Müllbeseitigung in Gelsenkirchen
Bildquelle: WDRWDR. 01:54 Min.. Verfügbar bis 13.08.2028.
Nein, es ist nicht immer angenehm, diesen Job zu machen. "Es sind manchmal schon krasse Sachen dabei und dann ist man schon froh, wenn man mittags den Wagen entleert und sauber macht, weil dieser Geruch da ist, den man teilweise auch in den Sachen hat. Und dann ist man froh, wenn man Feierabend hat und unter der Dusche steht", erzählt Udo Buschmann. Er ist seit Kurzem täglich auf Müllstreife.
Müllentsorger: Einsätze teilweise sehr eklig
Müllentsorger Jusuf Gerdovic
Bildquelle: WDR"Wenn da tausende Würmer sind, dann ist das eklig", berichtet sein Kollege Jusuf Gerdovic, der mit ihm unterwegs ist.
"Vorgestern ist mir das passiert. Da habe ich einfach eine Kiste gepackt und auf den Pritschenwagen geworfen - und dadurch ist die komplette verfaulte Suppe auf mich gekippt." Jusuf Gerdovic, Gelsendienste
Eine Flüssigkeit mit zahlreichen Maden floss aus der Kiste direkt auf den Gelsendienste-Mitarbeiter. Der musste sich sofort umziehen. Erlebnisse, die den Arbeitsalltag der beiden Männer ausmachen.
Schwerstarbeit: Müllentsorgung in Gelsenkirchen
Bildquelle: WDRTeams wurden nun aufgestockt
Das städtische Entsorgungsunternehmen Gelsendienste weiß, warum es seine Müllstreifen in diesem Sommer aufgestockt hat. Vier neue Teams sind seit Juni auf den Straßen Gelsenkirchens im Einsatz. Insgesamt kümmern sich zwölf Mitarbeiter darum.
Sie machen regelmäßige Kontrollfahrten und beseitigen Verunreinigungen nach Möglichkeit direkt. Bei größeren Müllmengen oder Problemabfällen wird die Entsorgung durch andere Einheiten von Gelsendienste veranlasst.
Erste Erfolge sichtbar
Simon Nowack, Betriebsleiter Gelsendienste
Bildquelle: WDRHandlungsbedarf sah man schon 2024, als man mit zwei Fahrzeugen loslegte. Nun sei eine Aufstockung nötig gewesen, erklärt Betriebsleiter Simon Nowack. Und schon nach kurzer Zeit könne man sagen: mit Erfolg.
"Man sieht im Stadtgebiet, dass die Müllhaufen deutlich weniger werden." Simon Nowack, Betriebsleiter Gelsendienste
Man sei zunächst mit den Entsorgungstrupps unterwegs gewesen in den Stadtteilen Schalke, Bismarck und Bulmke-Hüllen. Nun habe man sich entschlossen, das Einsatzgebiet auch auf den Süden auszuweiten, zum Beispiel auf Rotthausen, Ückendorf und Horst.
Kostspieliger aber nötiger Service
Dabei ist Nowack bewusst, dass diese im Grunde freiwillige Leistung Personal vor allem Geld kostet - 500- bis 600-tausend Euro im Jahr. Der Betriebsleiter betont aber: "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten natürlich zurecht, dass wir auch Leistung bringen. Darum haben wir uns ganz bewusst entschieden, Geld in die Hand zu nehmen und diesen zusätzlichen Service anzubieten."
Dass man durch den Service möglicherweise Bürger zum illegalen Müllabstellen sogar "erziehen" würde, räumt Nowack ein. Für ihn sei aber wichtig, dass alle anderen, die ihren Müll ordentlich entsorgen, nicht darunter leiden.
Entsorger wundern sich über Verhalten der Menschen
Müllentsorger Udo Buschmann
Bildquelle: WDRDie beiden Müllentsorger Buschmann und Gerdovic wissen um ihre wichtige Aufgabe in der Stadt. Udo Buschmann trifft bei seinen Fahrten auch immer wieder auf Menschen, die Müll illegal entsorgen und spricht sie darauf an.
"Man spricht teilweise gegen Wände. Manche akzeptieren es, aber viele akzeptieren es nicht oder wollen es nicht verstehen." Uwe Bollmann, Gelsendienste
Hausmüll, Lebensmittel, Kartons, Matratzen oder Unkraut - all das muss er auf seinen Fahrten in seinen Pritschenwagen einsammeln. Verstehen kann er das Verhalten der Menschen nicht. Aber er sehe, dass durch seine Arbeit Gelsenkirchen ein bisschen sauberer werde.
Unsere Quellen:
- Gelsendienste
- Beobachtungen von WDR-Reporter vor Ort auf Entsorgungshof
Sendung: WDR.de, Müllbeseitigung in Gelsenkirchen, 13.08.2026, 19:07 Uhr
