Kind stirbt nach Messerangriff in Witten: Vater schweigt weiterhin

WDR 02:32 Min. Verfügbar bis 30.03.2027

Kind stirbt nach Messerangriff in Witten: Vater schweigt weiterhin

Stand:

Nach dem tödlichen Messerangriff in Witten sitzt der verdächtigte Vater in U-Haft. Er schweigt weiterhin.

Die Ermittlungen konzentrieren sich vor allem auf mögliche Motive des Vaters. Dieser mache von seinem Schweigerecht Gebrauch und hat sich bisher nicht zu der Tat geäußert, so die Staatsanwaltschaft Bochum. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass es am Samstagvormittag in der Wohnung der Familie zu einem Streit kam.

Dass es um eine mögliche Trennung der Eltern gegangen sein soll, konnte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage nicht bestätigen. Ob es im Vorfeld einen Streit um einen bevorstehenden Urlaub gegeben hat, ist unklar. Marco Bischoff von der Bochumer Polizei sagte dem WDR, dass ein Fahrzeug mit Koffern sichergestellt wurde, daraus Rückschlüsse zu ziehen, sei aber jetzt noch zu früh.

Motiv nach Tat in Witten weiter unklar

WDR Studios NRW 30.03.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 29.03.2028 WDR Online

Nach Messerangriff in Witten: Mutter und Tochter außer Lebensgefahr

Auf dem Bild sind zwei Autos zu sehen.

Der Streit soll sich auf die Straße vor dem Mehrfamilienhaus verlagert haben. Der 40-jährige Deutsche soll seine Familie dort mit einem Messer angegriffen haben. Der 13-jährige Sohn wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch vor Ort starb. Reanimationsversuche der Rettungskräfte hatten keinen Erfolg mehr.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, werden die 38-jährige Mutter und die neunjährige Schwester weiter intensivmedizinisch behandelt. Am Samstagabend hieß es zunächst, dass das Mädchen außer Lebensgefahr sei. Mittlerweile gilt dies auch für die Mutter.

Tatverdächtiger Vater in Untersuchungshaft

Der tatverdächtige Vater soll ebenfalls medizinisch behandelt worden sein. Er wie auch seine Frau sind Deutsche. Psychische Probleme bei dem Mann sind bislang nicht bekannt. Polizei und Staatsanwaltschaft in Bochum haben eine Mordkommission eingerichtet.

Eine Polizistin steht vor einem Polizeiauto, das Blaulicht an hat

Der mutmaßliche Täter soll in diesem Polizeiauto sitzen.

Der 40-Jährige wurde festgenommen und am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts. Der Beschuldigte machte bislang keine Angaben. Die Ermittlungen zu Tathergang und Motiv dauern an. In den kommenden Tagen sollen weitere Zeugen vernommen werden.

Zeugen in Witten von Seelsorgern betreut

Der Bereich um das Mehrfamilienhaus wurde am Samstag weiträumig abgesperrt, auf der Straße waren Blutspuren zu sehen. Mehrere Einsatzfahrzeuge, Rettungskräfte und die Feuerwehr waren vor Ort. Ermittler sicherten am Tatort Spuren. Auch der Rettungsdienst war mit Notfallseelsorgern im Einsatz. 

Messerangriff in Witten - Update | Video

WDR 00:17 Min. Verfügbar bis 28.03.2028

Passanten und Anwohner hatten gegen 10.30 Uhr den Notruf gewählt und erste Hilfe geleistet. Sie werden von Seelsorgern betreut.

"Dann sieht man sich auf einmal mit einer Situation konfrontiert, die eben nicht alltäglich ist, die auch nicht alltäglich sein darf, die dann auch wirklich belastend ist." Marco Bischoff, Sprecher Polizei Bochum

Bestürzung und Trauer in Witten

Wittens Bürgermeister Dirk Leistner reagierte bestürzt auf die Tat: "Die Nachricht von dieser schrecklichen Tat erschüttert uns alle zutiefst." Seine Gedanken seien bei der Familie und den Angehörigen.

Blumen, Kerzen und Teddybär als Gedenken an das Opfer des Messerangriffs

Blumen, Kerzen und ein Plüschtier als Gedenken an der Unglücksstelle

"Wir wünschen den Verletzten von Herzen Kraft und eine schnelle Genesung." Die Stadt bittet die Bevölkerung, Rücksicht auf die Betroffenen zu nehmen und auf Spekulationen zu verzichten.

"Besonders der Tod eines Kindes macht uns fassungslos." Dirk Leistner, Bürgermeister von Witten

Die Trauer in Witten ist groß. An der Unglücksstelle, an der der Junge starb, legten viele Blumen und ein Plüschtier nieder und zündeten Kerzen an.

Verdächtigter Vater schweigt weiter nach tödlicher Messerattacke

WDR 30.03.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 29.03.2028

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Am Montag gab es am Mittag in Witten eine Gedenkminute für den getöteten Jungen. Dazu hatte die Stadt aufgerufen. Auch die Bochumer Schule, auf die der Junge gegangen sein soll, teilt auf ihrer Website ihre Trauer und Bestürzung mit.

Unsere Quellen:

  • WDR Reporter vor Ort
  • Polizei Bochum
  • Staatsanwaltschaft Bochum
  • Alex Talash, freier Journalist
  • dpa

Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 30.03.2026, 09.31 Uhr
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 30.03.2026, 12.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 28.03.2026, 18.45 Uhr

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