Zusatzvereinbarung für Berlin/Bonn-Gesetz kommt bald
Bildquelle: WDR/ Maike KrebberWDR. 2 Min. 25 Sek.. Verfügbar bis 21.09.2028.
Endlich offiziell : Bonn bleibt zweiter Regierungssitz
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Über 30 Jahre ist es alt: Das Berlin/Bonn-Gesetz. Es regelt, wie die politischen Aufgaben zwischen der Hauptstadt Berlin und der Bundesstadt Bonn aufgeteilt sind. Seit Jahren wird aber darüber diskutiert, diese Regeln zu aktualisieren und Bonns Rolle zu verankern. Ende des Jahres soll es dazu endlich eine neue Vereinbarung geben: nach zehn Jahren Verhandlung.
Spaziert man durch Bonn, erinnert vieles an die Zeit als frühere Bundeshauptstadt: Das ehemalige Regierungsviertel, internationale Organisationen und Bundesbehörden. Damit diese Rolle Bonns aber gesichert bleibt, hat die Region lange auf eine offizielle Vereinbarung gehofft. Durch viele Regierungswechsel in Berlin hat das gedauert. Jetzt ist es bald endlich soweit.
Oberbürgermeister Guido Déus freut sich, dass die Vereinbarung bald hoffentlich kommt
Bildquelle: WDR"Es ist Zeit, dass die Zusatzvereinbarung nun endlich auch Unterschriften findet", so Bonns Oberbürgermeister Guido Déus. Ganz wichtig ist ihm aber: "Es geht nicht um eine Art von Abfindung. Sondern darum, dass Bonn eine eigene Rolle weiterentwickelt, die sie für die Bundesrepublik wahrnehmen kann."
Zweiter Regierungssitz bleibt in Bonn
Der Bund hat nun einen Entwurf vorgelegt, über den nicht nur Bonn, sondern auch NRW, Rheinland-Pfalz und die Kreise der Region diskutieren können. Das Wichtigste darin: Die Bundesregierung erkennt an, wie wichtig Bonn gerade in Krisenzeiten als zweiter Regierungsstandort ist. Und auch, um Fachkräfte aus der Region zu gewinnen.
"Ich glaube ganz entscheidend ist, dass jetzt klar ist, dass Bonn das zweite politische Zentrum auf Bundesebene bleibt. Das gibt Sicherheit und damit auch Kalkulierbarkeit." Volker Kronenberg, Politologe an der Uni Bonn
Bonn könnte einen Campus für Cybersicherheit bekommen
Der Entwurf sieht vor, dass Bonn als Sitz vieler internationaler Organisationen wie der UN gestärkt werden soll. Außerdem steht die Gründung eines Campus für Cybersecurity zur Debatte. Dafür hat der Bund in einer Machbarkeitsstudie im Frühjahr 2025 schon die Umsetzbarkeit geprüft. Allerdings steht bei vielen Projekten noch nicht fest, wie groß die Förderungen sind.
Die neuen Vereinbarung ist nicht nur für Bonn, sondern Unternehmen in der ganzen Region wichtig. Regina Rosenstock von der Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises sieht vor allem im Standort für Cybersecurity großes Potential: "Die Region hat ein ganz, ganz besonderes Netzwerk aus BSI, dem Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, Unternehmen wie der Telekom und DHL und den Hochschulen."
Regina Rosenstock, Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises
Bildquelle: WDR/ Maike KrebberUnklare finanzielle Unterstützung, aber ein wichtiges Zeichen für Bonn
Trotzdem gibt es auch Projekte, für die sich die Akteure mehr Unterstützung erhofft hatten. Zum Beispiel ist nur wenig Förderung für Bonn als Beethovenstadt geplant.
Oberbürgermeister Guido Deus hofft daher, bei manchen Punkten noch ein bisschen nachverhandeln zu können. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir bis Jahresende da gute Formulierungen finden werden, um die Rolle Bonns besser und detailschärfer auszuformulieren." Im Dezember soll die Vereinbarung dann hoffentlich unterschrieben werden.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Guido Déus, Oberbürgermeister Bonn
- WDR-Gespräch mit Regina Rosenstock, Wirtschaftsförderung Rhein-Sieg-Kreis
- WDR-Gespräch mit Volker Kronenberg, Politologe
- Presseerklärung der Stadt Bonn
Sendung: WDR.de, Wie geht es weiter mit dem Berlin/Bonn-Gesetz?, 21.09.2026, 17:45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokelzeit aus Bonn, 21.09.2026, 18:09 Uhr
