Die Explosion bei Currenta vor fünf Jahren
Explosion Chempark Leverkusen : Ermittlung gegen Mitarbeiter eingestellt
Stand:
Fünf Jahre nach der Explosion in der Sondermüllverbrennungsanlage in Leverkusen hat die für Umweltstraftaten zuständige Staatsanwaltschaft in Dortmund die Ermittlungen gegen vier Mitarbeiter des Chemparkbetreibers Currenta eingestellt.
Das Unternehmen Currenta soll wegen der Explosion eine Geldbuße in Höhe von 1,9 Millionen Euro zahlen. Bei dem Unglück waren sieben Menschen ums Leben gekommen und 31 verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die vier Mitarbeiter ermittelt, weil sie gefährlichen Abfall aus Dänemark angenommen hatten, der letztlich die Explosion ausgelöst hatte.
Wichtige Unterlagen über Gefährlichkeit von Abfall fehlten
Der Abfall war zu warm gelagert worden. Dadurch wurde eine Kettenreaktion ausgelöst, die zu der Explosion und zu einem Brand in der Sondermüllverbrennungsanlage führte. Das sei für die Mitarbeiter aber nicht vorhersehbar gewesen, weil wichtige Unterlagen zu der Gefährlichkeit des Abfalls fehlten, so die Staatsanwaltschaft.
Aus einem Bericht an den Landtag Nordrhein-Westfalen geht hervor, dass diese Unterlagen mit detaillierten Gefahreninformationen bei der Anlieferung des Abfalls zum Teil nicht vorhanden gewesen sein sollen. Andere Unterlagen, die bei der Anlieferung des dänischen Abfalls in Leverkusen dem Personal übergeben wurden, sollen aber dem Bedienpersonal an der Verbrennungsanlage nicht vollständig vorgelegen haben.
Betriebsleiter muss Geldstrafe zahlen
Gegen die vier Beschuldigen hatte die Staatsanwaltschaft außerdem ermittelt, weil er Fehler bei der Evakuierung der Verbrennungsanlage gemacht haben soll. Das Verfahren gegen ihn wurde aber gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Wegen des selben Vorwurfs soll die Betreiberfirma der Müllverbrennungsanlage, das Unternehmen Currenta, eine Geldbuße in Höhe von 1,9 Millionen Euro zahlen.
Ermittlungen laufen weiter gegen einen Hamburger Müll-Makler und gegen den dänischen Erzeuger des Abfalls. Es sei zu klären, ob die "Informationen zu den gefährlichen Eigenschaften des Abfallstoffes vorwerfbar nicht an die Betreiberfirma weitergegeben haben". Firmennamen nannte die Behörde nicht.
Eines der schwersten Explosionsunglücke in Deutschland
Am 27. Juli 2021 war ein Lagertank in der Sondermüllverbrennungsanlage in Leverkusen bei Köln explodiert. Ein enormes Feuer breitete sich aus, weitere Tanks wurden zerstört. Es war eines der schwersten Explosionsunglücke in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Dortmund
- dpa
Sendung: WDR.de, Verfahren gegen Currenta-Mitarbeiter eingestellt, 21.07.2026, 10:22 Uhr