Bundespräsident Steinmeier besucht Hammer Tempelfest der Hindus
03:15 Min.. Verfügbar bis 26.07.2028.
Der Tempel sei "ein lebendiger Ort, an dem man spürt, wie reich und vielfältig das religiöse Leben in unserem Land mittlerweile geworden ist", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Ansprache an die Besucher des Tempelfests. "Die hinduistische Religion ist ein Teil dieser Vielfalt!" Seine Rede zeigt die Gemeinde auf einer großen Leinwand auf dem Tempelgelände. Für sie ist Steinmeiers Besuch etwas ganz Besonderes, der Oberste Priester hatte ihn schon mehrfach eingeladen.
Steinmeiers Ansprache hat die Gemeinde für die Besucher auf einer Leinwand übertragen.
Auf dem Tempelgelände filmen einige Besucher Steinmeiers gesamte Ansprache mit dem Handy. Neben Hindus aus der näheren Umgebung sind auch in diesem Jahr wieder Besucher aus ganz Europa nach Hamm gekommen. Am Sonntagvormittag fahren Autos mit norwegischen, britischen, französischen und niederländischen Kennzeichen auf den Parkplatz, von dem es zu Fuß in Richtung Tempel geht.
Zum Tempelfest in Hamm reisen Hindus aus ganz Europa an.
Flucht aus Sri Lanka: Weg des Obersten Priesters nach Hamm
Sie hören, wie Steinmeier zu Beginn seiner Rede den Obersten Priester, Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal, persönlich anspricht. Er war Anfang der 1980er Jahre unter dramatischen Umständen vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka geflohen. "Viele von denen, die damals auf der Suche nach Schutz in unser Land kamen, haben hier in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat gefunden. Sie sind Schritt für Schritt mit diesem Land und den Menschen, die hier leben, zusammengewachsen", sagte Steinmeier.
Der Tempel sei ein lebendiger Ort, "an dem man spürt, wie reich und vielfältig das religiöse Leben" ist, sagt der Bundespräsident.
Der prachtvolle Tempel, der in einem Gewerbegebiet im Hammer Stadtteil Uentrop liegt, sei aber auch ein Ort des Lernens, "an dem Menschen mehr erfahren können über den Hinduismus und seine für uns Christen geradezu überwältigende innere Vielfalt." Davon konnte sich Steinmeier bei seiner Ankunft auch selbst überzeugen: Gemeindemitglieder hatten ihn mit Ritualen empfangen und ihm einen Bindi, den bekannten roten Punkt, auf die Stirn gemalt.
Berliner CSD: Steinmeier verurteilt mutmaßlichen Anschlag
In seiner Rede kam der Bundespräsident auch auf den mutmaßlichen Anschlag auf den CSD in Berlin am Samstagabend zu sprechen. "Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben. Meine und unsere Gedanken sind heute bei Angehörigen und Freunden der beim Anschlag getöteten Frau und den – zum Teil schwer – Verletzten, denen wir vollständige Genesung wünschen", sagte Steinmeier.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
- Hinduistische Gemeinde in Deutschland
Sendung: WDR Aktuell, Bundespräsident Steinmeier besucht Hammer Tempelfest, 26.07.2026, 13 Uhr
