Marler soll Stieftochter und Tochter missbraucht haben

WDR 01:34 Min. Verfügbar bis 02.07.2028

Prozessauftakt Marler soll Stieftochter und Tochter missbraucht haben

Stand:

Ein 50-jähriger Mann aus Marl steht seit heute in Essen vor Gericht. Er soll seine Stieftochter mehrfach und seine Tochter mindestens einmal missbraucht haben.

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Alicia Theisen
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Daniel Chur

Die Vorwürfe gegen den 50-Jährigen wiegen schwer: Fast zehn Jahre lang soll er seine Stieftochter missbraucht und vergewaltigt haben. Bei der ersten Tat, im Jahr 2015, soll das Kind sieben Jahre alt gewesen sein. Am Vormittag ist am Landgericht Essen der Prozess gegen den Marler gestartet.

Zu den Vorwürfen schwieg der 50-Jährige. Er wolle sich auch im weiteren Verlauf des Prozesses nicht äußern, sagte seine Verteidigerin. Der Angeklagte lebte zur Tatzeit mit seiner Frau und fünf Kindern zusammen in einer Wohnung in Marl.

Stiefvater bot Schülerin 20 Euro für sexuelle Handlungen

Als seine Stieftochter etwa neun Jahre alt war, soll er ihr 20 Euro im Monat geboten haben, wenn sie mache, was er wolle. Über Jahre hinweg soll er immer wieder in das Kinderzimmer der Schülerin gekommen sein und sie missbraucht haben.

In einem Fall soll seine Stieftochter ihn nach einer Tablette gegen ihre Kopfschmerzen gefragt haben. Er gab ihr jedoch stattdessen mutmaßlich ein Betäubungsmittel und soll sich anschließend an ihr vergangen haben. Als die Jugendliche später einen Schwangerschaftstest machte, soll dieser positiv ausgefallen sein.

Sexueller Missbrauch der eigenen Tochter?

Bekannt wurde der Fall, weil Zeugen einen Vorfall außerhalb des Wohnhauses beobachtet hätten, sagte ein Gerichtssprecher. So kam es zur Anklage. Bereits im April 2026 startete der Prozess gegen den Marler, doch dann wurde das Verfahren ausgesetzt, weil weitere Missbrauchsvorwürfe bekannt wurden.

Die Ermittlungen der Polizei Recklinghausen ergaben, dass der 50-Jährige neben seiner Stieftochter auch seine leibliche Tochter missbraucht haben soll. Mindestens ein Vorfall sei dem Gericht bekannt. Das Mädchen soll damals zwischen zehn und zwölf Jahre alt gewesen sein.

Sie soll ihren Vater darüber hinaus mehrfach bei Taten gegen ihre Halbschwester beobachtet und versucht haben, ihn daran zu hindern. Im Prozess tritt die Staatsanwaltschaft als Klägerin und die heute 18-jährige Stieftochter als Nebenklägerin auf.

Angeklagter wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor. “Sollte das Gericht den Marler deswegen verurteilen, drohen ihm bis zu 15 Jahre Gefängnis”, sagte ein Gerichtssprecher. Außerdem werde geprüft, ob die Voraussetzungen für eine mögliche und zeitlich unbegrenzte Sicherungsverwahrung vorliegen.

In einem anderen Prozess wurde der Angeklagte bereits wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von etwas über einem Jahr verurteilt. Diese sitzt er aktuell ab. Für den Prozess in Essen sind zwölf Verhandlungstage angesetzt.

Missbrauchsprozess gegen Vater aus Marl gestartet

WDR 02.07.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Landgericht Essen
  • WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 02.07.2026, 16:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 02.07.2026, 19:30 Uhr

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