Rainer Frintrup sammelt Antiquitäten in seiner Trödelhalle
Bildquelle: WDR/Arnd GüttgemannsWDR. 03:18 Min.. Verfügbar bis 18.08.2028.
Trödelkönig aus Bonn : In seiner Halle schlummern Schätze aus 25 Jahren
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Grammophone, Brautkleider, Puppen und altes Spielzeug, Porzellan und Silberbesteck oder ein großes Pferd vom Kirmes-Karussell. Wer die 300 Quadratmeter große Trödelhalle von Rainer Frintrup in der Duisdorfer Bahnhofsstraße betritt, fühlt sich zurückversetzt in alte, längst vergessene Zeiten.
In rund 25 Jahren hat Rainer Frintrup in seiner Trödelhalle die Schätze zusammengetragen, die er bei Haushaltsauflösungen von Privatpersonen oder bei Firmenpleiten so gefunden hat. Ihn interessieren aber auch bei jeder Entrümpelung die Lebensgeschichten der Menschen, die ihre persönlichen Sachen zurückgelassen haben.
"Ich bin das Trüffel-Schwein, das bei Haushaltsauflösungen die kleinen Schätze findet, die dann durch mich ein zweites Leben bekommen." Rainer Frintrup, Trödelsammler
Es begann alles in der Kindheit
Eine Halle voller Trödel
Bildquelle: WDR/Arnd GüttgemannsSeine Mutter Elisabeth Frintrup ist 84 Jahre alt und hilft ihm ab und zu noch in der Halle. Sie erinnert sich: "Mit acht starb seine Großmutter und wir hatten viele Altertümchen, die zu schade zum Wegwerfen waren. Also haben wir den kleinen Rainer mit einem Klapptisch auf den damaligen Flohmarkt im Bonner Hofgarten gesetzt und er hat 80 D-Mark verdient. Seitdem kam er nie mehr davon los."
Mehr als nur einfache Gegenstände
Wer mag mit diesem Grammophon Musik gehört haben und wer hat wohl in diesem Brautkleid geheiratet? Manchmal taucht Frintrup in die Fotoalben ein, die er beim Entrümpeln findet. Dabei erhält er spannende Einblicke in die Biographien der Menschen, denen die Sachen mal gehört haben.
Für ihn wird dann durch ein Stehrümmchen, wie eine Porzellan-Tasse zur Silberhochzeit 1915, das Leben der Vorbesitzer greifbar.
Das Internet hat den Markt verändert
In den letzten Jahrzehnten hat Frintrup alle Veränderungen der Branche miterlebt. "Ganz früher dachte man nachhaltig, die alte Generation vererbte die Möbel oder Kleidung an die Kinder, "Second Hand" eben. Mit dem Internet kam Ebay, jedermann konnte unkompliziert von zuhause alte Schnäppchen anbieten und zu Höchstpreisen an Sammler in aller Welt verkaufen."
Zum Wegwerfen zu schade, zum Upcyclen geeignet
Martina Kemp im Gespräch mit Rainer Frintrup
Bildquelle: WDR/Arnd GüttgemannsMartina Kemp kommt regelmäßig in die Trödelhalle, um alte Dinge abzuholen. Bei den Exemplaren ist es nicht damit getan, den Staub von Jahrzehnten abzuwischen. Wenn ein Bilderrahmen beschädigt oder bei einem Korbstuhl das Geflecht kaputt ist, braucht es Fachleute wie Kemp. Sie repariert und restauriert, damit die Gegenstände nicht im Abfall landen.
Ein zweites Leben für Altertümchen
Ein altes grünes Telefon mit Wählscheibe hat es einer Kundin angetan. Am Design des Preisschildes erkennt Frintrup, dass es schon 25 Jahre bei ihm darauf gewartet hat, irgendwann von irgendwem gefunden zu werden. Und so tauscht dieses Altertümchen jetzt seinen Platz vom Regal des Trödelkönigs gegen den Schreibtisch der Sammlerin. Zur Erinnerung an eigene vergangene Zeiten.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters im Interview mit Rainer Frintrup
- Rainer Frintrup, Betreiber der Trödelhalle
- Elisabeth Frintrup, Mutter des Betreibers
Sendung: WDR.de, Trödel aus 25 Jahren Haushaltsauflösungen, 18.08.2026, 5 Uhr
