Schrottimmobilie in Hagen

Hagen diskutiert Was tun gegen Schrottimmobilien und Sozialmissbrauch?

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Verwahrloste Häuser und Sozialmissbrauch - Hagen gehört neben Duisburg und Gelsenkirchen zu den Städten, die die größten Schwierigkeiten mit Zuwanderern aus Südosteuropa haben. Der Oberbürgermeister hat sich den Fragen der Bürger gestellt.

Dennis Rehbein (CDU) ist ein gefragter Mann. Es gab viele Medienanfragen in diesen Tagen zu den Problemen, die Hagen mit der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien, Schrottimmobilien und Sozialmissbrauch hat. Am Mittwochabend will Hagens Oberbürgermeister mit seinen Bürgern ins Gespräch kommen.

Hagen Pakt hat aktuellen Bezug

Thema des Bürgerdialogs ist der "Hagen Pakt", Hagens spezieller Weg, die Probleme mit Zuwanderung zu lösen. Das ist brandaktuell. Die Bundesregierung hat am Mittwoch ihr Zehn-Punkte-Aktionsplan gegen Missbrach von Sozialleistungen vorgestellt. Etwas, zu dem Rehbein später auch noch einiges zu sagen hat.

Problemhäuser: Leben unter unmenschlichen Bedingungen

Eine schmutzige Matratze liegt auf dem Fußboden in einer Schrottimmobilie

Eine schmutzige Matratze liegt auf dem Fußboden in einer Schrottimmobilie in Hagen

Bildquelle: WDR

Claudia Schlempp gehört zu den etwa zwanzig Bürgern, die zum Dialog gekommen sind. "Wir haben die Familien bei uns in den Einrichtungen, die so bemüht sind und die sich wirklich abstrampeln", erzählt Schlempp von ihren Erfahrungen als Chefin einer Kindertagesstätte: "Die leben in Immobilien. Da würden Sie und ich nicht leben wollen." Sie findet, dass den Menschen geholfen werden muss und will vom OB wissen, was Hagen plant.

Dennis Rehbein ist bemüht, dass die Veranstaltung nicht zur Beschimpfung von Zuwanderern ausartet. Immer wieder spricht er deshalb über Positiv-Beispiele: "Ein Teil arbeitet hier und ist sehr gut integriert." Aber es gibt eben auch die anderen. 7.000 Zuwanderer aus Südosteuropa, vornehmlich aus Rumänien und Bulgarien, wohnen in Hagen. Nur etwa die Hälfte hat einen Job.

OB Dennis Rehbein zum Hagen-Pakt

WDR 23.09.2026 2 Min. 50 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

600 Wohnungen sollen abgerissen werden

Schrottimmobilie in Hagen

Müll liegt zwischen Matratzen in einer Schrottimmobilie

Bildquelle: WDR

Viele wohnen unter unmenschlichen Umständen. In 50-Quadratmeter-Wohnungen sind es manchmal bis zu 15 Personen. Rehbein berichtet den Bürgern vom geplanten Sanierungsprogramm. 350 Immobilien will sich die Stadt in den kommenden Jahren vornehmen. 600 Wohnungen sollen abgerissen, etwa 1.000 Wohnheiten saniert werden. Das Land unterstützt das Programm mit 80 Millionen Euro. Nur zehn Prozent der Kosten müsse die Stadt selber tragen, berichtet der OB seinen Bürgern.

Er erzählt aber auch von besonders drastischen Fällen. "Letzte Woche kam eine Familie mit acht Kindern zu uns. Mit Dolmetscher. Keiner sprach deutsch". Um zu überprüfen, ob diese Familien rechtmäßig hier sind, hat die Stadt das "Servicezentrum Europa" gegründet. Hier müssen sich Zuwanderer anmelden. Damit will die Stadt Sozialmissbrauch auf die Schliche kommen. Nachdem die Mitarbeiter die Familie genauer befragt hatten, verschwand sie unverrichteter Dinge. Offenbar hat das Servicecenter abschreckende Wirkung.

Hagens Oberbürgermeister Dennis Rehbein

Hagens Oberbürgermeister Dennis Rehbein

Bildquelle: WDR / Michael Westerhoff

Rehbein lobt Regierung

Rehbein lobt auch den Zehn-Punkte-Aktionsplan der Bundesregierung gegen Sozialmissbrauch. Bislang sei der Datenschutz ein Problem: "Wenn die (Zuwanderer) heute zum Einwohnermeldeamt kommen und eine Wohnungsgeberbescheinigung haben, dann müssen wir die anmelden. Und wenn hinterher Auffälligkeiten sind, dass bei der Adresse beispielsweise schon 20, 30 Leute wohnen, die Sozialleistungen beziehen, dann würden das die Menschen im Einwohnermeldeamt aktuell nicht wissen." In Zukunft soll ein Austausch von Daten möglich sein.

Konkreter Vorschlag zum Einkommen

Rehbein fordert zudem eine Überprüfung der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Er schlägt vor, dass man erst als Arbeitnehmer anerkannt werde, wenn man zwei Drittel des deutschen Durchschnittslohn verdient. Das würde eine Zuwanderung in Sozialsysteme verhindern. Also dass Menschen nur kommen, um Sozialhilfe zu kassieren.

Bürgerdialog zu Schrottimmobilien in Hagen

WDR 23.09.2026 1 Min. 4 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Unsere Quellen:

  • Dennis Rehbein (CDU), Oberbürgermeister Hagen
  • Reporter beim Bürgerdialog
  • Bundesinnenministerium (Zehn-Punkte-Plan)

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 23.09.2026, 13:40 Uhr
Sendung: WDR.de, Bürgerdialog zu Schrottimmobilien in Hagen, 24.09.2026, 05:00 Uhr

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