Wollten eigentlich nur einen Blick erhaschen, dann gab es ein Foto mit dem Bundespräsidenten: Alex und sein 13 Monate alter Sohn Theo
Bildquelle: WDR/Johannes HoppeDas Interesse ist groß. Schon vor der Ankunft der schwarzen Limousine des Bundespräsidenten haben sich viele Hattinger auf dem Marktplatz in der Altstadt versammelt. "Wir wollten unser Staatsoberhaupt mal aus nächster Nähe sehen", sagt der junge Vater Max, der sein Baby Theo mitgebracht hat.
Strahlender Empfang von Steinmeier in Hattingen
Dann ist der große Moment da: Die Limousine mit den Deutschland-Fahnen vorne am Auto fährt vor. Die Tür geht auf, Hattingens Bürgermeisterin Melanie Lonse-Witting empfängt den Bundespräsidenten freudestrahlend und streckt ihm ihre Hand entgegen.
Bundespräsident kommt mit Marktleuten ins Gespräch
Frank-Walter Steinmeier strahlt zurück, es werden Fotos gemacht und schon taucht der Bundespräsident ein in seinen Besuch, bei der vor allem eines sein will: volksnah. Er spricht mit dem Betreiber eines Marktstandes mit Kartoffeln und Eiern. "Für Eier ist es noch zu früh", meint der Bundespräsident und schlendert mit der Bürgermeisterin weiter.
Bundespräsident Steinmeier in Hattingen: großer Andrang in der Altstadt
Bildquelle: WDR/Olaf BiernatSie halten am Wahrzeichen von Hattingen an, dem so genannten Bügeleisen, einem alten und besonderen Fachwerkhaus. Immer wieder kommen Bürger vorbei und sprechen den Bundespräsidenten an, es gibt einen kurzen Small Talk und Hände werden geschüttelt.
Heinz Godik schiebt gerade sein Fahrrad durch die Fußgängerzone, auch er darf dem Bundepräsidenten die Hand schütteln. "Ich bin erstaunt, wie locker der ist. Wir haben ein bisschen darüber geplaudert, was ich gleich noch einkaufen gehe", sagt er.
Viel Security in Hattingen bei Steinmeier-Besuch
Immer im Schlepptau des Staatsoberhauptes: Ein großer Medientross, Kameras, Mikrofone und Journalisten. Und natürlich Sicherheitspersonal. Alle in dunklen Anzügen, einige tragen Sonnenbrille, alle ein kleiner Knopf im Ohr. Sie sichern alle Seiten rund um den Bundespräsidenten ab.
Besuch in Läden in der Hattinger Altstadt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Bildquelle: WDR/Olaf BiernatDer biegt dann in ein Geschäft ein, es ist ein Laden für Wohnaccessoirs. Dort nimmt er sich besonders viel Zeit und spricht mit Inhaberin Andrea Kehry-Rudolph. Die Chefin erzählt dem Bundespräsidenten über die Schwierigkeiten im Einzelhandel und Leerstand in der City.
Bundespräsident besucht Hattinger Geschäfte
Nachdem sich Frank-Walter Steinmeier verabschiedet, fällt der Geschäftsinhaberin ein kleiner Stein vom Herzen: "Da war ich aber ordentlich aufgeregt jetzt. Da habe ich nicht mit gerechnet. Aber der ist so nett und zugewandt", sagt sie.
Besuch in einer Buchhandlung: Bundespräsident Steinmeier in Hattingen
Bildquelle: WDR/Olaf BiernatSchon verschwindet der Bundespräsident im nächsten Geschäft, einem Buchladen. Dort schmökert er durch die Regale, begleitet von Robin Müller, dem Verkäufer. Der gibt immer wieder Kaufempfehlungen zu neuesten Büchern. Am Ende kauft Frank-Walter Steinmeier auch zwei Exemplare, das neue Buch von Elke Heidenreich und "Broder" von Dörte Hansen. Bezahlt wird in bar, dann gehts weiter.
Steinmeier im Goldenen Buch der Stadt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Hattingen ein
Bildquelle: WDR/Olaf BiernatDer Medientross schlängelt sich weiter durch die Altstadt, nach einem Kurzbesuch in einem italienischen Restaurant geht es zurück ins Rathaus. Die feierliche Eintragung ins Goldene Buch steht an.
Danach empfangen ihn schon die Lokalpolitiker aller Fraktionen im Sitzungssaal. Dort hält er eine Eröffnungsrede: "Der Ton wird rauer, deshalb müssen wir Politiker raus in die Städte", sagt er.
Strukturwandel in Hattingen wird thematisiert
Gespräch mit Politikern in Hattingen: Bundespräsident Steinmeier
Bildquelle: WDR/Olaf BiernatAuf seinem Rundgang durch Hattingen habe er gemerkt, dass die Menschen gerne in ihrer Stadt leben, viele schon ein Leben lang. Und dass Hattingen Paradebeispiel für den Strukturwandel sei. Tatsächlich hat Hattingen schon Ende der 1980er Jahre durch die Schließung der Stahlhütte einen tiefen Einschnitt erlebt.
"Der Strukturwandel sei durch gute Kommunalpolitik und ein gutes Miteinander mit den Bürgern gelungen", fügt Frank-Walter Steinmeier an. Dann gehen die Türen zu und die Medienvertreter müssen den Raum verlassen.
Appell an die Bürger
In seinem einizigen offiziellen Statment während seines Besuches in Hattingen ging der Bundespräsident auch auf die Situation in Deutschland nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ein: "Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und uns von der Angst nicht lähmen lassen", sagte Steinmeier. Wichtig sei es jetzt, in den Bundesländern stabile Regierungen hinzubekommen.
Bundespräsident nimmt offiziell die Amtsgeschäfte aus Hattingen auf
Am Nachmittag wird der Bundespräsident dann offiziell die Amtsgeschäfte aufnehmen. Er residiert in einem Hotel direkt in der Nähe der Altstadt. Dort haben auch viele Mitarbeiter Büros bezogen, um zu arbeiten. Auf dem Dach wird die Standarte gehisst, die Flagge des Staatsoberhauptes.
Am ersten Tag des Besuches steht noch ein gemeinsames Kochen mit Jugendlichen auf dem Programm. Und am Abend gibt es ein Kneipenquiz in einer alt eingesessenen Hattinger Kneipe.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort in Hattingen
Sendung: WDR.de, Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Hattingen, 22.09.2026, 13:51 Uhr
