Symbolbild Kölner Dom

SPD-Antrag in Arnsberg Sollen Arnsberger umsonst in den Kölner Dom?

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Ab 1. Juli kostet der Eintritt in den Kölner Dom 12 Euro – auch für Arnsberger. Die SPD in Arnsberg findet das aber "historisch unsensibel“ und fordert in einem Ratsantrag freien Eintritt für die Bürgerinnen und Bürger ihrer Stadt. Ihre Begründung: Ohne den letzten Arnsberger Grafen wäre der Dom heute um einiges ärmer.

Die Arnsberger Sozialdemokraten begründen ihren Antrag damit, dass der letzte Arnsberger Graf Gottfried IV. die Grafschaft Arnsberg 1368 an das Erzbistum Köln verkauft hat – und Köln damit zu erheblichem Machtzuwachs verholfen hat. "Der Deckel für die Arnsberger ist durch Graf Gottfried schon bezahlt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Neuhaus.

Historische Verpflichtung wegen Versteck des Domschatzes?

Außerdem haben die Arnsberger den goldenen Kölner Dreikönigsschrein und Teile des Domschatzes 1794 vor den Napoleonischen Truppen versteckt. "Hätte Arnsberg dem Schrein und den Reliquien nicht Schutz geboten, würde dem Dom heute einer seiner zentralen Anziehungspunkte fehlen“, heißt es im Antrag.

Dass Arnsberger vor diesem historischen Hintergrund wie alle anderen touristischen Besucher vom 1. Juli an 12 Euro Eintrittsgeld bezahlen sollen, empfinden die Arnsberger Sozialdemokraten als "historisch unsensibel“. Sie meinen: Wer eine ganze Grafschaft bekommt und die bedeutendsten Heiligtümer versteckt, sollte nicht nochmal zur Kasse gebeten werden.

Jährliches Grafenbegängnis bleibt kostenfrei

Sarg im Innenraum des Kölner Doms

Graf Gottfried ist als einziger weltlicher Herrscher im Kölner Dom beigesetzt. Einmal im Jahr fährt eine Arnsberger Delegation mit Bürgermeister, Schützen oder Jägern in Uniform sowie einigen Ratsmitgliedern nach Köln. Angeführt vom Dompropst ziehen sie zum Grab des Grafen in einer Seitenkapelle und legen dort einen Kranz nieder.

Dieses traditionelle Grafenbegängnis wird auch künftig kostenfrei bleiben, versichert Markus Frädrich, Pressesprecher des Kölner Domkapitels. Ansonsten gelten aber die Eintrittsregelungen und -preise für die Arnsberger genauso wie für alle anderen.

Dom: Keine Ausnahmen möglich

"Die finanzielle Kalkulation, auf der unser neues Besucherkonzept beruht, würde in wesentlichen Teilen ausgehöhlt, wenn wir Ausnahmen schaffen“, sagt Dom-Pressesprecher Frädrich. Die Gebühr sei für den Domerhalt existenziell wichtig.

Für den Fall, dass das Domkapitel bei dieser Haltung bleibt, gibt es im SPD-Antrag einen Passus: Dann soll in den Archiven geklärt werden, ob der Kaufpreis 1368/69 für die Grafschaft überhaupt vollständig beglichen wurde.

Rat entscheidet am Donnerstag

Der SPD-Antrag geht am kommenden Donnerstag in den Arnsberger Rat - ob sich die Stadt für den freien Dom-Eintritt einsetzt, wird dann entschieden.

Sollen Arnsberger umsonst in den Kölner Dom?

WDR 24.06.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 23.06.2028

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Unsere Quellen:

  • SPD Arnsberg
  • Domkapitel Kölner Dom

Sendung: WDR 2 Lokalzeit Südwestfalen, 24.06.2026, 13.31 Uhr

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