Mit einer Pizzabestellung meldet sich am Samstagmorgen eine junge Frauenstimme beim Notruf der Gelsenkirchener Polizei. Anstatt den Anruf als Scherz abzutun, erkennt die Beamtin am anderen Ende der Leitung, dass die Anruferin nicht frei sprechen kann - und sich in einer Notsituation befindet.
Gelsenkirchenerin im Uber bedrängt
Die 18 Jahre alte Gelsenkirchenerin war in Bochum in ein Uber gestiegen, um zu ihrer Wohnung nach Gelsenkirchen zurückzufahren. Während der Fahrt belästigte sie der Fahrer sexuell, indem er sie berührte, so die Polizei Gelsenkirchen.
Um Hilfe zu rufen, wählte sie unauffällig den Notruf der Polizei. Weil sie aber nicht frei sprechen konnte, gab sie vor, eine Pizza zu bestellen. Die Leitstelle durchschaute die Notlage und schickte einen Streifenwagen nach Gelsenkirchen-Buer. Den 35-jährigen Uber-Fahrer aus Düsseldorf erwartet jetzt ein Strafverfahren.
Polizei für unterschiedlichste Notrufe sensibilisiert
Sollte man sich selbst in einer Gefahrensituation befinden und nicht frei sprechen können, rät die Polizei zu unauffälligen Hilfesignalen. Das können alltägliche, unauffällige Formulierungen oder auch widersprüchliche oder unpassende Aussagen sein - ähnlich einer Pizzabestellung. Mitarbeiter der Polizei seien für genau diese Gespräche sensibilisiert.
Andere Hilfsmittel können auch die Frage "Wo ist Luisa?" oder das internationale Handzeichen für einen stillen Hilferuf sein, bei dem der Daumen auf die Handfläche gelegt und die restlichen Finger darüber geschlossen werden. Wichtig ist, dass die bedrohliche Person keinen Verdacht schöpft.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Polizei Gelsenkirchen
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 23.07.2026, 15:31 Uhr