Unkastrierte Jungkatzen sind für die Stadt Hagen ein Problem.
Für freilaufende Katzen : Hagen beschließt Kastrationspflicht
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Die Stadt Hagen hat eine Kastrationspflicht für Katzen beschlossen, die sich außerhalb einer Wohnung aufhalten. Sie gilt ab September. Die Pflicht sei aus Tierschutzgründen nötig, da sich die Tiere zu stark vermehren, so die Stadt. In den meisten umliegenden Städten gibt es bereits eine Kastrationspflicht.
Jede Katze, die sich in Hagen ab September außerhalb eines Hauses oder einer Wohnung bewegt, muss registriert und kastriert sein. Das sieht die neue Katzenschutzverordnung der Stadt vor, die der Rat am Donnerstag, 9. Juli 2026, beschlossen hat.
Kastrationspflicht soll Tierleid verringern
Die Regelung solle weiteres Tierleid verhindern und die Population freilaufender Katzen begrenzen, hieß es in der Ratsvorlage zu dem Beschluss. In der Stadt wurden in den vergangenen Jahren immer mehr freilebende und verwilderte Tiere gezählt. Diese seien häufig die Nachfahren von fortpflanzungsfähigen Privatkatzen, die sich frei außerhalb der Wohnung bewegen.
Wild lebende Katzen sind nach Einschätzung der Stadt Hagen oft unterernährt und krank. Das gelte vor allem für unkastrierte weibliche Tiere, die mehrmals im Jahr Junge bekommen können.
Rund 2.000 freilebende Katzen in der Stadt
Wie viele Katzen es in Hagen genau gibt, weiß die Stadtverwaltung nicht. Laut Statistik müssten es etwa 34.000 Tiere sein. Die Verantwortlichen schätzen, dass sich davon knapp 2.000 zumindest zeitweise unkontrolliert im Freien bewegen.
Das führt zu einer Überlastung des städtischen Tierheims und der ehrenamtlichen Tierschützer. Das Tierheim hat im vergangenen Jahr 130 Jungtiere aufgenommen. Der Tierschutzverein Hagen hat im gleichen Zeitraum noch mal mehr als 100 junge Katzen betreut und versorgt.
Tierschutzverein begrüßt Kastrationspflicht
Der Verein begrüßt deshalb die Kastrationspflicht für Katzen, die sich außerhalb einer Wohnung aufhalten. "Das ist schon lange überfällig", so die Vorsitzende Birgit Ganskow. Sie geht sogar noch weiter und fordert nicht nur eine bundesweite Kastrationspflicht, sondern möchte sie auf alle Katzen ausweiten, also auch solche, die eine Wohnung nie verlassen. Ausnahmen solle es höchstens für Züchter geben.
In anderen Ruhrgebietsstädten gibt es bereits eine Kastrationspflicht für Katzen
Die Kastrationspflicht soll in Hagen ab September gelten.
Hagen ist eine der letzten Kommunen im Ruhrgebiet, die eine Kastrationspflicht einführt. In den meisten Städten gibt es die bereits. In Dortmund zum Beispiel seit 2020 und das mit Erfolg, sagt die Tierschutzorganisation Arche 90. Die Zahl der gefundenen Jungtiere sei danach deutlich zurück gegangen. Allerdings wurden zuletzt wieder mehr unkastrierte Tiere gefunden.
Die Vorsitzende Heike Beckmann erklärt das zum einen mit steigenden Tierarztkosten, zum anderen mit mangelnden Kontrollmöglichkeiten. So sei im Prinzip erst mit einer tierärztlichen Untersuchung feststellbar, ob ein Tier kastriert ist oder nicht.
Bis zu 1.000 Euro Strafe
Katzenhaltern, die sich nicht an die Auflagen halten, droht in Hagen eine Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro. Laut Verordnung darf die Stadt Hagen freilaufende Katzen einfangen, registrieren und kastrieren lassen. Sofern die Tierhalter zu ermitteln sind, müssen diese die Kosten übernehmen.
Unsere Quellen:
- Vorlage Katzenschutzverordnung der Stadt Hagen
- Begründung der Stadt Hagen zur Einführung eine Katzenschutzverordnung
- Auskünfte der Stadt Hagen
- Interview mit Birgit Ganskow, Vorsitzende Tierschutzverein Hagen
- Gespräch mit Heike Beckmann, Arche 90 e.V.
- Homepage Deutscher Tierschutzbund
Sendung: WDR.de, Hagen beschließt Kastrationspflicht, 09.07.2026, 17:25 Uhr