Der Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein will die Trägerschaft am Gymnasium "evau" abgeben, am liebsten an die Stadt Siegen. Daraus wird offenbar aber nichts. Schuldezernent Andree Schmidt schließt eine Übernahme aus. Das gebe es nirgendwo, dass eine Kommune eine konfessionelle Schule übernähme.
Evangelisches Gymnasium "evau" vor dem Aus?
Sollte die Schule keinen neuen freien Träger finden, müsste man sie auslaufen lassen. Dann wäre die Stadt verpflichtet, allen Schülern, die direkt aus Siegen kommen, einen Schulplatz zu besorgen, so der Schuldezernent. Das seien momentan etwa 50 bis 60.
Entsetzen bei Schulleiter des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums
Der Schulleiter des städtischen Fürst-Johann- Moritz-Gymnasiums beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge.
Wir haben es gerade so mit Ach und Krach geschafft, im kommenden Schuljahr alle Kinder unterzubekommen. Rüdiger Käuser, Schulleiter Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium Siegen
Sollte das evangelische Gymnasium zum Auslaufmodell werden, könne dies nur mit einer langfristigen Planung geschehen, so Käuser weiter. Nämlich dass keine fünften Klassen mehr gebildet werden, aber den vorhandenen Jahrgängen der Weg bis zum Abitur gesichert ist. Diesen Fall hat es in Siegen bereits gegeben. Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium soll Ende 2030 schließen und nimmt keine neuen Schülerinnen und Schüler mehr auf.
Synode soll entscheiden
Die Synode des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein tagt am Samstag. Da soll die Abgabe der Trägerschaft beschlossen werden. Bisher fließen jährlich mehr als 250.000 Euro als Eigenanteil von der Kirche an das Gymnasium. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel soll nun gespart werden.
Unsere Quellen:
- Evangelischer Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
- Andree Schmidt, Schuldezernent Siegen
- Rüdiger Käuser, Schulleiter Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium Siegen
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Südwestfalen, 10.07.2026, 16:30 Uhr