Rettungsschwimmer am Silbersee II: Pia Pennekamp und ihre Kollegen sorgen für Sicherheit
Sicherheit am Silbersee II : Wie Rettungsschwimmer hier Leben retten
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DLRG-Rettungsschwimmerin und Notärztin Pia Pennekamp wacht gemeinsam mit ihren Kollegen über den Silbersee II in Haltern am See. Sie rettet erschöpfte Schwimmer, versorgt Kinder mit Atemnot und sucht vermisste Teenager. Ein Tag, der zeigt, wie wichtig Wasserrettung für Sicherheit am Badesee ist.
Pia Pennekamp macht die Leine los. Die Rettungsschwimmerin der DLRG startet mit einem Kollegen eine Routinefahrt mit dem Motorboot. Menschenmassen tummeln sich an diesem heißen Sommertag am Silbersee II zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Während ihrer Fahrt entdecken sie plötzlich die erhobene Hand eines Schwimmers weit draußen auf dem See.
DLRG im Einsatz am Silbersee: Schwimmer in Not
Als sie sich dem Schwimmer nähern, ruft er ihnen schon entgegen: "Mir geht es gut, aber ich komm nicht mehr zurück!" Pennekamp fährt langsam an ihn heran und hievt den Schwimmer mit einem Kollegen ins Boot. Erschöpft sieht er aus, der junge Mann mit den dunklen Haaren, der gegen die Kräfte des Wassers einfach nicht mehr ankam.
Pia und ihr Kollege ziehen den Mann ins Boot.
Im Boot sitzend sagt er: "Ich wollte eigentlich nur bis zur Mitte hierher kommen." Doch plötzlich habe er sich zu viel zugetraut: "Da habe ich mir das Ziel gesetzt, bis nach hinten zu schwimmen. Das hätte mir vielleicht noch gelingen können." Pennekamp weiß: "Der Rückweg ist dann schwierig."
Die beiden DLRG-Wächter bringen den Mann zurück in Richtung Strand. "Vielen Dank", sagt er zum Abschied und springt schon wieder ins Wasser.
DLRG: Ehrenamtler im Einsatz für Sicherheit im und am Wasser
Pennekamp ist nicht nur Rettungsschwimmerin - ehrenamtlich, so wie alle hier. Sie ist eines von 165.000 Mitgliedern der DLRG, die allein in NRW für Sicherheit an Gewässern sorgen. Sie arbeitet als Notärztin. Ein Job, der ihr bei der DLRG schon häufig geholfen hat.
Eine Kollegin berichtet Pia von der Atemnot eines Jungen.
Wie auch bei dem kleinen Jungen, der mit Atemnot zu den Wächtern kommt. "Machst du einmal Sauerstoff fertig? Wir rufen da gleich einen Rettungswagen", sagt Pennekamp. Sie gibt dem Jungen Medikamente, mit denen es ihm besser gehen soll. "Aber er muss ins Krankenhaus."
Tödliche Badeunfälle in NRW: Warum es häufig junge Männer trifft
Nicht immer gehen die Einsätze des DLRG-Teams hier in Haltern am See glimpflich aus. Es habe auch schon Tote gegeben, sagt Pennekamp. Einmal sei eine Gruppe von Nichtschwimmern hinaus auf den See. Zwei von ihnen seien ertrunken. Das war 2017. Pennekamp selbst war nicht im Dienst, aber ihre Kollegen berichteten ihr davon.
Großer Andrang am Silbersee II: Manchmal ist auch Alkohol im Spiel.
Jedes Jahr sterben Menschen in NRW beim Schwimmen. Meist sind es um die 50 - mal etwas darunter, mal etwas darüber. Nach einer neuen Auswertung der DLRG gab es im Juni bereits 22 tödliche Unfälle im Wasser. Der Monat war besonders heiß. Zu Badeunfällen kam es aber auch schon im Mai. Dabei sind es vor allem junge Männer, die sich überschätzen - immer wieder beim Schwimmen in Seen oder Flüssen. Auch Alkoholkonsum ist ein Problem.
Das kennt auch Pennekamp. Die Hitze allein sei schon herausfordernd genug. Der Alkohol mache es noch schwieriger, sagt sie.
Dann sind die plötzlich der Muckimann, der meint, der muss durch den See schwimmen. Rettungsschwimmerin Pia Pennekamp
Auch bei ihrem nächsten Notfall geht es um einen jungen Mann. Am Ufer berichtet eine Mutter den Rettungsschwimmern, dass sie seit mehr als zwei Stunden ihren Sohn vermisst. Er ist 19 Jahre alt. Aber mehr als zwei Stunden - das verunsichert die Mutter doch.
Mit einer orangenen Luftmatratze sei er hinaus auf den See, sagt die Mutter und zeigt in die Richtung. Sofort geht die Suche los. Oben auf dem Turm gehen alle Augen aufs Wasser.
Rettungsschwimmer halten Ausschau nach dem Vermissten.
Bei den tausenden Menschen und den unzähligen Gummibooten, Luftmatratzen und Paddelbrettern auf dem Wasser ist die Suche schwierig. Während sechs Rettungsschwimmer vom Turm aus mit dem Fernglas Ausschau halten, fährt ein Dreierteam mit dem Boot raus.
Momente voller Bange: Ist dem Sohn etwas zugestoßen?
Weit und breit keine orangene Luftmatratze in Sicht - weder im Wasser noch an Land. Die Suche läuft bereits seit 20 Minuten. Die Mutter des jungen Mannes ist sichtlich nervös.
Dann die Erlösung: Der junge Mann war immer noch auf dem Wasser. Pennekamps Kollegen auf dem Boot bringen ihn samt Luftmatratze zurück ans Ufer. Der Sohn umarmt und küsst seine besorgte Mutter.
Mit Sonnenbrille in den Haaren und der Luftmatratze in der Hand steht er jetzt lachend am Strand. Trotzdem scheint ihm bewusst zu sein, was gerade passiert ist. "Ich mache halt manchmal mein Ding", sagt er. Er habe auf dem Wasser getrieben und sei am Strand entlangspaziert. Da habe er nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht. Aufatmen bei der Mutter und dem Team der DLRG.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräche mit DLRG-Rettungsschwimmerin und Notärztin Pia
- Beobachtungen von WDR-Reporter Tom Schachtsiek am Silbersee II am 27.06.2026
- WDR-Gespräche mit Besuchern des Sees
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Youtube-Film "19-Jähriger am Badesee verschwunden - finden sie ihn?" von funk "Die andere Frage" vom 09.07.2026.
