Herzfehler durch Zufall erkannt: Warum ein Angebot der Uniklinik boomt

Bildquelle: WDR / Anette Flentge

WDR 2 Min. 39 Sek. Verfügbar bis 21.09.2028

Kostenloser Herzcheck in Bonn 20 Patienten mit Auffälligkeiten entdeckt

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An sechs Tagen die Woche kann an sechs Standorten in Bonn kostenlos das Herz gecheckt werden. Das Forschungsprojekt startete vor zwei Monaten und läuft insgesamt für ein Jahr. Mediziner und Studierende wollen herausfinden, wie hoch die Dunkelziffer der Herzkrankungen in Bonn ist.

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Anette Flentge

Sie hatte sich gut gefühlt, keine Herzprobleme gespürt. Aber Gudrun Brackhahns Schwester war an Herzversagen gestorben, deshalb wollte die Bornheimerin ihr Herz bei einem Kardiologen untersuchen lassen. Doch sie bekam erstmal keinen Termin. Im WDR hörte Brackhahn dann von dem Projekt der Bonner Uniklinik: An sechs Standorten in der Stadt kann man kostenlos sein Herz checken lassen. Spontan geht es für die 77-Jährige zum Herzcheck - vor Ort fällt eine Unregelmäßigkeit auf.

Problem an der Aortenklappe

Nach dem kostenlosen Herzcheck folgen weitere Untersuchungen an der Uniklinik. Es wird klar: Brackhahn braucht eine neue Herzklappe und muss operiert werden. Beschwerden hatte sie nie gehabt.

Ein Mann liegt in einem Bett im Krankenhaus
"Ich bin immer noch ein bisschen unter Schock, weil ich damit nie gerechnet habe. Erst vor Kurzem habe ich meine Schwester verloren , die auch drei kaputte Herzklappen hatte, aber es nicht wusste." Gudrun Brackhahn

Jetzt sind es nur noch vier Wochen bis zur Operation. Der Chefarzt der kardiologischen Abteilung der Uniklinik Bonn, Professor Georg Nickenig, muss vorher noch eine weitere Untersuchung durchführen: Brackhahns Herz wird mit einem Katheter untersucht: Einem langen dünnen Schlauch mit Draht, der durch den Unterarm eingeführt wird.

Medizinische Geräte und Anzeigen

Die Röntgenaufnahmen helfen beim Erkennen von Herzfehlern.

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Frühe Diagnose verbessert Chancen auf erfolgreiche Behandlung

Zwei Monate läuft das Projekt schon. Insgesamt haben die Mediziner bei zwanzig Patientinnen und Patienten Unregelmäßigkeiten gefunden, die eine Weiterbehandlung brauchen. Das ist ein Prozent aller untersuchten Menschen. Nickenig sagt, es sei wichtig, dass die Diagnose frühzeitig gestellt werde.

Man könne Patienten nur dann behandeln, wenn ihr Zustand noch gut ist und sie eine Operation gut überstehen. "Die Prozedur an sich ist aber relativ risikoarm, also 98 Prozent der Patienten gehen hier durch ohne größere Probleme", sagt er.

"Das ist eigentlich was ganz Tolles, was wir in ganz Deutschland eigentlich noch viel viel mehr leisten sollten, diese frühe Präventionstherapie." Professor Georg Nickenig, Chefarzt Uniklinik Bonn

Neue Herzklappe in vier Wochen

Es ist zwar ein Routineeingriff, aber trotzdem ist Gudrun Brackhahn etwas nervös wegen der anstehenden Operation. Sie ist dankbar, dass ihr Herzproblem entdeckt wurde. Nach der Katheter-Untersuchung fühlt sie sich erleichtert, dass es nur die Herzklappe betrifft. "Ich hoffe, dass wenn die erneuert wird, ich dann nichts mehr damit zu tun habe."

Quellen:

  • WDR-Interview mit der Pressestelle der Uniklinik Bonn
  • WDR-Interview mit Professor Georg Nickenig, Uniklinik Bonn
  • WDR-Interview mit Gudrun Brackhahn
  • WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Herzfehler durch Zufall erkannt: Warum ein Angebot der Uniklinik boomt, 21.09.2026, 14:45 Uhr

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