Trümmer und Zuversicht: Aufräumen beim Weißen Riesen in Duisburg
Lokalzeit aus Duisburg . 08.08.2025. 02:36 Min.. Verfügbar bis 08.08.2027. WDR. Von Petra Vennebusch.
Freitagnamittag ist es auf der Baustelle still geworden. Die Bagger haben Pause. Die Reste des Hochhauses liegen nach knapp zwei Wochen noch genauso da wie nach der Sprengung.
Zu riesigen Haufen türmen sich die Betonteile. Daraus ragen jede Menge leere Plastikrohre und Eisenstangen hervor. "Die werden jetzt alle einzeln per Hand rausgezogen, weil sie beim Recyceln des Betons stören", erklärt Baustellenleiter Erwin Schulenberg. Das ist viel Arbeit.
Mit Wasserschläuchen gegen den Staub
Kurz vor dem Feierabend ist er noch unterwegs, kontrolliert ein letztes Mal die Baustelle. Es läuft gut, sagt er. Es gebe keinen Ärger mit den Anwohnern, weil es vielleicht mal etwas lauter wird. Auch den Staub haben sie im Griff: "Wir haben bis oben Wasserleitungen liegen und Leute, die an den Schläuchen stehen und das ganze Material benässen und den Staub so binden", sagt der Baustellenleiter.
Nach der Sprengung des Weißen Riesen in Duisburg wird der Trümmerberg nach und nach abgetragen.
Karin Schattauer wohnt hoch über der Baustelle im 16. Stock des so genannten Roten Riesen. Dieses Hochhaus wurde aufwändig saniert. Heute empfängt ein Concierge die Bewohner. Im Gebäude gibt es Ärzte, Physiotherapeuten und eine Podologin.
Seit 2013 wohnt Schattauer schon hier und blickt nun vom Balkon aus auf die Abriss-Baustelle. "Es sieht nach Fortschritt aus. Es ist schön, denn der Bau, der vorher dort stand, war jahrelange leer. Genannt: der Taubenschlag“, erzählt sie.
"Jetzt hat man einen weiten Blick: Ich sehe den Rhein. Ich sehe die Rheinbrücke." Karin Schattauer, Anwohnerin
Stadt plant Parkanlage
Jetzt freut sich die Hochhaus-Bewohnerin auf den Park, den die Stadt Duisburg hier anlegt: "Ich hoffe, dass ich bald auf ein schönes Fleckchen Park schauen werde."
Teile der Sportflächen sind schon sichtbar. Nicht alle glauben, dass das Konzept in der Siedlung funktionieren wird. Es gibt ein Hochhaus, das Probleme bereitet. Bundesweit geriet es in die Schlagzeilen, weil sich DHL-Paketboten hier nicht mehr hin trauten. "Das müssten die eigentlich auch noch wegsprengen", sagt Anwohner Peter Hoffmanns.
Nachbarin Karin Schattauer bleibt da zuversichtlich. Sie ist hier aufgewachsen und schätzt die Gemeinschaft in ihrem Haus und im Viertel. "Man ist hier nicht so anonym, irgendwen trifft man immer", sagt die 78-Jährige.
Demnächst dann auch im Park vor der Tür der Roten Riesen. Und der Schutt hat auch sein Gutes - er wird komplett aufbereitet und dann im Straßenbau wiederverwendet.
Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Stadt Duisburg
- Bauleiter BECKER Unternehmensgruppe