Leverkusen beschließt höhere Steuern
04:38 Min.. Verfügbar bis 13.07.2028.
Leverkusen stellt sich auf harte Sparjahre ein. Der Stadtrat hat heute den Haushalt beschlossen - und damit auch einen der einschneidendsten Sparkurse der Stadtgeschichte. Um die leeren Kassen zu stabilisieren, werden sowohl die Grundsteuer B als auch die Gewerbesteuer in den kommenden drei Jahren schrittweise erhöht.
Anders als ursprünglich von der Verwaltung vorgeschlagen, steigen die Steuern nicht rückwirkend, sondern in mehreren Stufen bis 2029.
16 Millionen Mehreinnahmen durch Grundsteuer
Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel bei seiner Haushaltsrede
Für Grundstückseigentümer und deren Mieter bedeutet das spürbare Mehrkosten. Nach den Plänen der Stadt soll die Grundsteuer B bis 2029 um insgesamt rund 40 Prozent steigen - auf einen Hebesatz von 1.050 Punkten. Im bundesweiten Vergleich zählt Leverkusen dann zu den Städten mit dem höchsten Grundsteuerhebesatz. Die Stadt erhofft sich dadurch jährliche Mehreinnahmen von rund 16 Millionen Euro ab 2029.
Unternehmen müssen sich auf eine Erhöhung der Gewerbesteuer um rund 16 Prozent einstellen. Der Hebesatz steigt ab 2031 auf 330 Hebesatzpunkte. Leverkusen liegt damit aber bundesweit weiterhin im untersten Bereich im Vergleich mit anderen Städten.
Mehr als 700 Stellen sollen wegfallen
Neben höheren Einnahmen setzt die Stadt vor allem auf Einsparungen. In der Verwaltung sollen in den kommenden Jahren mehr als 700 Stellen wegfallen - vor allem, weil frei werdende Stellen nicht nachbesetzt und geplante Stellen gar nicht erst geschaffen werden.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel (CDU) geht dennoch davon aus, dass der Bürgerservice nicht schlechter wird.
Durch Digitalisierung und effizientere Abläufe können manche Verfahren in Zukunft sogar schneller werden. Stefan Hebbel, Oberbürgermeister
Als Beispiel nennt er zum Beispiel Vorgänge im Straßenverkehrsamt. Schon jetzt können Bürger ihr Auto in Leverkusen online zulassen, ohne Gang zum Amt.
Bezirksregierung muss noch genehmigen
Mit dem Ratsbeschluss ist der Sparkurs politisch beschlossen. Endgültig entschieden ist aber noch nicht alles: Jetzt muss die Bezirksregierung Köln den Haushalt und das Haushaltssicherungskonzept prüfen. Erst mit ihrer Genehmigung kann die Stadt die Maßnahmen vollständig umsetzen. Damit beginnt für Leverkusen eine mehrjährige Phase mit höheren Steuern, strengen Sparvorgaben und tiefgreifenden Veränderungen in der Stadtverwaltung.
In zwölf Jahren will die Stadt Leverkusen damit zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen.
Unsere Quellen:
- Stadtrat Leverkusen
- Stefan Hebbel, Oberbürgermeister Leverkusen
Sendung: WDR.de, Leverkusen beschließt höhere Steuern, 13.07.2026, 18:02 Uhr