Filmdreh in Bonner Südstadt
WDR. 00:38 Min.. Verfügbar bis 26.06.2028.
Für Benedikt Schaumlöffel sind diese Tage gerade besonders: Aus seinem Lokal Zartbitter in der Bonner Südstadt hat er einen genauen Blick darauf, was sich direkt vor seiner Haustür abspielt.
"Es ist ein bisschen wuselig, aber auch schön", sagt er mit Blick auf das bunte Treiben auf der anderen Straßenseite. 20, 30 Leute sind dort seit zwei Wochen quasi seine neuen Nachbarn.
"Buchladen" war vorher Weinhandlung
"Der kleine buchladen" ist eigentlich eine Weinhandlung.
Wo bis vor Kurzem noch eine Weinhandlung war, ist seitdem: Der kleine Buchladen. Statt Flaschen stehen jetzt Romane in den Regalen. "Man wird sie auf jeden Fall vermissen, wenn sie wieder weg sind", sagt Benedikt Schaumlöffel.
Und weg sein werden die neuen Nachbarn schon in nächsten Woche wieder, denn der Buchladen dient nur als Kulisse für einen Filmdreh: Für das ZDF entsteht hier der "Liebesbuchclub" - so zumindest der Arbeitstitel der romantischen Komödie mit Katharina Thalbach. Nur so viel: Es geht um einen Autoren von Liebesromanen - dessen fiktive Geschichten sich mit dem echten Leben vermischen.
Valerie Gumppenberg hat als Nachbarin einen guten Blick auf den Dreh.
Nicht nur für Gastronom Benedikt Schaumlöffel ist das aufregend. "Es kommt ja nicht so oft vor, dass im eigenen Haus gedreht wird", sagt zum Beispiel Valerie Gumppenberg, die direkt neben der temporären Buchhandlung wohnt.
"Wir durften halt auch ein bisschen zuschauen, wie gedreht wurde, und wie die Abläufe sind und wenn man dann den fertigen Film vor dem Fernseher sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, wie viel Aufwand eigentlich dahintersteckt." Valerie Gumppenberg, Anwohnerin in der Bonner Südstadt
Anwohner helfen mit Kühlpacks
Valerie Gumppenberg hat die Filmcrew hin und wieder auch unterstützt - etwa Kühlpacks bei sich im Eisfach gelagert. Bei mehr als 30 Grad im Schatten eine willkommene Erleichterung.
Lucas Breiter ist Aufnahmeleiter am Set des Drehs.
Insgesamt haben viele Nachbarn dem Filmteam geholfen, sagt Lucas Breiter, Set-Aufnahmeleiter beim Dreh: "Wir hatten zwischenzeitlich sogar Leute, die in unseren Buchladen rein wollten, weil sie dachten, der hat wirklich eröffnet. Andere haben für uns schon Kuchen gebacken. Wir kommen gern wieder!"
Gerade im Vergleich zu Städten wie Köln, wo an vielen Ecken regelmäßig Filme gedreht werden, seien die Leute in der Südstadt besonders offen gewesen.
Es gibt auch Kritik
Beim Gespräch mit Nachbarn hört man aber auch kritische Stimmen - etwa, dass Parkplätze jetzt öfter belegt seien oder Kinder ab und an nicht mehr auf der Straße spielen dürften. Allerdings immer auch mit der Einschränkung: "Es ist jetzt ja nur für ein paar Tage."
Auch Mechthild Upgang freut sich, wenn die Filmcrew ihre Sachen wieder eingepackt hat: "Das ist mein Stamm-Weinlokal, und da musste ich jetzt vier Wochen drauf verzichten und ich freue mich, wenn ich nächste Woche wieder einen Wein trinken darf", sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Denn dass die Bonner Südstadt mit den Alleen und den vielen alten Häusern eine schöne Filmkulisse ist, das kann sie auf jeden Fall nachvollziehen.
Unsere Quelle:
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Filmdreh in Bonner Südstadt, 26.06.2026, 13 Uhr