Trotz Lebensgefahr

Weiter kein Badeverbot im Rhein in Bonn und Region

Stand:

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ist es weiterhin nicht verboten, im Rhein zu baden. Die Städte setzen auf Aufklärung.

Von Max Fassbender und Nadja Heckelsberg

Der Sommer bleibt. Auch für die kommenden Tage sind Temperaturen von über 30°C vorhergesagt. Viele werden sich eine Abkühlung abseits von vollen Schwimmbädern und Seen suchen wollen. Dabei sollte der Rhein aber keine Alternative sein.

Wer im Rhein badet begibt sich in Lebensgefahr. Im Großteil von NRW ist es deshalb auch verboten im Rhein zu schwimmen. In der Stadt Bonn und den Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises gibt es aber nach wie vor kein Badeverbot, obwohl der DLRG genau das fordert.

Bonn prüft Badeverbot

Die Stadt Bonn will ein mögliches Badeverbot noch einmal prüfen und dann eine politische Entscheidung treffen. Für's erste setzt die Stadt auf Aufklärung mit Schildern entlang des Rheinufers, die darauf hinweisen, dass das Betreten des Flusses lebensgefährlich ist.

Aufklärung statt Verbot

Auch die Städte des Rhein-Sieg-Kreises, die am Rhein liegen, sehen von einem Badeverbot ab. In Königswinter und Bornheim stehen Schilder mit Piktogrammen und Warnhinweisen auf mehreren Sprachen über die Gefahren durch Schiffe und Strömungen im Rhein.

In Troisdorf, Niederkassel und Bad Honnef ist es ebenfalls nicht grundsätzlich verboten im Rhein zu baden. Es gibt aber zum Beispiel in Niederkassel bestimmte Stellen am Ufer, wo es verboten ist ins Wasser zu gehen.

Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich

Flüsse sind mit Abstand die gefährlichsten Orte zum Baden und Schwimmen. Die Kraft der Strömungen wird häufig unterschätzt. Außerdem können Schwimmer von unsichtbaren Unterströmungen überrascht und mitgezogen werden, so die DLRG Bonn.

Einsatzkräfte der DLRG bei einer Rettungsübung auf dem Rhein | Bildquelle: dpa/Thomas Banneyer

Eine andere Gefahr sind auch sogenannten "Buhnen", die es auch im Rhein gibt. Das sind Landzungen, die in das Gewässer ragen. Sie werden von vielen Menschen gerade bei Niedrigpegel als vermeintlicher "Strandabschnitt" genutzt. Auch wenn das Wasser ruhig wirkt, laufen gerade an diesen Stellen häufig tückische Strömungen vorbei.

Woran erkenne ich, dass jemand im Wasser in Not ist?

Vor allem in gefährlichen Gewässern sollten Außenstehende aufmerksam sein, wenn sie andere beim Baden beobachten. Laut DLRG ist es nicht immer leicht zu erkennen sei, ob eine Person in Gefahr ist.

Ein Signal dafür ist, wenn jemand ungewöhnlich lange im Wasser treibt oder unter Wasser bleibt und nicht wieder auftaucht. Anders als in Filmen rufen Ertrinkende meistens nicht laut um Hilfe. Gerade Kinder können beim sogenannten "stillen Ertrinken" lautlos untergehen. Im Zweifelsfall gilt: Lieber den Notruf auf Verdacht über die 112 alarmieren, als nichts zu machen.

Schwimmbäder sind am sichersten

Wer sich fragt, wo man am sichersten bei der Hitze schwimmen kann, sollte ins Schwimmbad gehen. Schwimmbäder sind laut DLRG die sichersten Badeorte, weil da das Badepersonal die Gäste überwacht und Rettungsmittel schnell verfügbar sind.

In Bonn und Rhein-Sieg-Kreis gibt es kein Badeverbot im Rhein

WDR 29.07.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 28.07.2028

Download Podcast

Unsere Quellen

  • Stadt Bonn
  • Stadt Königswinter
  • Stadt Bornheim
  • Stadt Niederkassel
  • DLRG Bonn

Sendung: WDR.de, In Bonn und Rhein-Sieg-Kreis gibt es kein Badeverbot im Rhein, 02.08.2026, 7.12 Uhr