Olympia-Aus für Nordische Kombination

WDR 01:32 Min. Verfügbar bis 08.07.2028

Fassungslosigkeit in Winterberg Olympia-Aus für Nordische Kombination

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Die Nordische Kombination ist 2030 nicht mehr im Olympia-Programm. Für den Nachwuchs in Winterberg eine Hiobsbotschaft.

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Felix Tusche
und
Heiko Dolle
Heiko Dolle

An diesen Tag wird sich Timo Drebs wahrscheinlich lange erinnern. Aber nicht im positiven Sinne. Der Sportwart des Winterberger Skiclubs blickt mit großer Sorge in die Zukunft. Der Grund: Die IOC-Entscheidung, die Nordische Kombination 2030 aus dem Olympia-Programm zu nehmen.

Ich habe diese Entscheidung nicht für möglich gehalten. Es zählt nur noch der Kommerz. Tradition ist den Verantwortlichen offenbar egal. Timo Drebs, Sportwart Skiclub Winterberg

Winterberg ist Leistungszentrum

Die Nordische Kombination hat in Winterberg eine lange Tradition. Und auch einen hohen Stellenwert. Am Bundesstützpunkt wird sich vor allem um die Nachwuchs-Kombinierer gekümmert. Es gibt zwei hauptamtliche Trainer. Außerdem mehrere Jugendtrainer, die sich beim Skiclub gegen eine Aufwandsentschädigung um den Nachwuchs kümmern.

Altastenberg bei Winterberg

Die "NoKo" ist ein Kombinationswettkampf aus Skispringen und Langlauf.

Ob dieses professionelle System in Zukunft aufrecht erhalten werden kann, ist laut Sportwart Timo Drebs unklar: "Da hängt total viel dran. Trainerstellen, Stützpunkte, Budgets. Wenn die NoKo nicht mehr olympisch ist weiß niemand, ob es das in Zukunft noch gibt." Jetzt komme es vor allem darauf an, dass die Sponsoren dem Sport erhalten blieben.

Auch Andreas Wellinger war mal Kombinierer

Der Winterberger Skiclub hat in den letzten Jahren extrem viel in die Nachwuchsarbeit investiert. Mittlerweile gibt es rund 20 Kinder zwischen sieben und 12 Jahren, die sich die kleinen Skisprungschanzen herunterstürzen. Die Nordische Kombination wäre eigentlich der nächste logische Schritt.

"Auch Andreas Wellinger (Skisprung-Olympiasieger von der Normalschanze 2018, Anm. d. Red.) war in seiner Jugend nordischer Kombinierer", sagt Drebs. Die Kombination sei die beste Schule. "Doch nach der heutigen Entscheidung kann ich keinem Kind mehr mit gutem Gewissen sagen: Macht mal Nordische Kombination."

Existenzängste am Stützpunkt

Neben der Perspektive geht es für die Region auch um die wirtschaftliche Existenz. Bricht der Olympia-Status weg, drohen Fördergelder zu versiegen. Davon betroffen wäre das gesamte Gefüge vor Ort, inklusive Sportinternat und Trainerstellen.

Das gesamte Drumherum - Internat, Förderplätze, Sportschule - das ist alles möglicherweise in der Schwebe. Helmut Tuss, Geschäftsführer Skiclub Winterberg

Es gibt noch etwas Hoffnung

Ein erstes Telefonat mit dem Deutschen Skiverband gibt Drebs am frühen Abend aber dennoch etwas Hoffnung. Der DSV wolle sein Engagement in der Nordischen Kombination aufrecht erhalten. "Gleiches gilt für uns im Nachwuchsbereich." Denn die aktuelle Entscheidung beziehe sich zunächst nur auf 2030.

In vier Jahren sind wir mit der Nordischen Kombination nicht bei Olympia. Aber vielleicht ja 2034. Timo Drebs, Sportwart Skiclub Winterberg

Fassungslosigkeit in Winterberg

WDR 07.07.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 06.07.2028

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Unsere Quelle:

  • Telefonat mit Timo Drebs, Sportwart Skiclub Winterberg

Sendung: WDR.de, Fassungslosigkeit in Winterberg nach NoKo-Olympia-Aus, 07.07.2026, 19:50 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 08.07.2026, 19:30 Uhr

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