Feuerwächter gegen Waldbrand im Ruhrgebiet

WDR 00:47 Min. Verfügbar bis 30.07.2028

Feuerwächter im Ruhrgebiet Dienst im Wald "als Dank an die Natur"

Stand:

Rudi Hoffmann sitzt auf einem Turm mitten im Wald in der Hohen Mark. In 40 Metern Höhe, damit er alles überblicken kann.

Von Denise Friese

34 Grad Celsius und pralle Sonne im Ruhrgebiet. Beim Spaziergang durch den Wald hört man das Laub knistern. Alles ist trocken. Dann kommt Rudi Hoffmann in der Hohen Mark zum Einsatz. Die Waldbrandgefahr ist zur Zeit hoch - sie liegt bei Stufe 4 von insgesamt 5 Gefahrenstufen, die der Deutsche Wetterdienst festlegt.

Eine Frau hebt Laub im Wald auf, es ist trocken

Carla Paul ist Försterin in der Hohen Mark

Mittwochs und sonntags geht der 82-Jährige dann rauf auf den Feuerwachturm "Galgenberg", der im Dorstener Gebiet des Waldes liegt. Etwa 200 Stufen sind es zu seinem Arbeitsplatz. "Ich bin in großer Sorge um den Wald," sagt er. Rudi Hoffmann erholt sich selbst gerne dort. Den Job, für den er auch Geld vom Regionalverband Ruhr (RVR) Grün bekommt, macht er aber auch "als Danke an die Natur."

Mit Fernglas gegen Waldbrände

Mit seinem Fernglas blickt er vom Turm umher. "Heute ist gute Sicht", man kann von dem 40 Meter hohen Turm viel Wald überblicken. Damit der gesamte Wald der Hohen Mark und der Haard im nördlichen Ruhrgebiet überwacht werden kann, gibt es zwei weitere Feuerwächter, die auch in solchen Türmen sitzen.

Ein Mann steht mit einem Ferngals auf einem Turm im Wald

Rudi Hoffmann überblickt den Wald in der Hohen Mark

Mindestens alle 15 Minuten schauen sie, ob irgendwo Rauchwolken aufsteigen. "Sobald die gesichtet werden, sind wir mit den anderen Türmen verbunden", sagt Rudi Hoffmann. Alle schauen dann auch auf den Punkt, den er gemeldet hat. Und wenn sich alle einig sind, dass es Rauch von einem Feuer sein könnte, wird die Feuerwehr gerufen. In diesem Sommer sei das bei ihm noch nicht vorgekommen.

"Eine Zigarette kann riesigen Waldbrand entfachen"

In der Hohen Mark ist Carla Paul die Försterin. Sie setzt die Feuerwächter ein und lotst im Notfall auch die Feuerwehr durch den Wald. Einen großen Brand hat sie in den fünf Jahren, die sie in der Hohen Mark für den RVR Grün Ruhr arbeitet, noch nicht erlebt.

Aber bei ihr ist die Sorge um den Wald auch gerade groß. "Man hört es schon am knisternden Laub und man erkennt hier an den Bodenschichten, wie spröde die sind. Eine Zigarette, die weggeworfen wird, führt dazu, dass hier ein riesiger Waldbrand entstehen kann", sagt die Försterin Carla Paul. Das Rauchen und Grillen ist im Wald verboten.

Ein Holzschild am Feuerwachturm "Galgenberg" in der Hohen Mark

Hinweis am Feuerwachturm in der Hohen Mark

Immer wieder trifft sie Spaziergänger mit Zigarette, "dann erkläre ich ihnen, dass das gefährlich und verboten ist", sagt die Försterin. Ein Knöllchen würde erst fällig, wenn sie jemanden öfter "erwischt".

Feuerwächter für den Wald im Ruhrgebiet gesucht

Carla Paul ist froh, dass sie Feuerwächter wie Rudi Hoffmann hat. Der RVR Grün Ruhr, der die Wälder betreibt, ist immer auf der Suche nach Feuerwächtern. Das ist kein Ehrenamt, "dafür gibt es auch ein bisschen Geld." Die Haard und die Hohe Mark sind der größte Wald im Ruhrgebiet.

Das Gebiet erstreckt sich im Norden über Recklinghausen, Marl, Dorsten und viele andere Städte. Insgesamt gibt es drei Feuerwachtürme. Den am "Galgenberg" in der Hohen Mark in Dorsten, einen in der Haard am "Rennberg" in Haltern und am Farnberg in der Haard bei Oer-Erkenschwick.

Feuerwächter gegen Waldbrand im Ruhrgebiet

WDR 30.07.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 29.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Regionalverband Ruhr Ruhr Grün
  • Feuerwächter Rudi Hoffmann
  • Försterin in der Hohen Mark, Carla Paul

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 30.07.26, 6.30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 30.07.2026, 19:30 Uhr

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