Statt einen Warnschuss abzugeben, flohen die beiden Polizistinnen.
Bildquelle: dpa/GentschDer Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt: Im Mai 2020 waren zwei Polizistinnen zufällig zu einer Verkehrskontrolle in Gevelsberg dazu gekommen, die von ihren Kollegen durchgeführt worden war. Ein Autofahrer zog plötzlich eine Pistole und schoss auf die Verkehrspolizisten. Innerhalb weniger Sekunden fielen 21 Schüsse. Statt ihren Kollegen zu helfen, hielten die beiden 32 und 37 Jahre alten Polizistinnen ein vorbeifahrendes Auto an und flohen. Sie hatten auch keine Warnschüsse abgegeben und erst später die Leitstelle alarmiert.
Bereits 2022 Urteil: vier Monate Haft auf Bewährung
Das Amtsgericht Schwelm hatte die beiden Frauen damals zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, wegen "gemeinschaftlicher versuchter gefährlicher Körperverletzung im Amt durch Unterlassen". Diese Strafe wurde später in einem Berufungsprozess durch das Landgericht Hagen auf vier Monate Haft auf Bewährung verkürzt.
Härteste Disziplinarmaßnahme
Jetzt haben sie auch ihren Beamtenstatus verloren. Laut Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts Münster sind die beiden Polizistinnen mit dem Urteil "aus dem Beamtenverhältnis entfernt." Das ist die schwerste Disziplinarmaßnahme, die in dem Fall möglich ist, wie das Gericht in seiner Mitteilung schreibt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht ist möglich.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Münster
- dpa
- bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 21.09.2026, 17.30 Uhr
