt, werden große Mengen Wasser aus der Edertalsperre abgelassen, die dann in der Weser landen. Bei den Anrainern des Stausees in Hessen sorgte das zuletzt für Unmut, weil in dem bei Touristen beliebten See im Sommer kaum noch Wasser bleibt.
Ein Konflikt, der es im Herbst vergangenen Jahres bis in den Bundestag geschafft hat. Die Bundesregierung bestätigte auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion im Herbst 2025 hin: Ein ausreichender Pegelstand der Weser hat weiterhin Vorrang.
Innovative Konzepte für die Weser-Binnenschifffahrt
Die Binnenschifffahrt hat nicht nur eine lange Vergangenheit - der Wirtschaftsverband Weser sieht in ihr auch die Zukunft. So werden im Wirtschaftsverband unter anderem innovative Konzepte für die Binnenschifffahrt diskutiert. Wie ein Projekt, das in europäischen Metropolen testweise urbanen Lieferverkehr über Wasserstraßen organisiert hat. Für die kleineren Städte entlang der Weser in OWL dürften solche Projekte allerdings schwer umzusetzen sein.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Uwe Beckmeyer, Vorstandsvorsitzender Wirtschaftsverband Weser
- Pressemitteilung des Wirtschaftsverbands Weser
- Drucksache 21/2318 des Deutschen Bundestages "Bewirtschaftung des Edersees"
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 03.06.2026, 16:30 Uhr
