Bethesda in Duisburg - das vergessene Krankenhaus

Bildquelle: WDR / Michael Jung

WDR 3 Min. 14 Sek. Verfügbar bis 21.04.2028

"Sind Sie noch da?" Klinikfusion in Duisburg verunsichert Patienten

Stand:

Eigentlich sollte das Duisburger Bethesda-Krankenhaus 2026 geschlossen werden. Davon ist keine Rede mehr, die geplante Fusion mit einem anderen Krankenhaus verzögert sich. Trotzdem spürt die Klinik sinkende Nachfrage.

Die Nachricht war ein Paukenschlag im vergangenen Sommer: Der Sana-Konzern übernimmt das mehr als 100 Jahre alte Bethesda-Krankenhaus und führt zwei Duisburger Kliniken an einem Standort zusammen. Inzwischen ist klar: Der ehrgeizige Zeitplan ist nicht zu halten. Doch das hat sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen.

"Patienten fragen in der Sprechstunde: Können wir hier überhaupt noch operiert werden?" Chefarzt Prof. Simon Schimmack erzählt von Verunsicherung bei Patienten

Sogar Hausärzte verunsichert

Chefarzt Prof. Simon Schimmack

Chefarzt Prof. Simon Schimmack.

Bildquelle: WDR / Michael Jung

Andere wollten bei einem Termin in der Radiologie alle jemals entstandenen Aufnahmen auf eine CD gebrannt bekommen. "Weil sie denken, dass in einem Monat das Krankenhaus abgerissen wird", so Schimmack. Auch Hausärzte seien verunsichert und schickten weniger Patientinnen und Patienten.

Auch in der Notaufnahme gebe es ein Minus von zehn Prozent, bestätigt Geschäftsführer Sascha John, der inzwischen beide Kliniken in Duisburg leitet. Ihm ist wichtig: "Der Standort Bethesda ist noch voll da, wir versorgen Patienten, wir sind ein richtiges Krankenhaus, das die komplette Versorgungsstruktur noch aufrechterhält und wir wollen das weiter auch anbieten!"

Umzug erst Ende 2027 geplant

Bethesda Klinik von außen

Die Bethesda Klinik Duisburg.

Bildquelle: WDR / Michael Jung

Zumindest bis Ende 2027. Das ist der neue Termin für den Umzug des Bethesda-Krankenhauses ins 3,5 Kilometer entfernte Sana-Klinikum Duisburg-Wedau. Grund für die Verzögerung: Das Haus in Wedau muss erst saniert und erweitert werden. Außerdem gibt es noch Klärungsbedarf beim Übergang der Bethesda-Beschäftigten zu Sana.

Neue Nutzung für ehemalige Station

Bis dahin könnte in das Bethesda-Krankenhaus sogar noch investiert werden: Denn die Gynäkologie- und Geburtshilfestation steht dort leer. Sie ist als einzige bereits umgezogen. "Wir überlegen, hier künftig ambulante Operationen anzubieten", erzählt Schimmack. Und damit würde in die ehemaligen Kreißsäle noch einmal neues Leben einziehen.

Unsere Quellen:

  • Sascha John, Geschäftsführer Bethesda und Sana-Kliniken Duisburg
  • Prof. Simon Schimmack, Chefarzt Chirurgische Klinik Bethesda
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 21.04.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Duisburg

1 / 2