Schiffseichaufnehmer Pascal Leupold im Einsatz
Bildquelle: WDR / Felix MannheimWDR. 03:15 Min.. Verfügbar bis 03.08.2028.
Früh am Morgen im Duisburger Hafen. Pascal Leupold ist gerade mit dem Auto angekommen. Er zieht sich Sicherheitsschuhe, Rettungskragen und Helm an. Dann nimmt er sein wichtigstes Arbeitsgerät aus dem Kofferraum: einen breiten, stabilen und fünf Meter langen Zollstock.
Damit bestimmt er in Handarbeit, wie schwer Schiffe sind. Also wie viel sie laden können oder abladen müssen, um sicher bei Niedrigwasser über den Rhein zu kommen. Gerade hat er viel zu tun. Doch auch in normalen Zeiten: kaum jemand hat schon einmal von Schiffseichaufnehmern gehört, obwohl ohne sie in den Häfen wenig geht.
Besondere Herausforderung bei Niedrigwasser
Pascal Leupold macht den Job seit 17 Jahren. Gerade hat ihn die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) auch als Sachverständigen vereidigt. Jetzt zieht er sich noch Handschuhe an und klettert eine rostige Leiter vom Kai zur "Thekla" runter.
Das Schiff mit Dortmunder Heimathafen hat Aluminiumhydroxid, ein weißes Pulver, geladen. Bisher war es auf dem Kanal unterwegs. Doch jetzt muss Kapitän Bartek Derkacz über den Rhein weiter nach Köln. Es kommt auf jeden Zentimeter an.
Ohne Schiffseichaufnehmer würde vieles nicht laufen
Auf jedem Schiff gibt es sechs Messstellen.
Bildquelle: WDR / Felix Mannheim"Ich messe an sechs Stellen von der Eichmarke zur Wasseroberfläche", erklärt Leupold. Denn die Ladung und damit der Tiefgang können im Schiff ungleich verteilt sein. Erst aus den sechs Messungen ergibt sich der tatsächliche Tiefgang. Mit den Werten und Umrechnungstabellen kann Leupold bestimmen, wie viele Tonnen Ware an Bord sind.
Darüber informiert er dann den Kapitän und gibt die Daten in eine App ein, die er selbst programmiert hat. Bartek Derkacz weiß jetzt, wie viel er abladen muss, um sicher weiterfahren zu können. Weil man Schiffe nicht einfach wiegen kann, kommt es in den Häfen immer wieder auf Schiffseichaufnehmer wie Pascal Leupold an.
Anruf um Anruf, Hafen um Hafen
Wenn Schiffe anlegen oder fertig geladen haben, müssen sie schnell vermessen werden. Deshalb klingelt bei Leupold ständig das Telefon. Er und sein Team sind in mehreren Häfen unterwegs, stimmen sich immer wieder ab, wer wo übernehmen kann.
Er muss auf viele Details achten. Wenn Schiffe etwa vorher in Salzwasser gemessen wurden, lagen sie da wegen der anderen Dichte höher. Für Leupold hat das großen Reiz: "Es kommt immer wieder was Neues."
Für Pascal Leupold ist kein Tag wie der davor.
Bildquelle: WDR / Felix MannheimAuch bei Thyssenkrupp im Einsatz
Und selbst die ganz großen Firmen setzen auf die Schiffseichaufnehmer. An der Bandanlage hinten im Thyssenkrupp-Stahlwerk klettert Leupold über Gittertreppen zum Schiff, wartet bis es einigermaßen nah an die Anlage treibt und schwingt sich mit einem großen Schritt an Bord.
Irgendwann hat man natürlich auch die körperliche Grenze erreicht. Wir müssen klettern. Das ist auch teilweise gefährlich. Aber solange ich das machen kann, mach ich das weiter. Schiffseichaufnehmer Pascal Leupold
Er will weiter dazu beitragen, dass es in den Ruhrgebietshäfen reibungslos läuft. Und Schiffer genau wissen, wie viel sie geladen haben.
Unsere Quellen:
- Begleitung des Schiffseichaufnehmers Pascal Leupold
- Pressemeldung der Niederrheinischen IHK
Sendung: WDR.de, Schiffseichaufnehmer Pascal Leupold im Einsatz, 04.08.2026, 5 Uhr
