Infusion gegen das Vergessen: Patient aus Geldern bekommt Alzheimer-Medikament
Bildquelle: picture alliance / Ikon Images/Gary Waters3 Min. 24 Sek.. Verfügbar bis 11.11.2027.
Wird es in der Frühphase der Krankheit verabreicht, kann es die Symptome und die Verschlechterung des Zustandes der Patienten offenbar deutlich verlangsamen, sodass den Betroffenen im günstigsten Fall noch mehrere Jahre "geschenkt" werden, in denen sie ihr Leben normal weiterleben können.
Der 76-jährige Rentner Willi Glatki aus Geldern ist einer der Patienten, die das Medikament nehmen. Er und seine Frau Christel haben sich entschieden, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
Im Alter rechnet man damit, dass man vergesslich wird. Aber nicht in dem Maße, so schnell."
Infusion gegen das Vergessen
Das neue Medikament "Lequembi" wurde in den USA entwickelt und hat seit kurzem auch die Zulassung in Deutschland. Alle zwei Wochen bekommt Willi Glatki eine Infusion unter Beobachtung in der Uniklinik Essen.
Professor Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie, und sein Team, überwachen das Ganze und haben heute gute Nachrichten: Bei Willi Glatki gibt es keine Nebenwirkungen. Manchmal könne es Schwellungen geben, so der Facharzt, das sei hier aber nicht der Fall. "Bisher sind wir sehr zufrieden", sagt der Arzt..
Zerstörungsprozess wird durch Medikament verlangsamt
Wie das Medikament funktioniert, erklärt der Professor im WDR-Interview so: "Dieses Medikament richtet sich gegen Eiweißablagerungen im Gehirn. Diese Eiweißablagerungen machen Nervenzellen kaputt." Durch das Medikament gebe es weniger Ablagerungen, sodass weniger Nervenzellen zerstört werden. Auf diese Weise könne der Gedächtnisverlust durch die Krankheit verzögert werden.
Bis heute keine komplette Heilung
Geheilt werden kann Alzheimer bis heute nicht und die Therapie, die an der Uniklinik Essen durchgeführt wird, ist auch nicht für jeden geeignet - zum Beispiel, wenn die Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist. Für Willi und Christel Glatki aber ist das neue Medikament ein Hoffnungsschimmer.
Quellen:
- Uniklinik Essen
- Interview mit Patienten
Über dieses Thema berichten wir am 11. November 2025 auch im WDR Fernsehen in der Lokalzeit Ruhrgebiet um 19:30 Uhr.