Eine rote Regionalbahn der Deutschen Bahn fährt in einen Bahnhof ein, vom Bahnsteig aus fotografiert.

Bahn kündigt Einschränkungen an

Ganzes Ruhrgebiet betroffen Bahn kündigt für 2027 extreme Einschränkungen an

Stand:

Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund. Auf dieser zentralen Bahnstrecke im Ruhrgebiet stehen im Sommer 2027 große Bauarbeiten an.

Einige Details sind noch unklar, fest steht aber schon jetzt: Ab dem Sommer 2027 müssen Bahnpendler im Ruhrgebiet sehr viel Geduld haben. Vom 9. Juli bis 15. Oktober wird es nämlich umfangreiche Sperrungen geben - und die betreffen das ganze Ruhrgebiet.

Dabei geht es vor allem um die Strecke zwischen Duisburg Hauptbahnhof, Essen, Bochum und Dortmund Hauptbahnhof, so ein Bahnsprecher auf WDR-Anfrage. In diesem Zeitraum sollen etwa 100 verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden, wie zum Beispiel:

  • Erneuerung einer Ruhrbrücke
  • Erneuerung einer Brücke über die A40
  • Erneuerung von 50 Kilometern Gleis und 30 Weichen
  • Der Bau von Schallschutzwänden
  • Ausbaumaßnahmen für den RRX
  • Arbeiten für eine neue Verbindungskurve in Bochum-Langendreer
  • Arbeiten am Bochumer Hauptbahnhof

Bahn bittet jetzt schon um Verständnis im Ruhrgebiet

Welche Strecken und Linien genau betroffen sind, gibt die Bahn noch nicht bekannt, da sie dazu noch in den Abstimmungen ist. Es betrifft allerdings den Nah- sowie Fernverkehr.

Die Bahn sagt: "Um die Maßnahmen sicher und effizient durchführen zu können, müssen die Gleise in den genannten Streckenabschnitten weitestgehend vollgesperrt werden. Die DB prüft jedoch, inwieweit die größeren Bahnhöfe während einzelner Zeiträume noch angefahren werden können, wenn auch zum Teil mit einem erheblich reduzierten Zugangsangebot gegenüber dem Regelzustand."

Vielleicht gar keine Züge am Mülheimer Hauptbahnhof

Lothar Ebbers von PRO BAHN NRW gibt auf WDR-Anfrage bekannt, dass am Mülheimer Hauptbahnhof in der Zeit gar keine Züge mehr fahren sollen. Der Essener Hauptbahnhof soll auch nur noch von Gelsenkirchen, Hattingen oder Wuppertal aus erreichbar sein. In Bochum soll nur noch die RB46 nach Gelsenkirchen fahren.

Schienenersatzverkehr

Es soll ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden

Ebbers meint, dass die Einschränkungen enorm sind. Mit dem Schienenersatzverkehr dauern die Wege für Pendlerinnen und Pendler in etwa 2,5 bis 3-mal so lang wie mit dem Zug. Dazu kommen Verspätungen, da viele auch auf das Auto ausweichen werden müssen.

"Positiv ist, dass die Hälfte der Sperrzeit in die Schulferien fällt. Negativ ist, dass die Sperrung genau zur Internationalen Gartenschau 2027 erfolgt." Lothar Ebbers, PRO BAHN NRW

Generell bemängelt er aber, dass der Sperrbereich zu groß ist. Bisher gab es entweder Sperrungen zwischen Essen und Dortmund oder zwischen Essen und Duisburg. Und auch da gab es schon starke Probleme. Jetzt ist der ganze Abschnitt zwischen Duisburg und Dortmund auf einmal betroffen.

Auch auf der A45 wird gebaut

Aber für Pendler kommt es noch dicker: Denn auch die Autobahn GmbH wird in dieser Zeit die Brücke der A45, die in Dorstfeld über die Martener Straße und mehrere Bahngleise führt, erneuern. Das geht nämlich nur, wenn keine Züge fahren.

Ab April 2027 beginnen hier die Arbeiten und dauern dann insgesamt acht Monate. Dafür muss die Autobahn zwischen dem Kreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen voll gesperrt werden.

Sperrungen für den RRX nach 2030

Um das Großprojekt RRX in Essen und Bochum weiter umzusetzen, gibt die Bahn bekannt, dass weitere Sperrungen in der Zukunft unumgänglich sind. Wie es dort genau weitergeht, ist aber noch nicht bekannt. Schon 2025 war insbesondere Bochum von monatelangen Bahnsperrungen betroffen.

Gibt es im Sommer 2027 ein Verkehrschaos im Ruhrgebiet?

WDR 14.07.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 13.07.2028

Download

Quellen:

  • Deutsche Bahn AG
  • PRO BAHN NRW

Sendung: WDR.de, Bahn kündigt für 2027 extreme Einschränkungen an, 14.07.2026, 12:50 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Ruhrgebiet

1 / 2