Grafik: Mülltrennung

Müll richtig trennen Diese fünf Mythen halten sich hartnäckig

Stand:

In der EU ist eine neue Verpackungsreform an den Start gegangen. Die Deutschen gelten bereits als Meister der Mülltrennung. Doch auch bei uns ist noch Luft nach oben. Diese fünf Mythen halten sich hartnäckig.

Jetzt ist sie in Kraft: die EU-Verpackungsreform. Sie soll den wachsenden Verpackungsmüll eindämmen, Recycling vereinfachen und den Einsatz von Recyclingmaterialien insgesamt erhöhen. Das betrifft zunächst die Hersteller - wir als Verbraucher werden erst in ein paar Jahren die Veränderungen spüren.

An der Mülltrennung zu Hause ändert die EU-Reform ohnehin wenig und in diesem Punkt gelten die Deutschen ja bereits als Weltmeister. Doch auch bei uns schleichen sich immer wieder Fehler ein. Diese fünf Mythen zur Mülltrennung halten sich hartnäckig.

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Papier gehört ausschließlich in die Papiertonne

Leere Pizzakartons in einem Altpapiercontainer

Pizzakartons können als Altpapier entsorgt werden

Bildquelle: picture alliance / Jochen Tack

Eigentlich könnte es doch so einfach sein: Papier kommt in die Papiertonne. In der Regel ist das auch so, aber es gibt Ausnahmen. So gehören benutzte Papiertücher, egal ob Küchenrolle oder Taschentücher, nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll. In den Recyclinganlagen können Verschmutzungen und Essensreste nämlich nicht aussortiert werden.

Genauso wenig ins Altpapier gehören die Kartons von Tiefkühlpizzen. Denn die Verpackungen von Fertiggerichten sind häufig mit Kunststoff beschichtet und damit ein Fall für den gelben Sack. Unbeschichtete Pizzakartons beispielsweise von Lieferdiensten können wiederum bedenkenlos in der Papiertonne entsorgt werden. Sind sie allerdings zu sehr mit Essensresten verschmutzt, sind sie ein Fall für den Restmüll. Genauso wie Backpapier, denn auch das ist beschichtet und nach dem Gebrauch häufig ölig oder mit Essensresten überzogen.

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Plastik aller Art kommt in den gelben Sack

Gelbe Tonne und Säcke vor einem Zaun

In den gelben Sack kommt nicht nur Plastik

Bildquelle: Weingartner-Foto/Chromorange/vario images

Der gelbe Sack oder die gelbe Tonne ist auch als Plastikmüll bekannt. Aber so ganz stimmt das nicht: Denn in den gelben Sack gehören zwar Verpackungen aus Plastik, aber auch Metall und Verbundstoffen. Konservendosen, Alufolien, Kronkorken, Milchtüten und Saftkartons landen ebenso im gelben Sack wie Joghurtbecher, Shampooflaschen, Folien und Tüten.

Andere Plastikgegenstände haben in der gelben Tonne wiederum nichts zu suchen. So handelt es sich bei Zahnbürsten, Plastikspielzeug, CD-Hüllen und auch bei den CDs selbst um Restmüll. Einige Kommunen wie Köln bieten jedoch mittlerweile eine sogenannte Wertstofftonne an. In dieser können dann auch Kunststoffe und Metalle entsorgt werden, bei denen es sich nicht um Verpackungen handelt.

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Teebeutel gehören in den Restmüll

Pyramidenförmige Teebeutel auf grauem Hintergrund

Die meisten Teebeutel gehören in den Biomüll

Bildquelle: Lubos Chlubny/imageBROKER/vario images

Für klassische Teebeutel stimmt das nicht. Das dünne Filterpapier ist kompostierbar und die Metallklammer wird in der Verwertungsanlage aussortiert. Somit gehören Teebeutel in den Biomüll. Aber Achtung: Es gibt auch Teebeutel, die nicht aus Papier, sondern einem Plastiknetz bestehen. Diese Beutel sind dann tatsächlich ein Fall für den Restmüll.

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Verpackungen müssen ausgespült werden

Viele von uns trennen nicht nur penibel den Müll, wir spülen Verpackungen, bevor sie in der Tonne landen, oftmals sogar noch aus - zum Beispiel Joghurtbecher. Aber das ist überhaupt nicht nötig. Es genügt vollkommen, wenn die Behälter von Joghurt, Quark und Co. "löffelrein" sind, da diese Verpackungen in der Wiederverwertung ohnehin gereinigt werden. Wasser und Spülmittel kann man sich somit guten Gewissens sparen.

Übrigens: Beim Joghurt ist es viel wichtiger, Becher und Alu-Deckel zu trennen, bevor man sie in den gelben Sack wirft. Nur dann können sie von der Sortieranlage richtig erkannt und getrennt werden. Außerdem sollten die Becher nicht ineinander gestapelt werden. Auch das hilft der Anlage später beim Sortieren.

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Jede Art von Glas gehört in den Altglascontainer

Ein überfüllter Altglascontainer, die Flaschen passen nicht mehr alle hinein

Glas ist nicht gleich Glas

Bildquelle: WDR / Robert B. Fishman

Nein, denn beim Altglas verhält es sich ähnlich wie beim gelben Sack. Auch hier geht es vor allem um (Glas-)Verpackungen. Getränkeflaschen wie Wein- und Sektflaschen, Konservengläser wie Marmeladen- und Pestogläser, Flakons und Parfümflaschen sowie Öl- und Essigflaschen gehören ins Altglas.

Trinkgläser, Fensterglas, Spiegel, Porzellan oder Keramik haben dort jedoch nichts zu suchen. Denn diese Materialien haben entweder einen anderen Schmelzpunkt oder stören das Recycling. Außerdem sollten die Flaschen der Farbe nach sortiert und die Deckel getrennt entsorgt werden.

Und was ist, wenn ich gar nicht alle Tonnen zu Hause habe?

Manchmal scheitert das Mülltrennen aber nicht an einem selbst, sondern an den Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Denn in Deutschland ist zwar die Mülltrennung im Kreislaufwirtschaftsgesetz vorgeschrieben, allerdings sind Vermieter nicht in jeder Kommune verpflichtet, alle Sondertonnen bereitzustellen. Auch wenn Kommunen eine Biotonne anbieten müssen - Pflicht für Vermieter ist lediglich die Restmülltonne.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat berechnet, dass nur etwa 63 Prozent der deutschen Haushalte über eine Biotonne verfügen. 288 von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten haben eine Pflicht-Biotonne eingeführt. Andere wie Bonn und Köln setzen auf eine freiwillige Biotonne oder Bringsysteme. Dadurch landen laut NABU jährlich immer noch vier Tonnen Biomüll in der Restmülltonne.

Für gelbe Tonnen und Altpapiertonnen gibt es gar keine Verpflichtung. Getrennt entsorgt werden müssen diese Abfälle aber trotzdem, zum Beispiel über einen Wertstoffhof.

Wer also nicht alle Mülltonnen besitzt, kann diese als Eigentümer über das zuständige Abfallentsorgungsunternehmen bestellen. In Köln kümmern sich zum Beispiel die Abfallwirtschaftsbetriebe darum (AWB). Hier werden Biotonne, Wertstofftonne und Altpapiertonne dann kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer zur Miete wohnt, muss sich an den Vermieter oder die Hausverwaltung wenden. Diese können dann das Entsorgungsunternehmen kontaktieren.

Diese fünf Müll-Mythen halten sich hartnäckig

WDR 12.08.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 11.08.2028 WDR Online

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